Berliner Gesundheitspreis 2015: Zusammenspiel als Chance

Interprofessionelle Teams im Krankenhaus

Plakat BGP 2015

Auf Menschen, die im Krankenhaus arbeiten, kommen ständig neue Herausforderungen zu. Medizinischer und technischer Fortschritt, wirtschaftliche Aspekte, aber auch die demografische Entwicklung stellen veränderte Anforderungen an die Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen. Patienten wollen und sollen schnell wieder auf die Beine kommen. Neuartige Operationsmethoden und schonende Verfahren machen komplizierte Eingriffe beherrschbar, verkürzen den Genesungsprozess und eröffnen die Chance, immer ältere Patienten zu behandeln.

Eine multiprofessionelle Zusammenarbeit wird deshalb immer wichtiger. Informationen und Ressourcen müssen systematisch und effektiv eingesetzt werden, um die Qualität der Behandlung zu verbessern. Dazu müssen unterschiedliche Fachdisziplinen und Berufsgruppen gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten, sich vernetzen und neue Kommunikationsmittel nutzen. Im Vordergrund stehen dabei die Sicherheit der Patienten und die Zufriedenheit mit der medizinischen Versorgung.

Hinzu kommt, dass sich mit dem demografischen Wandel auch der Druck auf die Krankenhäuser erhöht, attraktive Arbeitsbedingungen für gut ausgebildete Fachkräfte zu schaffen. Der Arzt muss sich auch in seiner berufsrechtlichen Verantwortung mehr denn je darauf verlassen können, dass das Hand-in-Hand-Gehen aller am Versorgungsprozess Beteiligten gewährleistet ist.

Aus-, Fort- und Weiterbildung müssen dafür Sorge tragen, dass die Zusammenarbeit mit Leben gefüllt wird. Das setzt voraus, dass Klinikleitung und Führungskräfte diese Prozesse fördern. Der Erfolg der Behandlung hängt auch zu einem erheblichen Anteil von einem reibungslosen Austausch mit Einrichtungen außerhalb des Krankenhauses ab. Schon die Qualität der Einweisung der Patienten trägt entscheidend zu einer besseren Vorbereitung der Versorgung bei. Und ein gutes Entlassungsmanagement ermöglicht eine lückenlose Weiterversorgung, die für den Gesamterfolg der Behandlung wichtig ist. Voraussetzung für all das ist die Bereitschaft aller Disziplinen aufeinander zuzugehen, sich die eigenen Grenzen bewusst und die Kompetenzen des anderen zu Nutze zu machen.

Was die Initiatoren mit dem Wettbewerb fördern und erreichen wollen, ist eine neue Kultur der Zusammenarbeit, idealerweise auf Augenhöhe, die auch Freude macht und Garant für ein gutes Betriebsklima ist. Dort, wo sich Kollegen im Krankenhaus gegenseitig entlasten, bleibt mehr Zeit für den Patienten.

 

Berliner Gesundheitspreis 2015
Der Flyer zum Download

 

Wir suchen Beispiele aus der Praxis, die:

  • Schnittstellen reduzieren und Kontinuität in der Versorgung gewährleisten, zum Beispiel beim Personalwechsel im Klinikalltag.
  • die Perspektive des Patienten, auch hinsichtlich seiner kulturellen und pflegerischen Bedürfnisse, als Ausgangspunkt der Therapieplanung nehmen, die Patienteninformation während des Aufenthalts sicherstellen und den Patienten so stärker in den Behandlungsprozess einbinden.
  • Organisationsabläufe optimieren, Verantwortung übertragen, Selbstständigkeit fördern - sprich flache Hierarchien, die eine offene und konstruktive interprofessionelle Zusammenarbeit erlauben sowie ein von gegenseitigem Respekt getragenes Arbeitsklima gewährleisten.
  • soziale Kompetenzen und ein teamorientiertes Informations- und Kommunikationsmanagement fördern - zum Beispiel Teambesprechungen, elektronische Unterstützung auch in Hinblick auf Sicherheitsaspekte, wie Hinweisfunktionen bei der Medikamentengabe etc.
  • eine gemeinsame Behandlungsdokumentation ermöglichen und diese elektronisch unterstützen, um einen einheitlichen Wissensstand aller an der Versorgung Beteiligten zu garantieren.
  • die beruflichen Entwicklungsperspektiven fördern sowie Qualifikation und interprofessionelle Fort- und Weiterbildung einschließlich entsprechender Führungskräfteseminare unterstützen.
  • das Engagement der Krankenhausleitung darstellen, interprofessionelle Versorgung im Team zu fördern sowie die Vernetzung mit Einrichtungen außerhalb des Krankenhauses zu unterstützen.
  • die Zusammenarbeit bei der Auswahl und der Vorbereitung der Behandlung beschreiben, beispielsweise im Rahmen der Krankenhauseinweisung mit Einrichtungen außerhalb des Krankenhauses (Einweisungsstandards) sowie eine lückenlose, qualitätsgerechte Weiterversorgung der Patienten durch ein professionelles Entlassungsmanagement sicherstellen (Entlassungsstandards).
  • mittels Begleitforschung und wissenschaftlicher Expertise darstellen, welche Ansätze sich beim Einweisungs- oder Entlassungsmanagement sowie bei der Zusammenarbeit interprofessioneller Teams im Krankenhaus als praxistauglich und effizient erwiesen haben.

