Das Gesundheitssystem in Schweden

Schweden verfügt über ein staatliches Gesundheitssystem, das im Wesentlichen steuerfinanziert und dezentral organisiert ist. Versichert ist die gesamte Bevölkerung nach dem Wohnsitzprinzip. Es gibt keine Versicherungspflichtgrenze.

Organisation
Für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung sind die 21 Provinziallandtage (Landsting) sowie die Gemeinden zuständig. Die Provinziallandtage erheben auf das Einkommen bezogene Steuern zur Finanzierung der Gesundheitsdienste und können je nach Kommunalpolitik innerhalb eines vorgegebenen Rahmens eigene Schwerpunkte in der Gesundheitsversorgung setzen. Sie sind für die Verteilung der finanziellen Mittel und die Gesamtplanung der angebotenen Leistungen zuständig. Im Verwaltungsgebiet eines Provinziallandtags leben 60.000 bis 1,8 Millionen Menschen.

Die ambulante medizinische Versorgung übernehmen die Gesundheitszentren, die stationäre die Distrikt- und Bezirkskrankenhäuser. Mit ihren poliklinischen Abteilungen nehmen sie aber auch an der ambulanten Versorgung teil. Zusätzlich zu den öffentlichen Leistungsanbietern gibt es vertraglich an den nationalen Gesundheitsdienst gebundene private ärztliche Praxen.

Versicherte müssen sich an den Kosten der medizinischen Versorgung beteiligen. So sind für einen Aufenthaltstag im Krankenhaus 80 Schwedischen Kronen (SEK) fällig. Für die Konsultation eines Hausarztes müssen Patienten 100 bis 250 SEK, für den Besuch eines Facharztes 150 bis 300 SEK zahlen. Die Obergrenze der Selbstbeteiligung liegt bei 900 SEK. Bei Medikamentenverordnungen liegt der Eigenanteil des Versicherten jährlich ebenfalls bei 900 SEK. Unter 20-Jährige sind von Zuzahlungen befreit.

Finanzierung
Das schwedische Gesundheitssystem finanziert sich aus Steuern. Lediglich Geldleistungen wie Krankengeld werden über Arbeitgeberbeiträge finanziert. Der Beitragssatz liegt bei 11,08 Prozent. Selbstständige zahlen 11,81 Prozent ihrer Einkünfte. Darüber hinaus finanzieren die Arbeitgeber und Selbstständige eine Elternschaftsversicherung mit jeweils 2,2 Prozent. Es gibt keine Beitragsbemessungsgrenze.
 

Demografische und gesundheitsökonomische Kennzahlen

  • Einwohnerzahl (2011): 9,4 Millionen
  • Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (2010): 30.300 Euro
  • Arbeitslosenquote (2009): 7,5 Prozent
  • Erwerbsquote (2011): 80,6 Prozent
  • Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (2009): 9,9 Prozent
  • Zahl der Ärzte (2008): 3,7 je 1.000 Einwohner
  • Zahl der Krankenhausbetten (2009): 2,8 je 1.000 Einwohner
  • Zahl der Krankenversicherten: 100 Prozent der Bevölkerung
     

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