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Lachen dient der Seelenpflege

Vom Nutzen des Karnevals

26.01.10 (ams). Dass Lachen gesund ist, weiß schon der Volksmund. Ein herzhaftes Lachen trainiert das Herz und stärkt das Immunsystem. "Lachen und Feiern fördern nachweislich die seelische Gesundheit", erklärt Ulrike Plogstieß, Psychologin im AOK-Bundesverband. Zum Ausklang des Winters nutzen Millionen von Menschen die sogenannte fünfte Jahreszeit, um in Straßen, in Kneipen oder Festsälen Karneval zu feiern und ihrer Seele damit etwas Gutes zu tun.

Im Karneval und in der Fastnacht werden Softies zu Superhelden und Banker zu Panzerknackern - im Karneval hat jeder die Möglichkeit, einfach mal in eine andere Rolle zu schlüpfen. Wenn es vom 11. bis zum 16. Februar wieder Helau und Alaaf in den Faschingshochburgen schallt, fällt es vielen Menschen in einer Verkleidung leichter, sich vom Alltag zu lösen.

Sonst übliche Grenzen sind im Karneval durchlässiger. "Die ungezwungene Faschingszeit vermittelt ein positives Lebensgefühl und das aktiviert Selbstheilungskräfte, die Menschen fühlen sich zufriedener und gesünder", so die Psychologin. "Viele lechzen nach langen und vielleicht eher beschaulichen Wintertagen regelrecht nach prallem Leben", weiß Plogstieß. Das zeigt sich nicht zuletzt an der großen Zahl der aktiven Karnevalisten. Immerhin 4.800 Mitgliedsvereine zählt der Bund Deutscher Karneval, dessen Mitglieder sich der Pflege des Karnevals-, Faschings- und Fastnachtbrauchtums verschrieben haben.

 

Kräfte gut einteilen

Damit die gute Stimmung im Fasching nicht getrübt wird, sollten Karnevalsfans ihre Kräfte gut einteilen und für bestimmte Situationen Vorsorge treffen. Denn wenn die Stimmung ausgelassen ist, kommen sich viele Menschen auch leichter näher. "Safer Sex gilt für Jung und Alt. Kondome gehören also unbedingt dazu", rät Plogstieß. Schließlich schützen Kondome nicht nur vor ungewollten Schwangerschaften, sondern auch vor Aids und Geschlechtskrankheiten.

Eine weitere Empfehlung der AOK-Expertin ist es, beim Alkoholkonsum Maß zu halten. "Trinken Sie nicht nur Alkohol, sondern zwischendurch auch immer wieder Wasser, sonst kann das Wohlgefühl ein jähes Ende nehmen." Vor allem bei zuckerhaltigen Alkoholgetränken ist Vorsicht geboten. "Gerade junge Leute greifen zu den süßen, oft hochprozentigen Getränken. Die Wahrscheinlichkeit, am nächsten Tag mit einem Kater aufzuwachen, ist dann besonders groß."

Übrigens: Während Kinder nach Studien noch bis zu 400-mal am Tag lachen, tun das Erwachsene im Durchschnitt nur 15-mal am Tag. Dabei hat Lachen viele positive Wirkungen: Wer ausgelassen lacht, bewegt bis zu 80 Muskeln. Der Brustkorb bebt, die Schultern zucken, das Zwerchfell hüpft. Das Herz schlägt schneller, der Körper nimmt mehr Sauerstoff auf. Zudem werden Glückshormone, Endorphine, ausgeschüttet, innere Spannungen werden gelöst. Das Immunsystem wird gestärkt, das Herz-Kreislauf-System trainiert.

 

Humor als Therapie

"Beobachtungen zeigen außerdem, dass Lachen dabei hilft, Ängste und Schmerzen zu lindern. Deshalb wird die sogenannte Lachtherapie auch in der Medizin eingesetzt", erklärt die Psychologin. Anwendung findet die "Humortherapie" in Deutschland zum Beispiel in der Clownsprechstunde für kranke Kinder in Kliniken. Getreu dem Motto des amerikanischen Arztes und Clowns Dr. Patch Adams: "Spaß verströmt heilsame Energie".


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