Die elektronische Gesundheitskarte (eGK)

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) löst die 1994 eingeführte Krankenversichertenkarte ab und ist der Schlüssel zu einer Reihe neuer Anwendungen, die die medizinische Versorgung und die Qualität der Behandlung verbessern sollen.

21.000 Apotheken, 127.000 niedergelassene Ärzte, 65.000 Zahnärzte, 2.200 Krankenhäuser sowie knapp 300 gesetzliche Krankenkassen und private Krankenversicherer werden über die neue Telematik-Infrastruktur miteinander vernetzt. Nach Labor- und Anwendertests werden die Funktionen derzeit in sieben Modellregionen mit jeweils 10.000 beteiligten Versicherten getestet. In dem Probelauf soll sich zeigen, wie sich die elektronische Gesundheitskarte in den Praxis-, Klinik- und Apothekenalltag integrieren lässt. Erprobt werden zunächst die Verarbeitung

  • der Versichertenstammdaten sowie
  • die Einführung des Elektronisches Rezepts und
  • die Speicherung von Notfalldaten.

Zunächst finden die Tests offline statt. Seit 2008 werden diese Anwendungen auch im Online-Verfahren erprobt. Auf die sogenannten 10.000er-Tests folgen Praxisläufe mit jeweils 100.000 Beteiligten in drei der sieben Modellregionen (Bochum/Essen, Heilbronn und Ingolstadt).

Einige Anwendungsmöglichkeiten der eGK werden verpflichtend eingeführt, weitere können die Versicherten freiwillig nutzen:

Pflichtanwendungen

  • Versichertenstammdaten
  • Auslandskrankenkarte - Europäische Krankenversichertenkarte
  • Elektronisches Rezept (eRezept)

Freiwillige Anwendungen

  • Notfalldaten
  • Arzneimitteldokumentation und Arzneimitteltherapiesicherheit
  • Elektronische Patientenakte (ePA)

Datenschutz hat Priorität

Für die elektronische Gesundheitskarte werden keine neuen medizinischen Daten erhoben. Es geht um einen besseren Zugriff auf vorhandene Daten, um die medizinische Versorgung verbessern zu können. Der Schutz der Patientendaten hat bei der Entwicklung und Erprobung der neuen Technik Priorität. Der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit ist in alle Entscheidungen einbezogen.

In seinem im April 2007 veröffentlichten Tätigkeitsbericht 2005/2006 schreibt der Datenschutzbeauftragte Peter Schaar: "Das Zugriffskonzept ist technisch so konzipiert, dass das Patientengeheimnis umfassend gewahrt bleibt. Auch die Grundprinzipien der Datenvermeidung und Datensparsamkeit werden eingehalten."

Das Sicherheitskonzept funktioniert nach dem Zwei-Schlüssel-Prinzip. Danach kann niemand ohne Einwilligung des Versicherten auf dessen medizinische Daten auf der Gesundheitskarte zugreifen.