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Arzneimittelvertrag

 

WIdO-Wissenschaftler Jacobs für mehr Flexibilität in der medizinischen Versorgung

(03.09.10) Für flexible Lösungen bei der ärztlichen Versorgung in Deutschland hat sich der Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), Dr. Klaus Jacobs, ausgesprochen. So könne die Primärversorgung zum Beispiel dadurch verbessert werden, dass vermehrt nichtärztliche Fachkräfte wie Gemeindeschwestern eingesetzt werden. Solche Fachkräfte arbeiteten nicht nur in dünn besiedelten Ländern wie Kanada oder in Skandinavien sehr erfolgreich, auch in Deutschland gebe es bereits positive Erfahrungen mit Gemeindeschwestern, zum Beispiel bei der Versorgung von älteren, mehrfach chronisch erkrankten Menschen. Auch ein verstärkter Aufbau Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) könne ein sinnvoller Weg sein, sagte Jacobs weiter, der generell "flexiblere Organisations-, Erwerbs- und Arbeitszeitstrukturen im Bereich der medizinischen Versorgung" für erstrebenswert hält. So böten MVZ für die Bevölkerung den Vorteil, unterschiedliche Kompetenzen in einem Haus nutzen zu können, den Ärzten wiederum bliebe unter anderem "der bürokratische Aufwand und die fachliche Isolation einer Einzelpraxis erspart“.

Der Wissenschaftler reagierte mit diesen Worten auf einen Bericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundesärztekammer (BÄK), demzufolge die Zahl der Hausärzte in den nächsten zehn Jahren um rund 7000 Mediziner zurückgehen werde. Als Grund dafür nannte die KBV neben dem Durchschnittsalter der Ärzte von 51,92 Jahren im Jahr 2009 die Abwanderung junger Mediziner ins Ausland und den gestiegenen Frauenanteil in der Ärzteschaft.
Nach anderen Daten gibt es heutzutage aber deutlich mehr berufstätige Ärzte als noch Anfang der 90er Jahre. Insofern herrscht in Deutschland insgesamt kein Ärztemangel. Zwar gibt es das Problem einer Unterversorgung stellenweise durchaus, gleichzeitig weisen viele Regionen eine Überversorgung mit Ärzten auf. Insofern besteht das Problem nach WIdO-Einschätzung eher in einer ungünstigen Verteilung.

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