Schweinegrippe: Impfung ist für gesetzlich Krankenversicherte kostenfrei
24.08.09. Im Herbst soll es losgehen, dann können sich gesetzlich Krankenversicherte gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Bezahlen müssen die Versicherten dafür nicht, auch keine Praxisgebühr. Voraussichtlich Ende September oder Anfang Oktober soll der Impfstoff nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums ausgeliefert werden. Zunächst sollen die Impfdosen für 25 Millionen Menschen ausreichen. "Besonders wichtig ist die Impfung für bestimmte Risikogruppen", sagt Dr. Christiane Roick, Ärztin im AOK-Bundesverband.
Zuerst geimpft werden Personen aus dem Gesundheitswesen, der Feuerwehr, Polizei und aus weiteren Bereichen, die gebraucht werden, um die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten. Mit an erster Stelle stehen Schwangere, Menschen, die an Fettleibigkeit leiden und chronisch Kranke. Sie gelten als besonders gefährdet, da die Infektion bei ihnen schwerer verlaufen kann als bei Menschen ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen beziehungsweise ohne Schwangerschaft. "Zu den chronisch Kranken gehören Menschen mit chronischen Krankheiten der Atmungsorgane, chronischen Herz-Kreislauf-, Leber-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen, Multipler Sklerose oder einem geschwächten Immunsystem", erläutert Roick.
Zwei Immunisierungen notwendig
Wo und von wem geimpft wird, legen die Länder fest. Vorzugsweise sollen die Impfungen in den Gesundheitsämtern stattfinden. Wichtig: Anders als bei den üblichen saisonalen Impfaktionen genügt jetzt nicht eine einzige Impfung, sondern es muss jeder zweimal geimpft werden, damit der Körper einen wirksamen Infektionsschutz aufbauen kann. Geimpft wird jeder deshalb mit je einer Spritze im Abstand von mindestens zwei Wochen. Etwa zehn Tage nach der zweiten Impfung hat der Körper dann einen guten Schutz gegen die Schweinegrippe aufgebaut.
Mögliche Nebenwirkungen der Impfungen können zum Beispiel Hautreaktionen und Schwellungen an der Einstichstelle sein. Ähnlich wie bei der Impfung gegen die saisonale Grippe können leichtere Grippesymptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder Müdigkeit auftreten, die aber nach ein paar Tagen meist wieder abklingen. Keinen Schutz bietet die Schweinegrippe-Impfung gegen die alt bekannten Grippeviren. Daher kann es sinnvoll sein, sich wie bisher schon auch dagegen weiter impfen zu lassen. Als gute Maßnahme gegen eine Ansteckung mit der Schweinegrippe nennen Experten häufiges Händewaschen, am besten mit Flüssigseife unter warmem Wasser. Außerdem sollten Papierhandtücher benutzt werden, um zu verhindern, dass sich die Viren verteilen können.
In den Ärmel niesen oder husten
Da sich das Virus über die Tröpfcheninfektion verbreitet, sollte man nicht in die Hand niesen oder husten, sondern sich den Ärmel vor das Gesicht halten. Wer Türklinken, Treppengeländer und Einkaufswagen angefasst hat, sollte sich nicht ins Gesicht fassen und möglichst bald die Hände gründlich waschen. Große Menschenmengen sollte man meiden.
Mit der Impfaktion gegen die Schweinegrippe erlebt Deutschland eine der größten Massenimpfungen in seiner Geschichte. Das erste Mal ist die Erkrankung, die auch unter den Namen Mexikanische Grippe, Neue Influenza oder unter der Bezeichnung A H1N1 09 bekannt ist, im April dieses Jahres in Mexiko aufgetreten. Seitdem hat sie sich weltweit ausgebreitet. Bisher verläuft die Krankheit eher milde und harmloser als die bekannte saisonale Grippe. Experten rechnen aber damit, dass die Erkrankung bei einer weiteren Ausbreitung künftig schwerer verlaufen könnte.
Weitere Infos zur Schweinegrippe:
- Alle gesetzlich Versicherten können sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen
- Informationen des Robert-Koch-Instituts
- Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit
- Informationen des Paul-Ehrlich-Instituts






