Selbsthilfe - In der Gruppe liegt die Kraft

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Rund 3,5 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland in insgesamt etwa 100.000 Selbsthilfegruppen. Die gesundheitliche Selbsthilfe ergänzt die professionelle Gesundheitsversorgung. Aus der eigenen Betroffenheit heraus entwickeln chronisch kranke Menschen in Gruppen eine Kraft, die sich positiv auf ihre Lebensqualität auswirkt. Deshalb unterstützt die AOK die gesundheitsbezogene Selbsthilfe seit fast 30 Jahren. Und damit nicht erst, seit der Gesetzgeber 2008 die Krankenkassen auch gesetzlich dazu verpflichtet hat.

Mit in Krafttreten des Präventionsgesetzes wird die Selbsthilfe nun stärker gefördert: Rund 73 Millionen Euro soll die Selbsthilfe fortan aus dem Haushalt der GKV erhalten. Im Vergleich zu 2015 haben die Finanzmittel aus der GKV damit um rund zwei Drittel zugenommen. Damit fließen ab 2016 pro Versichertem 1,05 Euro an Bundes- und Landesverbände der Selbsthilfe, beziehungsweise an Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfegruppen.

2016 stellt die AOK für die Unterstützung der Selbsthilfe rund 26 Millionen Euro zur Verfügung. Für die Förderung der Bundesverbände der Selbsthilfe heißt das, dass aus dem AOK-System 2,6 Millionen Euro für die kassenübergreifende Gemeinschaftsförderung und 1,3 Millionen für die kassenindividuelle bundesweite Projektförderung von Bundesverbänden der Selbsthilfe und Dachverbänden bereitgestellt weden.

Im Zentrum der Selbsthilfe-Förderung des AOK-Bundesverbandes steht die Unterstützung der Familie. Gefördert werden darum vor allem Projekte, die die Unterstützung der Betroffenen und ihrer Familienmitglieder sowie von Bezugspersonen im Fokus haben. Aber auch Projekte, die sich um die Verbesserung und Gestaltung des internetgestützten Zugangs Betroffener zur Selbsthilfe bemühen oder die helfen, die Vernetzung von Selbsthilfe und Ärzten und anderen Playern im Gesundheitswesen zu optimieren, werden vom AOK-Bundesverband bevorzugt finanziell unterstützt. Gleiches gilt für Projekte, die sich um die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund oder aus sozialschwächeren Schichten bemühen, um deren Gesundheitskompetenz zu verbessern. Die Antragsfrist endet am 31. Dezember 2015.

Selbsthilfe-Förderung im Jahr 2015

Im Jahr 2015 förderte die Gesundheitskasse Selbsthilfeorganisationen mit 0,64 Euro pro Versichertem. Aus der AOK-Gemeinschaft sind damit 15,6 Millionen Euro an Selbsthilfegruppen, -kontaktstellen, -landesverbände und -bundesverbände geflossen. Insgesamt summiert sich die finanzielle Unterstützung aus der GKV für 2015 auf mehr als 45 Millionen Euro.

Allein für bundesweite Projekte von Selbsthilfeorganisationen und Dachverbänden hat die AOK rund 780.000 Euro an finanziellen Zuschüssen bereitgestellt. 1,6 Millionen Euro stellte die Gesundheitskasse als pauschale Fördermittel für die Gemeinschaftsförderung der Bundesorganisationen der Selbsthilfe zur Verfügung. Insgesamt erhielten die Bundesorganisationen rund 4,5 Milliarden Euro aus der GKV-Gemeinschaftsförderung.

Um den Dialog mit den Organisationen der Selbsthilfe und einzelnen Beteiligten weiter zu intensivieren, hat die Abteilung Prävention des AOK-Bundesverbandes den Selbsthilfe-Newsletter "inKontakt" entwickelt. Viermal im Jahr - Anfang März, Juni, September und Dezember - informiert "inKontakt" über aktuelle gesundheits- und sozialpolitische Entwicklungen und das Engagement der AOK für die Selbsthilfe. Der Newsletter besteht aus einem Bundesteil und mehreren regionalisierten Teilen mit Berichten aus den einzelnen AOKs.