Bewerbungen bis zum 30. November 2014

Bewerben können sich zum Beispiel:

  • Krankenhausleitungen, Qualitätsbeauftragte, Koordinatoren der Krankenhausversorgung
  • Versorgungsteams aus Krankenhäusern
  • Wissenschaftliche Einrichtungen, Universitäten sowie Fach- und Hochschulen.

Bewertungskriterien

  • Die Ziele und deren Umsetzung sind verständlich, nachvollziehbar und aussagekräftig beschrieben.
  • Die interprofessionelle Versorgung im Team wird im fachlichen und organisatorischen Kontext beschrieben, einschließlich der Darstellung von Informations- und Kommunikationswegen.
  • Die Patientenperspektive wird einbezogen.
  • Die Maßnahmen wurden bereits erfolgreich im Krankenhaus implementiert oder werden aktuell erprobt.
  • Kriterien zur Messung und Beurteilung der Ergebnisse wurden entwickelt.
  • Die wissenschaftliche Güte der erprobten oder implementierten Konzepte wird dargestellt (theoretische Fundierung, Qualität der Umsetzung, Prozess- und Ergebnisevaluation).
  • Relevanz für die Praxis ist vorhanden - die Maßnahmen können auf andere Einrichtungen übertragen werden.
  • Eine Vernetzung mit Akteuren außerhalb des Krankenhauses ist gegeben.

Teilnahmebedingungen

  • Bewerbungen sind in dreifacher Ausfertigung sowie zusätzlich per E-Mail einzureichen. Sie sind mit unterschriebenem Teilnahmeschein per Post bis zum 30.11.2014 an die
    Geschäftsstelle "Berliner Gesundheitspreis"
    c/o AOK-Bundesverband 
    Rosenthaler Straße 31 
    10178 Berlin 
    zu senden.
    E-Mail: berliner.gesundheitspreis@bv.aok.de 
  • Es gilt das Datum des Poststempels / E-Mail-Eingangs.
  • Der Umfang des Wettbewerbsbeitrages soll 20 Seiten nicht überschreiten. Die Vorgaben für die Gliederung und das Format sind zu beachten.
  • Der Teilnehmer erklärt mit seiner Unterschrift auf dem Teilnahmeschein, dass er über die Rechte am eingereichten Wettbewerbsbeitrag verfügt und mit der auszugsweisen Verwertung und Veröffentlichung der eingereichten Arbeit einverstanden ist.
  • Der Teilnehmer ist mit der Veröffentlichung seines Namens und von Bilddokumenten im Zusammenhang mit der Teilnahme am "Berliner Gesundheitspreis 2015" durch dessen Initiatoren einverstanden.
  • Wenn das Projekt auch für andere Wettbewerbe eingereicht wurde beziehungsweise schon einen Preis erhalten hat, ist das der Geschäftsstelle "Berliner Gesundheitspreis" mitzuteilen.
  • Mitarbeiter der Initiatoren des Preises sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

 

Strukturbogen
für Bewerbungen um den Berliner Gesundheitspreis 2015

 

BGP 20 Jahre

Der "Berliner Gesundheitspreis" ist ein bundesweiter Ideenwettbewerb von AOK-Bundesverband, Ärztekammer Berlin und AOK Nordost - Die Gesundheitskasse, der seit 1995 alle zwei Jahre ausgeschrieben wird.

Der Wettbewerb widmet sich jeweils einem ausgewählten Thema, das eine besondere Bedeutung für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung hat.

Gesucht werden innovative und praxiserprobte Projekte, Modelle oder zukunftsweisende Versorgungskonzepte, die zur Verbesserung von Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beitragen. Dafür stellen die Initiatoren Preisgelder in Höhe von 50.000 Euro zur Verfügung. 

Auswahlverfahren:

Die Entscheidung über die Preisträger trifft eine unabhängige Jury. Es werden Preise im Gesamtvolumen von 50.000 Euro vergeben. Für den ersten Preis 25.000 Euro, den zweiten Preis 15.000 Euro und den dritten Preis 10.000 Euro. Die Jury kann eine andere Aufteilung des Preisvolumens vornehmen. Gegen Entscheidungen der Initiatoren und der Jury ist der Rechtsweg ausgeschlossen.

Nähere Informationen:

Geschäftsstelle "Berliner Gesundheitspreis"
c/o AOK-Bundesverband
Rosenthaler Straße 31

10178 Berlin

E-Mail

Tel. 030 34 646-2310
Fax 030 34 646-2322

Mitglieder der Jury:

  • Georg Baum 
    Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft
     
  • Prof. Dr. Axel Ekkernkamp 
    Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des Unfallkrankenhauses Berlin, Professor für Unfallchirurgie, Universitätsmedizin Greifswald
     
  • Hedwig François-Kettner 
    Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e.V.
     
  • Dr. Günther Jonitz 
    Präsident der Ärztekammer Berlin
     
  • Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey 
    Prodekanin für Studium und Lehre, Direktorin des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft Charité - Universitätsmedizin Berlin
     
  • Karl-Josef Laumann 
    Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigter für Pflege
     
  • Cornelia Prüfer-Storcks 
    Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg
     
  • Lothar Riebsamen, MdB 
    CDU/CSU, Mitglied des Ausschusses für Gesundheit
     
  • Alexander Schirp 
    Vorsitzender des Verwaltungsrates der AOK Nordost - Die Gesundheitskasse
     
  • Fritz Schösser 
    Vorsitzender des Aufsichtsrates des AOK-Bundesverbandes

Informationen zu den bisherigen Wettbewerben um den Berliner Gesundheitspreis: