Telematik im Gesundheitswesen

Der Begriff Telematik - ein Mix aus TELEkommunikation und InforMATIK - umschreibt verschiedene informations- und kommunikationstechnische Methoden. Für das Gesundheitswesen bedeutet Telematik: mit Hilfe moderner Kommunikation die Effizienz der medizinischen Versorgung zu verbessern.

Das zurzeit wichtigste und umfangreichste Telematik-Projekt im deutschen Gesundheitswesen ist die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Sie löst die bisherige Krankenversichertenkarte ab und bietet eine Vielzahl neuer Anwendungsmöglichkeiten. Auf die Tests im Labor und ersten Anwendungstests durch Ärzte und Apotheker folgten Feldtests in bundesweit sieben Testregionen. Seit Dezember 2008 lief in der Region Nordrhein der sogenannte Basis-Rollout. Dort wurden nach umfangreichen Vorarbeiten im ersten und zweiten Quartal 2009 modernste Lesegeräte an die mehr als 22.000 Vertragsärzte, Psychotherapeuten, Zahnärzte und Krankenhäuser ausgegeben. Erst danach erfolgte Schritt für Schritt die bundesweite Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte an alle gesetzlich und privat Versicherten.

Die eGK soll zu einer besseren medizinischen Versorgung beitragen, die Kommunikation zwischen allen Beteiligten verbessern und für mehr Effizienz der Abläufe im Gesundheitswesen sorgen. Dazu werden 127.000 Ärzte, 65.000 Zahnärzte, 21.000 Apotheken, 2.200 Kliniken sowie knapp 300 gesetzliche und private Krankenversicherer über eine neue Telematik-Infrastruktur miteinander vernetzt.

Die Einführung der eGK ist gesetzlich geregelt und wird gemeinsam von den Verbänden der Krankenkassen, Ärzte, Zahnärzte, Apotheken und Kliniken umgesetzt. Zu diesem Zweck wurde von 15 Spitzenorganisationen des Gesundheitswesens die Gesellschaft für die Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik mbh) gegründet. Der AOK-Bundesverband und die einzelnen AOKs sind an Planung und Organisation der eGK-Einführung federführend beteiligt.