Rosenthaler Gespräche
"Qualität sucht Hausarzt - Wege guter hausärztlicher Versorgung" - unter diesem Thema standen die "Rosenthaler Gespräche" am 25. Mai 2011 im AOK-Bundesverband in Berlin. Zur Veranstaltung
Herzkrankheiten frühzeitig erkennen
Mehr als 200 Ärzte und Gesundheitsexperten bei AOK-Kongress in Stuttgart
(15.03.08) Eine bessere Vernetzung von Hausärzten, Fachärzten und Kliniken bei der Versorgung von Patienten mit Herzerkrankungen war das Thema einer gemeinsamen Veranstaltung der AOK Baden-Württemberg und des AOK-Bundesverbandes am Samstag (15. März) in Stuttgart. Mehr als 200 Ärzte und Experten aus dem Gesundheitswesen tauschten sich unter dem Motto "Gemeinsam für mehr Gesundheit" über eine bessere Zusammenarbeit bei der Therapie von Patienten mit koronaren Herzkrankheiten aus. Mitveranstalter der Tagung waren der Landesverband Baden-Württemberg des Deutschen Hausärzteverbandes, der Ärzteverbund MEDI und der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK).
"Die ökonomische Belastung unseres Gesundheitssystems durch die koronare Herzerkrankung ist gewaltig", betonte Thomas Münzel, Direktor der Medizinischen Klinik der Universität Mainz, auf der Fachtagung. Daher sei es notwendig, die Anstrengungen zur Prävention zu verstärken - zum Beispiel durch den Einsatz von Risikotabellen und unterstützenden Programmen wie "arriba".Bei einem erhöhten Risiko der Patienten ist Münzel zufolge der frühzeitige Einsatz der Endothel-Funktionsdiagnostik wichtig: "Sie kann uns Informationen über das Ausmaß von Frühschäden am Gefäßsystem vermitteln und dem Patienten ein Feedback geben, inwieweit Änderungen des Lebensstils oder eine medikamentöse Therapie seine Gefäßfunktion verbessern können." Die COURAGE-Studie habe gezeigt, dass bei der stabilen koronaren Herzerkrankung die medikamentöse Therapie der Bypassoperation oder der Implantation eines Stents mindestens ebenbürtig sei. Daher sollten solche Maßnahmen nur ergriffen werden, wenn die medikamentöse Therapie erfolglos sei.
Bei der Versorgung von Patienten mit Herzerkrankungen ist für Wilhelm-Bernhard Niebling der Bluthochdruck ein "herausragender und behandelbarer Risikofaktor". Dem Leiter des Bereichs Allgemeinmedizin an der Universität Freiburg zufolge gibt es dafür Belege in zahlreichen hochwertigen Studien.
Hausarzt mit zentraler Rolle
Die wichtige Rolle des Hausarztes bei der Vorbeugung, aber auch bei der Koordination der Therapie für herzkranke Patienten betonte Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbandes in Baden-Württemberg. Gerade im Bereich der chronischen Erkrankungen sei Fortbildung für die Hausärzte notwendig, die nicht von industriellen Interessen beeinflusst sein dürfe.
In der Diskussion zeigten sich unterschiedliche Standpunkte von Hausärzten und Kardiologen: So plädierte Norbert Smetak, Vorsitzender des BNK, dafür, die Evaluation von telemedizinischen Projekten abzuwarten, um ihren Nutzen einschätzen zu können. Die Allgemeinmediziner im Plenum forderten dagegen, die Mittel für solche Projekte besser in vorhandene Strukturen in den Hausarztpraxen zu stecken.
Für die AOK sind solche Fachtagungen ein wichtiges Forum, um die Versorgung ihrer Patienten stetig weiter zu verbessern. "Es ist uns ein Herzensanliegen, das Expertenwissen so zu bündeln, dass es der Lebensqualität und der Versorgung der betroffenen Menschen zugute kommt", sagte Rolf Hoberg, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Die AOK mache sich für die Prävention von Herz- und Kreislauferkrankungen stark, zum Beispiel im Rahmen des DMP KHK.
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