Qualität messbar machen

Foto Ultraschall-Untersuchung

Qualität ist ein zentrales Versorgungsziel der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Dabei werden zumeist drei Dimensionen von Qualität unterschieden:

Strukturqualität bezieht sich auf die personellen, organisatorischen und sachlichen Voraussetzungen der Leistungserstellung, insbesondere die Qualifikation des ärztlichen und nichtärztlichen Personals sowie Organisation, technische Ausstattung und räumliche Gegebenheiten.

Prozessqualität umfasst alle diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen innerhalb des Versorgungsablaufs eines Patienten.

Ergebnisqualität stellt auf das Behandlungsergebnis ab und bezieht Indikatoren wie Verbesserung des Gesundheitszustands, Patientenzufriedenheit, Häufigkeit von Komplikationen und Sterblichkeit ein.

Seit dem GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) 2004 nimmt der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) wesentliche Aufgaben zur Qualitätssicherung der ambulanten und stationären Versorgung der GKV wahr. Das gilt sowohl für die interne Qualitätssicherung durch ein einrichtungsbezogenes Qualitätsmanagement als auch für die externe Qualitätssicherung, die einrichtungsübergreifend die Versorgungsqualität messen und vergleichbar machen soll.

Qualitätsmanagement

 


Qualitätssicherung mit Routinedaten

Eine neue Dimension der Qualitätssicherung in der stationären Behandlung haben die AOK und der Klinikbetreiber Helios aufgezeigt. Mit ihrem Projekt "Qualitätssicherung der stationären Versorgung mit Routinedaten" (QSR) haben sie gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) und dem Forschungsinstitut für das Sozial- und Gesundheitswesen Sachsen-Anhalt (FEISA) ein Verfahren entwickelt, mit dem sich erstmals Langzeiterfolge von Klinikbehandlungen bewerten lassen. Damit verfügt die AOK als erste gesetzliche Krankenkasse über zuverlässige Informationen zur Qualität der Krankenhausbehandlung ihrer Versicherte. Ergebnisse der Qualitätssicherung mit Routinedaten fließen auch in den AOK-Krankenhausnavigator ein.

Weitere Informationen Qualitätssicherung in deutschen Kliniken

Zum Blickpunkt Klinik 04/14 mit dem Titelthema


Qualität der Pflegeleistung wird benotet

Foto Hände Pflegebedürftige

Seit 2009 werden Pflegeheime und Pflegedienste in Deutschland durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) regelmäßig geprüft. Die Prüfer kommen unangemeldet und bewerten die Struktur-, Prozess und Ergebnisqualität der Einrichtungen nach einem einheitlichen Bewertungsmuster (Qualitätsprüfungs-Richtlinie). Die Ergebnissen der Prüfungen in Form von Pflegenoten werden von den Landesverbänden der Pflegekassen unter anderem im Internet veröffentlicht. Eine DatenClearingStelle (DCS) unterstützt sie dabei, dies technisch zu realisieren. Die AOK bietet diese und weitergehende Informationen online für Pflegeheime und ambulante Pflegedienste in ihrem AOK-Gesundheitsnavigator an. Die Kriterien der Veröffentlichung legen die Vertragspartner auf Bundesebene in Pflege-Transparenzvereinbarungen fest.