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Rosenthaler Gespräche

"Qualität sucht Hausarzt - Wege guter hausärztlicher Versorgung" - unter diesem Thema standen die "Rosenthaler Gespräche" am 25. Mai 2011 im AOK-Bundesverband in Berlin. Zur Veranstaltung

 

Das Gesundheitssystem in Estland

Flagge Estland

Bereits 1993 hat Estland das heutige Krankenversicherungssystem etabliert, in dem jeder Einwohner Anspruch auf den Schutz der gesetzlichen einheitlichen Krankenversicherung hat.

Organisation
Die staatliche Krankenversicherung (Estonian Health Insurance Fund) und ihre vier regionalen Patientenkassen verwalten das heutige estländische Krankenversicherungssystem. Der Leistungskatalog deckt alles medizinisch Notwendige ab; ausgenommen ist die zahnärztliche Behandlung ab dem 18. Lebensjahr. Die Krankenkassen, die nicht im Wettbewerb miteinander stehen, schließen Verträge mit den Leistungserbringern ab. Versicherte können nur der Krankenkasse ihrer Region beitreten.
Bei der ambulanten Versorgung steht der Familienarzt im Mittelpunkt. Er ist auf Vorgabe der Regierung zum „Arzt des ersten Kontakts“ aufgewertet. Wer einen Familienarzt wählt, muss sich bei ihm zeitlich unbegrenzt einschreiben. Die meisten fachärztlichen Leistungen erbringen noch immer Krankenhausambulanzen. 50 Krankenhäuser sichern in Estland die stationäre Versorgung.
Der Anteil der Zuzahlungen, die beim Besuch eines Facharztes, im Krankenhaus und bei Arzneimitteln anfallen, liegt bei circa 20 Prozent. Beim Hausarztbesuch fallen keine Zuzahlungen an. Die ärztliche Notfallversorgung ist ebenfalls für alle kostenfrei.
Private Krankenversicherung gibt es nur sehr vereinzelt. Eine solche Versicherung wird fast nur für Auslandsreisen abgeschlossen.

Finanzierung
Der Arbeitgeber führt 13 Prozent des monatlichen Bruttoeinkommens des Arbeitnehmers an die staatliche Krankenversicherung ab. Einwohner ohne eigenes Einkommen sind kostenlos, Kinder und nicht berufstätige Ehepartner über eine Familienversicherung abgesichert. Für Studenten, Rentner, Schwangere und Arbeitslose zahlt der Staat.
Nach Angaben des estländischen Sozialministeriums deckten die Beiträge zur Krankenversicherung zuletzt knapp 70 Prozent der Gesundheitsausgaben. Knapp 13 Prozent kommen vom Staat und etwa zwölf Prozent aus Zuzahlungen. Den Rest decken andere Quellen, darunter internationale Fördermittel.

 

Demografische und gesundheitsökonomische Kennzahlen

  • Einwohnerzahl (2009): 1,34 Millionen
  • Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (2009): 14.800 Euro
  • Arbeitslosenquote (2009): 13,,8 Prozent
  • Erwerbsquote (2009): 61,2 Prozent
  • Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (2009): 7,0 Prozent
  • Zahl der Ärzte (2006): 3,3 je 1.000 Einwohner
  • Zahl der Krankenhausbetten (2009): 5,4 je 1.000 Einwohner
  • Zahl der Krankenversicherten (2007): 95 Prozent
  • Beschäftigte im Gesundheitswesen (2007): 16.425 Personen

 

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