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Kinder suchtkranker Eltern brauchen wohnortnahe Selbsthilfe-Angebote

Selbsthilfe-Tagung des AOK-Bundesverbandes "Wenn Eltern trinken - Angebot der Selbsthilfe für Kinder aus suchtkranken Familien

(26.11.10) In Deutschland wachsen 2,6 Millionen Kinder und Jugendliche in Familien mit mindestens einem suchtkranken Elternteil auf. Doch die Hilfsangebote konzentrieren sich meist nur auf die Suchtkranken und deren Lebenspartner. "Die gesundheitliche Selbsthilfe hat diese Schwachstelle erkannt. Wir unterstützen sie bei ihren Bestrebungen, wohnortnahe Selbsthilfe-Projekte für die betroffenen Kinder zu entwickeln", sagt der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Herbert Reichelt, anlässlich der Selbsthilfe-Tagung am Freitag (26. November) im Gebäude des AOK-Bundesverbandes in Berlin. Die Fachtagung in Zusammenarbeit mit der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. V. trägt den Titel "Wenn Eltern trinken - Angebote der Selbsthilfe für Kinder aus suchtkranken Familien".

Kinder leiden besonders unter einer Suchtkrankheit ihrer Eltern. Gerade die Alkoholsucht hat massive Auswirkungen auf die Kinder. Ihnen fehlen häufig die Verlässlichkeit, Geborgenheit und emotionale Zuwendung, die intakte Familien bieten. Das kann zu ernsthaften psychischen und körperlichen Symptomen führen, die Kinder noch ein Leben lang begleiten können. "Die AOK-Familienstudie 2010 hat gezeigt, dass schon wenige Grundregeln ausreichen, damit Kinder in einem guten und gesundheitsfördernden Klima aufwachsen können", erläutert der AOK-Chef. Bei der Entwicklung von wohnortnahen Selbsthilfe-Angeboten gehe es nicht allein um das Krankheitsbild Sucht. "Wir hoffen damit auch Hilfsangebote für ähnliche Problemlagen wie etwa die Situation von Kindern mit psychisch kranken Eltern anzustoßen", so Reichelt.

Auf der Fachtagung diskutierten Wissenschaftler und Vertreter von Selbsthilfegruppen über die Möglichkeiten, welche Unterstützung man Kindern aus Familien mit suchtkranken Eltern anzubieten kann. Dazu wurden bereits erfolgreich laufende Selbsthilfe-Projekte aus Hamburg, Dortmund und Berlin vorgestellt, darunter ein Patenschaftsprojekt für Kinder von Suchtkranken.

Der AOK-Bundesverband fördert seit vielen Jahren die gesundheitliche Selbsthilfe - finanziell und auch durch die Ausrichtung der jährlichen Selbsthilfe-Fachtagung, auf der Ideen für innovative Angebote entwickelt und Anstöße für neue Projekte gegeben werden. "Für uns ist die Selbsthilfe ein unverzichtbarer Partner im Gesundheitswesen", sagt AOK-Chef Reichelt. Deren ehrenamtliches Engagement sei eine wichtige Ergänzung zu den Leistungen der Krankenkassen und anderer sozialer Einrichtungen.

(Pressemitteilung des AOK-Bundesverbandes vom 26.11.10)

 

Sendefertiger Hörfunkbeitrag
zur Selbsthilfe-Tagung 2010

 

Materialien zur Selbsthilfe-Tagung

 

Das Programm

 

Vortrag von Regina Müller
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V.

 

Vergiss mich nicht - ein Patenschaftsprojekt für Kinder suchtmittelabhängiger Eltern
Vortrag von Maja Wegener, Diakonisches Werk Berlin Stadtmitte e. V.

 

Gemeinschaft macht stark
Praxisbeispiel von Claudia Kornwald, Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche (BKE) Bundesverband, Dortmund

 

Eltern und Suchtkrankheiten: Kinder als Teil ihrer Familien
Vortrag von Prof. Dr. Raimund Geene, Hochschule Magdeburg-Stendal

 

Titelbild G+G-Spezial 12/10

 

G+G-Spezial 12/10 "Die Kinder nicht vergessen"