Hebammen: Krankenkassen übernehmen Haftpflichterhöhung

(10.07.12) Freiberufliche Hebammen und der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) haben sich im Streit um die Prämienerhöhung für die Berufshaftpflichtversicherung geeinigt. Danach übernehmen die Krankenkassen komplett die aktuelle Erhöhung der Haftpflichtprämien. Die Kosten werden rückwirkend zum 1. Juli 2012 auf die entsprechenden Abrechnungspositionen der Geburtshilfe umgelegt. Auch für die Haftpflicht bei Hebammen ohne Geburtshilfe übernehmen die Kassen den zuletzt deutlichen Prämienaufschlag der Haftpflichtversicherer.

"Es ist gut, dass eine Einigung erzielt wurde, weil damit freiberufliche Hebammen, die von den deutlichen Beitragssteigerungen für ihre Berufshaftpflichtversicherung betroffen sind, einen Ausgleich erhalten", sagte dazu Uwe Deh, Geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbandes, am Dienstag (10. Juli). Zugleich bedauerte er, dass die Verbände der Hebammen bei den Verhandlungen um Honorarsteigerungen "keine Kompromissbereitschaft" zeigten.

Denn die Vergütungsverhandlungen zwischen Hebammenverbänden und GKV-Spitzenverband sind erneut vertagt worden. Die Hebammenverbände fordern eine Erhöhung der Positionen im Rahmenvertrag um mehr als 30 Prozent. Der GKV-Spitzenverband hat ein Angebot vorgelegt, das einer Honorarsteigerung um zehn Prozent entspricht. Die beteiligten Hebammenverbände haben dieses Angebot abgelehnt, das Scheitern der Verhandlung erklärt und wollen jetzt die Schiedsstelle anrufen.