Impfungen können Leben retten

Foto Masernimpfung

Impfungen verhindern zahlreiche Infektionskrankheiten, die einen schweren Verlauf nehmen oder sogar zum Tod führen können. Für Säuglinge, Kinder und Jugendliche empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut Schutzimpfungen nach einem festgelegten Impfschema. Auch Erwachsene sollten sich regelmäßig impfen lassen, um den erworbenen Schutz aufzufrischen. Ab einem bestimmten Alter empfiehlt die STIKO für Senioren zusätzliche Impfungen. Die Versorgung der Versicherten mit Impfstoffen ist gesetzlich vorgegeben.

Impfkalender 2013/2014

 

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für alle wichtigen Schutzimpfungen:

Ab einem Alter von zwei Monaten
Es gibt einen Kombinationsimpfstoff gegen sechs Erkrankungen. Das heißt, mit nur einem Piks wird der Säugling gegen sechs Krankheiten geimpft. Die Impfungen erfolgen drei Mal im Abstand von vier Wochen. Geimpft wird gegen:

  • Rotaviren,
  • Diphterie,
  • Pertussis (Keuchhusten),
  • Tetanus (Wundstarrkrampf),
  • Poliomyelitis (Kinderlähmung),
  • Haemophilus influenzae Typ b,
  • Hepatitis B (Gelbsucht).

Zusätzlich sollte gegen Pneumokokken geimpft werden.


Elfter bis 14. Monat
Jetzt ist die vierte Impfung gegen die oben genannten sechs Krankheiten fällig. Zusätzlich gibt es die erste Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff gegen die folgenden drei Krankheiten:

  • Masern,
  • Mumps,
  • Röteln.

Außerdem wird gegen Windpocken geimpft.


ab zwölften Lebensmonat

  • Meningokokken Typ C


15. bis 23. Monat
Zweite Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken.

Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Poliomyelitis, Haemophilus influenzae Typ b, Hepatitits B und Pneumokokken bisher nicht geimpfter Kinder bzw. Komplettierung des Impfschutzes.


zwei bis vier Jahre
Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Poliomyelitis, Haemophilus influenzae Typ b, Hepatitits B, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken bei bisher nicht geimpften Kindern bzw. Komplettierung des Impfschutzes.
 

fünf bis sechs Jahre
Auffrischimpfung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphterie, Pertussis (Keuchhusten).

Grundimmunisierung gegen Poliomyelitis, Hepatitits B, Meningokokken, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken bei bisher nicht geimpften Kindern bzw. Komplettierung des Impfschutzes.
 

Im Alter von neun bis 17 Jahren
Auffrischimpfung gegen Diphterie, Pertussis (Keuchhusten), Tetanus (Wundstarrkrampf) und Poliomyelitis (Kinderlähmung).

Grundimmunisierung gegen Hepatitits B, Meningokokken, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken bei bisher nicht geimpften Jugendlichen bzw. Komplettierung des Impfschutzes.
 

Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren
Die AOK bezahlt die Kosten für die Schutzimpfung gegen Gebärmutterhalskrebs für Mädchen im Alter von zwölf bis 17 Jahren nach einer ärztlichen Beratung. Ende März 2007 hat die Ständige Impfkommission (STIKO) die entsprechende Imfpung gegen Humane Papilloma-Viren (HPV) empfohlen. Gebärmutterhalskrebs wird durch eine Infektion mit den Humanen Papilloma-Viren ausgelöst. Die neue Impfung schützt vor den häufigsten HP-Viren. Nach der Impfung besteht ein Schutz gegen rund 70 Prozent der krebsauslösenden Viren. Da die Viren durch Geschlechtsverkehr übertragen werden, ist es wichtig, die Mädchen vor dem ersten Sexualkontakt zu impfen.

Antworten auf häufige Fragen zum Thema HPV-Impfung


Im Alter von 18 bis 60 Jahren
Jeweils zehn Jahre nach der letzten Impfung Auffrischimpfungen gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) und Diphterie, einmalige Auffrischung gegen Pertussis.

Einmalig für alle nach 1970 Geborenen mit unklarem Impfstatus, ohne oder mit nur einer Impfung in der Kindheit Impfung gegen Masern, vorzugsweise mit einem MMR-Impfstoff.


Ab einem Alter von 60 Jahren
Jährlich gegen Influenza (Grippe); einmalig gegen Pneumokokken.


Weitere Impfungen:

Neben den oben genannten Standardimpfungen können spezielle Impfungen bei gefährdeten Risikogruppen sinnvoll sein. Das kann zum Beispiel eine Hepatitis-Impfung bei Personen in medizinischen Berufen und bei besonders Hepatitis-Gefährdeten - etwa Dialysepatienten - sein. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, sich gegen weitere Infektionskrankheiten impfen zu lassen, zum Beispiel gegen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis, die von Zecken übertragen wird) oder gegen Windpocken.

Wer die Kosten für die Impfungen in diesen Fällen übernimmt (zum Beispiel der Arbeitgeber für Personen in medizinischen Berufen bei Hepatitis), muss individuell geprüft werden. Vor einer solchen Impfung sollten sich Betroffene zunächst beraten lassen, ob die Impfung sinnvoll ist und wer die Kosten übernimmt.

Reiseimpfungen:

Je nach Reiseziel gelten Impfvorschriften für die Einreise. Oder das Risiko einer Infektion ist so hoch, dass Reisenden dringend empfohlen wird, sich rechtzeitig impfen zu lassen.

Zudem kann je nach Reiseziel eine medikamentöse Malaria-Prophylaxe notwendig sein. Eine Impfung gegen Malaria gibt es nicht.

Versicherte sollten sich etwa sechs Wochen vor Reiseantritt von ihrem Arzt über eventuell sinnvolle Impfungen beraten lassen. Informationen über die aktuelle Weltseuchenlage und die damit verbundenen empfohlenen Impfungen für ein bestimmtes Reiseland haben beispielsweise die Tropeninstitute. Aber auch die entsprechenden Konsulate, diplomatischen Vertretungen und das Auswärtige Amt geben Auskunft über erforderliche oder empfohlene Impfungen bei Auslandsreisen.

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland dürfen die Kosten für Reiseimpfungen nicht übernehmen.

Weitere Informationen:

Tropeninstitut in München

Tropeninstitut in Hamburg

Auswärtiges Amt

Robert-Koch-Institut