Selbsthilfe-Fachtagung 2015: Selbsthilfe - (K)eine Frage des Alters?

Jährlich findet eine Selbsthilfetagung im AOK-Bundesverband statt, bei der aktuelle die Selbsthilfe betreffende Themen diskutiert werden. Eingeladen sind Vertreter von Selbsthilfebundes- und -landesorganisationen sowie von regionalen Selbsthilfegruppen, von Selbsthilfekontaktstellen, aus anderen Kassenverbänden, dem Bundesgesundheitsministerium und Kollegen aus den AOKs.

Bei der diesjährigen Veranstaltung am 20. November 2015 unter dem Motto "Selbsthilfe - (k)eine Frage des Alters?" standen junge chronisch Kranke im Zentrum. Dabei wurde thematisiert, wie man sie für die Selbsthilfearbeit gewinnen und alte und junge Betroffene und Aktive vereinen kann. Bis zum 13. November 2015 kann man sich unter selbsthilfetagung@kompart.de zur Teilnahme anmelden. 

Selbsthilfe - auf neuen Wegen in die Zukunft

Das Ziel der AOK ist es, Ansätze weiter zu entwickeln, um die Selbsthilfe zu stärken, den Generationenwechsel zu unterstützen und die Zugänge zur Selbsthilfe zu öffnen. Denn die Selbsthilfe der Zukunft muss sich den Betroffenen auf neuen, modernen Wegen öffnen. Der Umgang mit der Krankheit und die Möglichkeiten, die einem Menschen etwa beruflich trotz seiner chronischen Erkrankung offen stehen, haben sich in den zurückliegenden Jahren zunehmend verbessert. Chronisch Kranke sind mobiler und beruflich aktiver als früher. Auch findet ein demografischer Wandel bei den Betroffenen statt. Chronisch kranke Kinder, die früher keine hohe Lebenserwartung hatten, werden Dank medizinischen Fortschritts älter, können eine Ausbildung machen, einen Beruf ergreifen. Kurz: Sie werden erwachsen und wollen unabhängig sein. Die "junge Selbsthilfe" wächst heran und hat andere Vorstellungen von gemeinschaftlicher Unterstützung und Informationsaustausch zwischen Betroffenen.

Der AOK ist es wichtig, dass chronisch Kranken verschiedene Wege offenstehen, sich auszutauschen und Informationen über Ihre Krankheit zu erhalten. Auch über die Orts-, Landes und Bundesgrenzen hinaus. Neben wichtigen Face-To-Face-Angeboten müssen auch internetgestützte Angebote entwickeln werden, um Wissenswertes sowie virtuelle Räume für den Austausch von Gleichgesinnten anzubieten. Dafür macht sich die AOK im Namen der chronisch kranken und behinderten Menschen und ihren Familien und Bezugspersonen stark.

Selbsthilfe-Fachtagung 2014: Familie im Fokus

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"Familie im Fokus - wie sich Unterstützungsangebote ausbauen lassen", unter diesem Motto steht die Selbsthilfe-Fachtagung 2014 des AOK-Bundesverbandes. Auf der Tagung am 12. Dezember wollen Multiplikatoren der Selbsthilfe gemeinsam mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Krankenkassen darüber diskutieren, wie sich die Situation von Familien mit chronisch kranken und behinderten Kindern durch zusätzliche Unterstützung verbessern lässt. Basis ist eine aktuelle Studie des Kindernetzwerks zur Situation von Familien mit chronisch kranken und behinderten Kindern. Bericht zur Tagung und die Studie "Familie im Fokus" zum Download.


