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Kaffee - ein beliebter Muntermacher

psg-Serie: Gesunde Ernährung (5)

25.05.09 (psg). Espresso, Latte Macciato oder Café au Lait - Kaffee ist für viele Menschen ein wahrer Genuss. Schon eine Tasse des beliebten Heißgetränks erhöht die Aufmerksamkeit, kurbelt den Kreislauf und den Stoffwechsel an. Ein Kaffee oder Espresso nach dem Essen bringt zudem die Verdauung in Schwung. "Als Durstlöscher ist Kaffee wegen seiner anregenden Wirkung auf Herz und Kreislauf nicht geeignet. Die Behauptung, dass das Getränk dem Körper sogar Flüssigkeit entziehen soll, ist jedoch wissenschaftlich widerlegt", weiß AOK-Ernährungswissenschaftlerin Anita Zilliken.

Im 17. und 18. Jahrhundert setzte sich Kaffee langsam, aber sicher in Europa durch. Zunächst wurde Kaffee nur zum Frühstück getrunken, später immer mehr auch zu anderen Mahlzeiten. Heute ist das Getränk in Deutschland sehr beliebt: Vor allem internationale Spezialitäten stehen hoch im Kurs.

Kaffee ist ein echter Muntermacher: Je nach Sorte und Stärke enthält eine Tasse Kaffee 50 bis 150 Milligramm Koffein. Hinzu kommen verschiedene Säuren, Eiweißstoffe, Mineralsalze wie Kalium und andere Stoffe, die beim Rösten entstehen. Das Koffein und ein Teil der Röststoffe regen das Großhirn an und fördern so die Leistungsfähigkeit. Die Blutgefäße werden erweitert, der Herzschlag erhöht und die Durchblutung der Organe verbessert. Außerdem beschleunigt Koffein die Atmung und erweitert die Bronchialgefäße.

 

Anregende Wirkung

Die anregende Wirkung entfaltet Kaffee ungefähr 30 bis 45 Minuten, nachdem man ihn getrunken hat. "Nehmen Sie das Koffein deshalb am besten in kleinen Dosen über den Tag verteilt zu sich", empfiehlt Ernährungsexpertin Zilliken. Zugleich wirkt Kaffee abführend und harntreibend. Das Getränk kann sogar vor Karies schützen, denn die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe halten schädliche Bakterien davon ab, sich an der Zahnoberfläche festzusetzen. Kaffee regt zudem die Gallentätigkeit und die Magensäureproduktion an. Dadurch wird die Nahrung besser verdaut.

"Drei bis vier Tassen normal starker Bohnenkaffee am Tag sind unbedenklich. Gesunde Erwachsene vertragen diese Menge in der Regel gut", sagt Zilliken. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sollten dagegen grundsätzlich keine koffeinhaltigen Getränke zu sich nehmen. Schon der Genuss einer Tasse Kaffee kann bei Heranwachsenden das Einschlafen erschweren. "Schwangere oder stillende Frauen sollten höchstens zwei Tassen Kaffee am Tag trinken, da auch das Ungeborene oder der Säugling das Koffein mit all seinen anregenden Wirkungen aufnehmen und es nur sehr langsam wieder abbauen kann", sagt die Ernährungswissenschaftlerin.

 

Bei Beschwerden ist Vorsicht angesagt

Wer empfindlich auf Koffein reagiert, kann nach dem Genuss des "Muntermachers" unter Schlafstörungen, Magenbeschwerden, Zittrigkeit und Herzklopfen leiden. Vorsichtig sein sollten auch Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, überaktiver Schilddrüse, Bluthochdruck und Schlafstörungen.

"Bei Beschwerden ist es am besten, auf das Kaffeetrinken zu verzichten beziehungsweise entkoffeinierte oder koffeinarme Sorten zu bevorzugen", empfiehlt Zilliken. Da das Koffein die Pumpleistung des Herzens kurzfristig ankurbelt, kann das Getränk bei Patienten mit Herzschwäche, beschleunigtem Herzschlag und Herzrhythmusstörungen das vorgeschädigte Organ überfordern. 

 

Espresso ist magenfreundlicher als Filterkaffee

Für Menschen mit niedrigem Blutdruck ist Kaffee ebenfalls nicht gut geeignet, da auf eine kurzfristige Steigerung des Blutdrucks durch das Koffein meist ein Blutdruckabfall folgt. Wer Magenprobleme hat, sollte weitgehend auf Kaffee verzichten oder auf Schonkaffee umsteigen, der weniger Gerbsäure und Reizstoffe enthält. Espresso ist ebenfalls magenfreundlicher als Filterkaffee, denn die Bohnen sind länger und stärker geröstet. Säuren und andere reizende Substanzen, die dem Magen zu schaffen machen, werden so zerstört.

Die Heimat des Kaffees war ursprünglich Äthiopien. Heute liegen die größten Anbauflächen in Südamerika. Rohkaffee wächst auf Sträuchern in der Pflanzenfamilie "Coffea". Ihre Blüte ist weiß und die rote Frucht enthält zwei Kerne: die Kaffeebohnen. Die Hauptsorten sind "Arabica" und "Robusta". Arabicabohnen sind milder im Geschmack, allerdings auch teurer als Robustabohnen, die kräftig bitter schmecken.

Für einen hochwertigen Kaffee kommt es auf die richtige Mischung, aber auch auf die Qualität der Bohnen an. Grundsätzlich gilt: Ganze Bohnen sind besser als bereits gemahlener Bohnenkaffee, denn durch den Kontakt mit Sauerstoff geht sehr viel Aroma verloren. Am besten ist es deshalb, ganze Bohnen zu kaufen und sie erst kurz vor dem Kaffeekochen zu mahlen. Offene Packungen sollten kühl und dunkel aufbewahrt werden; gemahlener Kaffee am besten im Kühlschrank.

 

Zum psg Ratgeber 05/09