Die soziale Pflegeversicherung

Foto Pflege - Hände

In Deutschland können mehr als 2,6 Millionen Menschen wegen Krankheit oder Behinderung die alltäglichen Aufgaben nicht mehr selbstständig meistern. Pflegebedürftigen wird entweder in stationären Pflegeeinrichtungen oder ambulant Hilfe angeboten. Die 1995 eingeführte soziale Pflegeversicherung soll das Risiko der Hilfsbedürftigkeit zumindest teilweise abfedern.

Zahlen und Fakten zur sozialen Pflegeversicherung in Deutschland

Die Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung. Träger der gesetzlichen sozialen Pflegeversicherung sind die Pflegekassen. Sie sind jeweils unter dem Dach der entsprechenden Krankenkassen angesiedelt. Privat Versicherte müssen eine private Pflegeversicherung abschließen.

Gesetzlich Krankenversicherte zahlen einen vom Einkommen abhängigen Beitrag an ihre Pflegekasse. Der Beitragssatz beträgt ab 2015 bundeseinheitlich 2,35 Prozent. Mit Vollendung des 23. Lebensjahres erhöht sich der Beitrag um 0,25 Punkte auf 2,6 Prozent. Für Eltern sowie für Mitglieder, die vor dem 1. Januar 1940 geboren wurden, wird dieser Beitragszuschlag nicht erhoben.

Bevor Leistungen aus der Pflegeversicherung in Anspruch genommen werden können, muss der Pflegebedürftige einen entsprechenden Antrag bei seiner Pflegekasse stellen. Die beauftragt einen Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK), den Betroffenen zu untersuchen und je nach festgestelltem Pflegeaufwand eine von drei Pflegestufen vorzuschlagen. Bei den Begutachtungen sollen auch eventuelle Einschränkungen in der Alltagskompetentz festgestellt werden. Die Einstufung in eine der drei Pflegestufen richtet sich ausschließlich nach dem zeitlichen Anforderungen für die Pflege. Als pflegerische Leistungen gelten Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung und der Mobilität sowie der hauswirtschaftlichen Versorgung.

Zum 1. Juli 2008 wurden mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz die Leistungen der Pflegeversicherung erstmals seit ihrer Einführung 1995 angehoben. 2010 und 2012 folgten weitere Anhebungen. Ab 2015 werden die Leistungen alle drei Jahre an die Entwicklung der Lebenshaltungskosten angepasst, was mit dem Ersten Pflegestärkungsgesetz umgesetzt worden ist.

Weitere Infos zu den aktuellen Werten in der Pflegeversicherung

Fachinformationen für Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste bietet die AOK im Gesundheitspartner-Portal der AOK.

Pflegebedürftige und deren Angehörige finden Informationen zur Pflegeversicherung im Versichertenportal der AOK.