Selbsthilfe - In der Gruppe liegt die Kraft

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Rund 3,5 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland in insgesamt etwa 100.000 Selbsthilfegruppen. Die gesundheitliche Selbsthilfe ergänzt die professionelle Gesundheitsversorgung. Aus der eigenen Betroffenheit heraus entwickeln chronisch kranke Menschen in Gruppen eine Kraft, die sich positiv auf ihre Lebensqualität auswirkt. Deshalb unterstützt die AOK die gesundheitsbezogene Selbsthilfe seit fast 30 Jahren. Und damit nicht erst, seit der Gesetzgeber 2008 die Krankenkassen auch gesetzlich dazu verpflichtet hat.

2015 stellt die AOK für die Förderung der Selbsthilfe ca. 16 Millionen Euro zur Verfügung. Das sind 0,64 Euro pro Versichertem. Allein für bundesweite Projekte von Selbsthilfeorganisationen und Dachverbänden wird die AOK rund 780.000 Euro an finanziellen Zuschüssen bereitstellen können. Gefördert werden besonders Projekte, die die Unterstützung der Betroffenen und ihrer Familienmitglieder (Geschwisterkinder, Kinder von Betroffenen, Partner) im Fokus haben, die sich um die Verbesserung und Gestaltung des internetgestützten Zugangs Betroffener zur Selbsthilfe bemühen oder die helfen, die Vernetzung von Selbsthilfe und Ärzten zum Wohle der chronisch kranken und behinderten Menschen zu optimieren. Antragsfrist ist der 31. Dezember 2014.

Im Jahr 2014 fördert die Gesundheitskasse Selbsthilfeorganisationen mit 0,62 Euro pro Versicherten. Aus der AOK-Gemeinschaft kommen somit mehr als 15 Millionen Euro an Fördermitteln zusammen. Insgesamt bekam die Selbsthilfe finanzielle Unterstützung von allen gesetzlichen Krankenkassen von mehr als 43,3 Millionen Euro.
 
2013 hatte die AOK 96 Projekte der Bundesorganisationen und Dachverbänden der Selbsthilfe in Höhe von rund 759.000 Euro finanziell unterstützt, und weitere  4,3 Millionen Euro an pauschalen Fördermitteln haben die Bundesorganisationen der Selbsthilfe aus der GKV-Gemeinschaftsförderung erhalten.

Um den Dialog mit den Organisationen der Selbsthilfe und einzelnen Beteiligten weiter zu intensivieren, hat die Abteilung Prävention des AOK-Bundesverbandes jetzt den Selbsthilfe-Newsletter "inKontakt" entwickelt. Viermal im Jahr auf vier Seiten informiert "inKontakt" über aktuelle gesundheits- und sozialpolitische Entwicklungen und das AOK-Engagement für die Selbsthilfe. Neben der bundesweiten Ausgabe gibt es bereits regionale Versionen in Zusammenarbeit mit den AOKs Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz/Saarland. Die erste Ausgabe des neuen Mediums ist pünktlich zur Selbsthilfe-Fachtagung 2014 erschienen, die am Freitag (12. Dezember) beim AOK-Bundesverband in Berlin stattfindet.
 

Selbsthilfe - auf neuen Wegen in die Zukunft

Das Ziel der AOK ist es, insbesondere innovative Ansätze weiter zu entwickeln. Denn die Selbsthilfe der Zukunft muss sich den Betroffenen auf neuen, modernen Wegen öffnen. Der Umgang mit der Krankheit und die Möglichkeiten, die einem Menschen etwa beruflich trotz seiner chronischen Erkrankung offen stehen, haben sich in den zurückliegenden Jahren zunehmend verbessert. Chronisch Kranke sind mobiler und beruflich aktiver als früher. Auch findet ein demografischer Wandel bei den Betroffenen statt. Chronisch kranke Kinder, die früher keine hohe Lebenserwartung hatten, werden Dank medizinischen Fortschritts älter, können eine Ausbildung machen, einen Beruf ergreifen. Kurz: Sie werden erwachsen und wollen unabhängig sein.

Der AOK ist es wichtig, dass chronisch Kranken verschiedene Wege offenstehen, sich auszutauschen und Informationen über Ihre Krankheit zu erhalten. Auch über die Orts-, Landes und Bundesgrenzen hinaus. Selbsthilfeorganisationen sollten darum auf der Bundesebene neben ihren face-to-face-Angeboten internetgestützte Projekte entwickeln, um Wissenswertes sowie virtuelle Räume für den Austausch von Gleichgesinnten anzubieten. Daher legt AOK-Bundesverband einen weiteren Schwerpunkt auf die Förderung von internetgestützten Selbsthilfeprojekten.

