Allergiepass: Wichtige Hilfe im Alltag und für Notfälle
23.02.10 (ams). Birkenpollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Nüsse, Antibiotika - das sind nur einige von zahlreichen Stoffen, die Allergien auslösen können. Häufige Beschwerden sind dann brennende Augen, Niesreiz, Schnupfen und Hautausschlag. Im schlimmsten Fall droht ein anaphylaktischer Schock, etwa bei einer Allergie gegen Insektengifte. Bei dieser stärksten allergischen Reaktion kann sich der Zustand der Betroffenen innerhalb weniger Sekunden verschlechtern, im schlimmsten Falle bis hin zu Atemnot, Atemstillstand, Blutdruckabfall und Herzstillstand. "Damit in bedrohlichen Situationen schnelle Hilfe möglich ist, sollten sich Allergiker bei Bedarf einen Allergiepass ausstellen lassen. Dieses Dokument sollten sie dann immer bei sich haben", sagt Dr. Johanna Hoffmann, Ärztin im AOK-Bundesverband.
Hinter dem Schlagwort "Allergie" verbirgt sich eine überschießende und unerwünschte Reaktion des Organismus auf bestimmte Stoffe in der Umwelt. Warum das Immunsystem bei einer Allergie auf ansonsten harmlose Substanzen "überschießend" reagiert, ist bisher noch nicht eindeutig geklärt. "Gehen Sie beim Verdacht auf eine Allergie zum Arzt und schildern Sie Ihre Beschwerden", sagt AOK-Medizinerin Hoffmann. Mithilfe verschiedener Haut- und Bluttests kann der Arzt herausfinden, auf welche Stoffe die Betroffenen allergisch reagieren. Ist die Ursache bekannt, besteht die wirksamste Therapie darin, diese Substanzen zu meiden - soweit dies möglich ist.
Auslöser für Allergie in den Pass eintragen
"Lassen Sie die auslösenden Stoffe in einen Allergiepass eintragen. Das hilft dabei, sie zu meiden und im Notfall schneller gezielte Maßnahmen zu treffen", sagt Hoffmann. Ob ein solches Dokument notwendig ist, entscheidet der behandelnde Arzt. Sinnvoll ist es in der Regel bei einer Allergie gegen Insektengifte, Medikamente und Nahrungsmittel. Bei Kontaktallergien wie zum Beispiel gegen bestimmte Metalle und Konservierungsmittel ist ein Allergiepass ebenfalls hilfreich. Wer isoliert auf Pollen oder Hausstaubmilben reagiert, benötigt dagegen meist kein Dokument, in dem die Allergieauslöser aufgeführt sind.
Der Allergiepass sollte kurz und knapp auflisten, welche Stoffe der Patient nicht verträgt. Substanzen, die lebensgefährliche Reaktionen auslösen, sollten an erster Stelle stehen. So kann der Notarzt schnell erkennen, ob der Patient zum Beispiel auf bestimmte Medikamente oder Narkosemittel allergisch reagiert. Außerdem sollte der Arzt beschreiben, wie die allergische Reaktion abgelaufen ist - ob sie sofort oder erst nach einigen Stunden aufgetreten ist und ob die Reaktion mild oder schwerwiegend war.
Allergiepass bei Arztbesuchen zeigen
Patienten sollten den Allergiepass bei jedem Arzt- und Zahnarztbesuch zeigen. So weiß der Mediziner, welche Medikamente er nicht verordnen sollte oder welche anderen Stoffe der Patient nicht verträgt. Beim Kauf nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel sollte der Apotheker einen Blick auf den Pass werfen, um mögliche Komplikationen auszuschließen. Wer unter einer Kontaktallergie leidet, dem hilft ein Allergiepass beim täglichen Einkauf, Allergieauslöser etwa in Hautcremes, Shampoos und Duschgelen zu meiden.
Einen bundesweit einheitlichen Allergiepass gibt es nicht. Ärzteverbände und Arzneimittelhersteller bieten die Dokumente in verschiedenen Formen und Farben an. So können sich Patienten einen Allergiepass beispielsweise von den Internetseiten der Deutschen Kontaktallergie-Gruppe herunterladen: www.ivdk.gwdg.de/dkg. "Lassen Sie sich von der Vielfalt nicht verwirren", sagt AOK-Ärztin Hoffmann, "wichtig ist, dass Sie ein entsprechendes Dokument besitzen und sich bei Bedarf ausweisen können."
Weitere Infos zum Thema Allergien bietet der Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.