Politisches Stichwort des AOK-Radioservice

Selbsthilfe

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Weitere politische Stichworte des AOK-Radioservice


Der AOK-Bundesverband ist Ansprechpartner für bundesweit tätige Selbsthilfeorganisationen und die Umsetzung der Selbsthilfe-Förderung (Paragraf 20c Fünftes Sozialgesetzbuch/SGB V). Seit 2005 veranstaltet der Bundesverband zudem einmal im Jahr eine Fachtagung zum Thema Selbsthilfe.

Die AOKs vor Ort helfen aber nicht nur finanziell. Vielfach unterstützen einzelne Geschäftsstellen die Selbsthilfegruppen auch personell. Oder sie stellen Räume zur Verfügung und übernehmen Kopierarbeiten, Plakatdruck oder Postversand. AOK-Selbsthilfebeauftragte und Mitarbeiter der Präventionsabteilungen pflegen langjährige Kontakte mit der Selbsthilfe. Sie kennen die Bedürfnisse der Gruppen aus persönlichen Gesprächen. Sie sorgen für die Unterstützung, die bei konkreten Aktivitäten und Projekten benötigt wird. Nicht zuletzt informiert die AOK die Selbsthilfe-Zusammenschlüsse über die Möglichkeiten der finanziellen Förderung, damit sie den gesetzlich festgesetzten Betrag in vollem Umfang ausschöpfen.
 


Weitere Infos im Versicherten-Portal der AOK

Rahmenvorgaben zur Gemeinschaftsförderung ab 2008

Titelbild Leitfaden Selbsthilfe-Förderung 2013

Nach der Neufassung der gesetzlichen Grundlagen zur Selbsthilfeförderung (Paragraf 20c Fünftes Sozialgesetzbuch) durch das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der GKV (GKV-WSG) wurde zum 1. Januar 2008 eine Kassenarten übergreifende Gemeinschaftsförderung und eine krankenkassenindividuelle Förderung eingeführt. Für die übergreifende Gemeinschaftsförderung haben sich die Spitzenverbände der Krankenkassen unter Beteiligung der Vertretungen der für die Interessen der Selbsthilfe maßgeblichen Spitzenorganisationen auf Rahmenvorgaben zur Förderung der Selbsthilfe verständigt.

Diese Rahmenvorgaben sind Bestandteil der neuen "Gemeinsamen und einheitlichen Grundsätze der Spitzenverbände der Krankenkassen zur Umsetzung von Paragraf 20c Fünftes Sozialgesetzbuch (SGB V)", die der GKV-Spitzenverband gemeinsam mit den Spitzenverbänden der Krankenkassen und unter Beteiligung der Vertretungen der Selbsthilfe am 8. September 2008 verabschiedet hat und kontinuierlich aktualisiert.

Leitfaden zur Selbsthilfeförderung
Grundsätze des GKV-Spitzenverbandes zur Förderung der Selbsthilfe gemäß Paragraf 20c SGB V vom 10. März 2000 in der Fassung vom 17. Juni 2013


Die Rahmenvorgaben geben Hinweise zur Gestaltung der Kassenarten übergreifenden Gemeinschaftsförderung. Die Ausgestaltung der krankenkassenindividuellen Förderung bleibt hiervon unberührt. Bereits existierende Formen der Zusammenarbeit zwischen Krankenkassenverbänden und der Selbsthilfe sollen beibehalten und gegebenenfalls weiterentwickelt werden. Durch den Verbleib von bis zu 50 Prozent der Fördermittel bei einzelnen Krankenkassen und -verbänden sollen deren eigene Förderaktivitäten und Kooperationen mit der Selbsthilfe gestärkt werden.

 

Förderung der Selbsthilfe-Bundesorganisationen nach Paragraf 20c SGB V
Gemeinsames Rundschreiben der Verbände der Krankenkassen auf Bundesebene und der Vertretungen der maßgeblichen Spitzenorganisationen der Selbsthilfe (Oktober 2015)