Versorgungsbereiche

Die medizinische Versorgung ist grundsätzlich in ambulant und stationär getrennt. Für beide Sektoren gelten unterschiedliche Regeln, vor allem in der Planung und Finanzierung. Diese werden hier in wichtigen Versorgungsbereichen dargestellt und um aktuelle Zahlen und Fakten ergänzt. Angereichert werden die Informationen durch Grafiken und Fotos zum Download in Druckqualität sowie durch sendefertige Audiobeiträge.

Ambulante ärztliche Versorgung

Foto Beratungsgespräch beim Arzt

Die niedergelassenen Ärzte sind zumeist der erste und wichtigste Ansprechpartner für Patienten. Die 17 regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen mit insgesamt mehr als 162.000 Vertragsärzten und -psychotherapeuten haben den gesetzlichen Auftrag, die ambulante Versorgung sicherzustellen. Sowohl für die sogenannte Bedarfsplanung als auch für die Vergütung der Ärzte sind bundeseinheitliche Vorgaben und regionale Vereinbarungen mit den Krankenkassen maßgeblich.


Zahnärztliche Versorgung

Foto Zähneputzen

Nach ähnlichen Regeln wie bei den Vertragsärzten erfolgt die zahnärztliche Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Auch hier haben 17 Kassenzahnärztliche Vereinigung vom Gesetzgeber den sogenannten Sicherstellungsauftrag. Grundsätzliche Unterschiede gibt es bei der Vergütung der Vertragsärzte: Denn für Zahnersatz erhalten die gesetzlich Versicherten seit 2005 von ihrer Kasse Festzuschüsse.


Arzneimittel

Foto Arzneischublade

Seit Mitte der 1980er-Jahre verzeichneten die gesetzlichen Krankenkassen bei den Kosten für Arzneimittel häufig die höchsten Steigerungsraten aller Ausgabenbereiche. Deshalb hat der Gesetzgeber immer wieder versucht, durch neue Instrumente den Ausgabenanstieg zu begrenzen und gleichzeitig die Versorgung der Patienten mit innovativen Medikamenten sicherzustellen. Daher zählt die Arzneimittelversorgung zu den Bereichen mit der höchsten Regelungsdichte.


Heil- und Hilfsmittel

Foto Badewannenlifter

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Heil- und Hilfsmittel  können von Vertragsärzten verordnet werden, um den Genesungsprozess eines Patienten zu fördern oder um eine Behinderung auszugleichen. Zu den Heilmitteln zählen die Physiotherapie wie etwa Krankengymnastik, die Sprachtherapie und die Ergotherapie. Unter Hilfsmittel fallen Hörhilfen, Prothesen oder Rollstühle. In beiden Bereichen schließen die Krankenkassen mit Leistungsanbietern Versorgungsverträge. Allein die AOK-Gemeinschaft hat 2012 mit fast 64.000 Anbietern Heilmittelleistungen abgerechnet.


Stationäre Versorgung/Krankenhaus

Foto Intensivstation

Die stationäre Versorgung bildet den größten Ausgabenblock der gesetzlichen Kassen. Auch hier gelten bundeseinheitliche Vorgaben, die auf regionaler Ebene umgesetzt und vertraglich vereinbart werden – mit einer erheblichen stärkeren Beteiligung der Bundesländer als in der ambulanten Versorgung. Selektivverträge wie im vertragsärztlichen Bereich sind hier nicht möglich. Jede Behandlung in einem Krankenhaus, das an der Versorgung gesetzlich Versicherter teilnimmt, muss von den Kassen vergütet werden – unabhängig von der Qualität der Behandlung.


Medizinprodukte

Foto Beratungsgespräch Hüftgelenk

In der Europäischen Union (EU) ist die Gestaltung des Gesundheitswesens keine Gemeinschaftsaufgabe, sondern liegt in der Hoheit der Mitgliedstaaten. Dennoch haben manche europäische Vorgaben direkten Einfluss auf die medizinische Versorgung. Deutlich wird dies bei Medizinprodukten. Deren Zulassung und Überwachung sind durch EU-Richtlinien einheitlich geregelt, so dass nationale Regelungen nicht greifen. Doch spielt dabei die Frage des Patientennutzens eine zu geringe Rolle.