Selbsthilfe-Fachtagung 2014: Familie im Fokus

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"Familie im Fokus - wie sich Unterstützungsangebote ausbauen lassen", unter diesem Motto steht die Selbsthilfe-Fachtagung 2014 des AOK-Bundesverbandes. Auf der Tagung am 12. Dezember wollen Multiplikatoren der Selbsthilfe gemeinsam mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Krankenkassen darüber diskutieren, wie sich die Situation von Familien mit chronisch kranken und behinderten Kindern durch zusätzliche Unterstützung verbessern lässt. Basis ist eine aktuelle Studie des Kindernetzwerks zur Situation von Familien mit chronisch kranken und behinderten Kindern. Bericht zur Tagung und die Studie "Familie im Fokus" zum Download.

 


Politisches Stichwort des AOK-Radioservice

Selbsthilfe

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Weitere politische Stichworte des AOK-Radioservice


Der AOK-Bundesverband ist Ansprechpartner für bundesweit tätige Selbsthilfeorganisationen und die Umsetzung der Selbsthilfe-Förderung (Paragraf 20c Fünftes Sozialgesetzbuch/SGB V). Seit 2005 veranstaltet der Bundesverband zudem einmal im Jahr eine Fachtagung zum Thema Selbsthilfe.

Die AOKs vor Ort helfen aber nicht nur finanziell. Vielfach unterstützen einzelne Geschäftsstellen die Selbsthilfegruppen auch personell. Oder sie stellen Räume zur Verfügung und übernehmen Kopierarbeiten, Plakatdruck oder Postversand. AOK-Selbsthilfebeauftragte und Mitarbeiter der Präventionsabteilungen pflegen langjährige Kontakte mit der Selbsthilfe. Sie kennen die Bedürfnisse der Gruppen aus persönlichen Gesprächen. Sie sorgen für die Unterstützung, die bei konkreten Aktivitäten und Projekten benötigt wird. Nicht zuletzt informiert die AOK die Selbsthilfe-Zusammenschlüsse über die Möglichkeiten der finanziellen Förderung, damit sie den gesetzlich festgesetzten Betrag in vollem Umfang ausschöpfen.
 


Weitere Infos im Versicherten-Portal der AOK

Rahmenvorgaben zur Gemeinschaftsförderung ab 2008

Titelbild Leitfaden Selbsthilfe-Förderung 2013

Nach der Neufassung der gesetzlichen Grundlagen zur Selbsthilfeförderung (Paragraf 20c Fünftes Sozialgesetzbuch) durch das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der GKV (GKV-WSG) wurde zum 1. Januar 2008 eine Kassenarten übergreifende Gemeinschaftsförderung und eine krankenkassenindividuelle Förderung eingeführt. Für die übergreifende Gemeinschaftsförderung haben sich die Spitzenverbände der Krankenkassen unter Beteiligung der Vertretungen der für die Interessen der Selbsthilfe maßgeblichen Spitzenorganisationen auf Rahmenvorgaben zur Förderung der Selbsthilfe verständigt.

Diese Rahmenvorgaben sind Bestandteil der neuen "Gemeinsamen und einheitlichen Grundsätze der Spitzenverbände der Krankenkassen zur Umsetzung von Paragraf 20c Fünftes Sozialgesetzbuch (SGB V)", die der GKV-Spitzenverband gemeinsam mit den Spitzenverbänden der Krankenkassen und unter Beteiligung der Vertretungen der Selbsthilfe am 8. September 2008 verabschiedet hat und kontinuierlich aktualisiert.

Leitfaden zur Selbsthilfeförderung
Grundsätze des GKV-Spitzenverbandes zur Förderung der Selbsthilfe gemäß Paragraf 20c SGB V vom 10. März 2000 in der Fassung vom 17. Juni 2013


Die Rahmenvorgaben geben Hinweise zur Gestaltung der Kassenarten übergreifenden Gemeinschaftsförderung. Die Ausgestaltung der krankenkassenindividuellen Förderung bleibt hiervon unberührt. Bereits existierende Formen der Zusammenarbeit zwischen Krankenkassenverbänden und der Selbsthilfe sollen beibehalten und gegebenenfalls weiterentwickelt werden. Durch den Verbleib von bis zu 50 Prozent der Fördermittel bei einzelnen Krankenkassen und -verbänden sollen deren eigene Förderaktivitäten und Kooperationen mit der Selbsthilfe gestärkt werden.

 

Förderung der Selbsthilfe-Bundesorganisationen nach Paragraf 20c SGB V
Gemeinsames Rundschreiben der Verbände der Krankenkassen auf Bundesebene und der Vertretungen der maßgeblichen Spitzenorganisationen der Selbsthilfe (Oktober 2014)