So kommen Sie gelassen durch den Advent
Weniger ist oft mehr
24.11.09 (ams). Feiern in der Firma, im Kindergarten und in Vereinen, Plätzchenbacken und Weihnachtsgeschenke organisieren. Der Terminplan und der Aufgabenzettel sind voll, trotzdem soll die Vorweihnachtszeit besinnlich und die Stimmung harmonisch sein. "Das kann gar nicht funktionieren", sagt Dr. Astrid Maroß, Ärztin im AOK-Bundesverband. Frust statt Freude seien das Ergebnis, "wenn man sich zuviel vornimmt und zuviel erwartet". Dr. Maroß rät deshalb: "Prioritäten setzen, Aufgaben verteilen und rechtzeitig organisieren."
An die Adventszeit werden seit jeher hohe Erwartungen geknüpft: Es soll eine besinnliche und harmonische Zeit im Kreis von Familie und Freunden sein. Gleichzeitig gibt es viel zu tun; sei es Geschenke zu kaufen, allerorten an Weihnachtsfeiern teilzunehmen, die Wohnung festlich zu dekorieren und das Weihnachtsfest bis ins Detail vorzubereiten. "Die hohen Erwartungen an diese Zeit sind dabei das Hauptproblem", sagt Maroß. Noch bleibt Zeit, es in dieser Adventszeit einmal anders zu machen als in den Jahren zuvor. Jeder sollte sich dazu hinsetzen und zusammen mit der Familie überlegen, wem was wirklich wichtig ist: gemütliches Zusammensitzen, Freunde treffen, Plätzchen backen, das perfekte Weihnachtsfest vorbereiten? Vielleicht gibt es Dinge, die in den vergangenen Jahren pflichtmäßig gemacht wurden, obwohl es niemand so richtig wollte? Vielleicht hat aber auch jedes Familienmitglied ganz andere Vorstellungen? "Finden Sie heraus, was Sie in den vergangenen Jahren am meisten gestresst und gestört hat. Haben Sie dann den Mut, sich auf das zu konzentrieren, was Ihnen wirklich wichtig ist, und Abstriche bei den anderen Dingen zu machen", sagt AOK-Ärztin Maroß.
Weg vom Perfektionismus
Vielleicht gab es in den vergangenen Jahren den Anspruch, jeden Adventssonntag Freunde mit selbstgebackenem Stollen zu beglücken? Wenn sich dabei statt Freude Frust eingestellt hat, sollten es in diesem Jahr vielleicht nur zwei Wochenend-Verabredungen im Advent sein. Das ist ein Anfang. Oder statt perfekter Gastgeber zu sein, werden die Plätzchen zusammen mit den Freunden gebacken - "Weg vom Perfektionismus ist der beste Weg, um die Zeit entspannter zu erleben", so Maroß. Viele Menschen suchen aber auch in der Adventszeit vor allem wirkliche Stille, Besinnlichkeit und Einkehr. Sie empfinden die Vorweihnachtszeit dann oftmals als besonders anstrengend und unerfreulich. Diese Menschen sollten Zeit einplanen für Dinge wie ausgedehnte Spaziergänge, Lesestunden oder Wellness. Dr. Maroß: "Wer sich solche Zeiten bewusst in den Terminplan einbaut, kann stressige Situationen besser überstehen und hat nicht ständig das Gefühl, zu kurz zu kommen."
Rechtzeitige Planung für Singles wichtig
Anders als für Familien ist die Advents- und Weihnachtszeit für Singles oftmals mit Ängsten vor der Einsamkeit verbunden. Sie sollten rechtzeitig überlegen, was für sie der richtige Weg ist: Regelmäßige Treffen mit Freunden, eine Reise buchen oder Veranstaltungen in Clubs und Bars besuchen? Zu leidigen Themen der Adventszeit werden auch immer wieder das Besorgen der Geschenke und die Vorbereitung des Weihnachtsfestes. Viele Leute hasten an den letzten Tagen vor Weihnachten in die Läden. Jeder sollte rechtzeitig überlegen, was er wem schenken möchten. Vielleicht sind auch die anderen Familienmitglieder damit einverstanden, dass in diesem Jahr jeder nur ein Geschenk bekommt. Wer schon in den Wochen vor Weihnachten die Geschenke besorgt, erspart sich das Wühlen in überfüllten Kaufhäusern - für Shopping-Muffel bietet sich der Einkauf im Internet an. Um Stress zu vermeiden hilft es auch, die Weihnachtsgeschenke schon rechtzeitig zu verschicken. Das erspart das Anstehen in langen Schlangen vor der Post an den letzten Tagen vor Weihnachten.
Ganz wichtig auch: Das eigentliche Weihnachtsfest rechtzeitig planen. Wie sollen die Tage ablaufen? Was soll auf den Tisch? Wer soll eingeladen werden? "Wer das rechtzeitig mit Familie oder Freunden bespricht, erspart sich Missverständnisse über unterschiedliche Vorstellungen und erhöht die Chancen auf ein harmonisches Fest", so die AOK-Expertin. Das bedeutet auch, dass rechtzeitig geplant wird und so Aufgaben besser verteilt werden können. Vielleicht erwartet die Familie gar kein Fünf-Gänge-Menü, sondern ist mit Kartoffelsalat zufrieden, wenn das bedeutet, dass die Familie so mehr Zeit füreinander hat.
Auch wenn in diesem Jahr in der Vorweihnachtszeit nur einiges besser klappen sollte als in den vergangenen Jahren, so bleibt dennoch ein Trost, so Dr. Maroß: "Auch nach Weihnachten lohnt es sich, weiter an der Gelassenheit zu arbeiten."
Weitere Infos und Wege zu mehr Gelassenheit bietet das AOK-Programm "Stress im Griff".
An diesem Expertenprogramm können bis 31. Dezember 2009 neben AOK-Versicherten auch alle anderen Interessierten teilnehmen.






