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Schwimmen und Radfahren machen den Venen Beine

So beugen Sie Krampfadern vor

23.02.10 (ams). Sport macht Spaß und ist gesund. "Wer sich viel bewegt, beugt damit auch Venenerkrankungen vor", sagt Dr. Detlef Schmidt, Arzt im AOK-Bundesverband. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie leiden über 50 Prozent der Bundesbürger unter leichten Veränderungen des Venensystems, 15 Prozent unter ausgeprägten Krampfadern (Varizen). Bei Frauen treten die unschönen Schlängelungen der Beinvenen häufiger auf als bei Männern.

Über den Blutkreislauf werden alle Gewebe des Körpers ernährt. Arterien transportieren das sauerstoffreiche Blut vom Herz in die Organe und versorgen das Gewebe mit Nährstoffen.

Venen sammeln das sauerstoffarme Blut - pro Tag rund 7.000 Liter - und leiten es entgegen der Schwerkraft zum Herzen zurück. Die Wadenmuskulatur unterstützt sie dabei, sie wird deshalb auch "Muskel-Venen-Pumpe" genannt. Damit das Blut nicht zurückfließen kann, befinden sich in den Beinvenen auch eine Vielzahl von Venenklappen. Sie sorgen wie Ventile dafür, dass das Blut nur in eine Richtung fließen kann, nämlich zum Herzen hin. Zudem dienen die elastischen Venen als Speicher, in dem sich etwa 85 Prozent der gesamten Blutmenge befindet.

 

Venenwände können "ausleiern"

Wenn das umliegende Bindegewebe nachgibt oder die Venenwände unter dem Druck des Blutes "ausleiern", schließen die Ventile in den Venen nicht mehr richtig. Das Blut kann dann zurückfließen und staut sich in den Beinen. Flüssigkeit tritt ins umgebende Gewebe aus. Die Beine fühlen sich schwer an und schwellen an. In der Folge können Krampfadern entstehen.

"Sie sind nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern können Vorboten einer schwerwiegenden Gefäßerkrankung sein", warnt AOK-Mediziner Schmidt. Wichtiger als die oberflächlich sichtbaren Venen sind die nicht sichtbaren in der Tiefe der Beine. Deren Funktionsstörungen verursachen die wesentlichen Probleme wie offene Beine, Blutgerinnsel (Thrombose) und Kreislaufstörungen. Löst sich ein Blutpfropf und wird in die Lunge gespült, verursacht dies eine lebensgefährliche Lungenembolie.

Wer folgende Symptome feststellt, sollte zum Arzt gehen:

  • bläuliche Adern, vor allem rund um die Sprunggelenke
  • rötliche oder bräunliche Hautflecken an den Beinen
  • geschwollene Knöchel
  • nächtliche Wadenkrämpfe
  • schmerzende, juckende oder kribbelnde Beine

Die Veranlagung für schwache Venen ist meist vererbt. Schwangerschaften und ein zunehmendes Alter erhöhen das Risiko für Venenerkrankungen. "Andere Risikofaktoren wie Übergewicht und Bewegungsmangel sind dagegen vermeidbar", sagt Schmidt. Langes Sitzen mit übergeschlagenen Beinen ist genauso Gift für die Venen wie endloses Stehen. Hohe Absätze, zu enge Schuhe und enge Kleidung behindern die Durchblutung und tragen dazu bei, dass sich die Beine abends schwer anfühlen.

 

Bewegung ist gut für die Venen

"Bewegen Sie sich so viel wie möglich, insbesondere die Bein- und Wadenmuskulatur. So können Sie Venenerkrankungen vorbeugen", empfiehlt AOK-Arzt Schmidt. Vor allem Schwimmen, Wandern, Walken, Radfahren und Skilanglauf sind gut für die Venen. Wer im Job den ganzen Tag viel sitzt oder steht, sollte ab und zu die Zehen bewegen oder mit den Fußgelenken kreisen. Sinnvoll ist es auch, öfter mal vom Schreibtisch aufzustehen und mit den Füßen zu wippen oder auf der Stelle zu gehen. Treppensteigen ist besser, als den Aufzug zu benutzen.

Wann immer es geht, sollte man die Beine hochlegen - auch nachts, zum Beispiel mit einem Keilkissen am Fußende. "Ernähren Sie sich ausgewogen, denn jedes Kilo zuviel belastet Beine und Venen", sagt Schmidt. Empfehlenswert ist eine Mischkost mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Aufs Rauchen besser verzichten, da dies die Gefäße schädigt. Wer bereits Beschwerden hat, sollte Alkohol nur in sehr kleinen Mengen trinken.

 

Zu viel Wärme meiden

Zu viel Wärme setzt die Venen unter Druck. Deshalb ist es ratsam, die pralle Sonne zu meiden und nicht lange in der Sauna zu schwitzen. "Duschen Sie Ihre Beine morgens kalt ab, von den Füßen aufwärts bis zu den Oberschenkeln", empfiehlt Mediziner Schmidt. Im Sommer tut es den Venen gut, wenn man die Beine mit einem kalten Waschlappen abwäscht und nicht abtrocknet. Nicht empfehlenswert ist es, die Beine übereinanderzuschlagen - dies kann die Blutzirkulation hemmen. "Tragen Sie möglichst bequeme Schuhe und Kleidung", sagt Schmidt. So kann die Muskel-Venen-Pumpe aktiv werden. In der Schwangerschaft ist es besonders wichtig, Venenerkrankungen vorzubeugen, etwa durch viel Bewegung. Sinnvoll kann es auch sein, medizinische Kompressionsstrümpfe zu tragen, um die Venen zu entlasten. Wer bereits Krampfadern hat, dem kann das regelmäßige Tragen solcher Strümpfe ebenfalls helfen, die Beschwerden zu lindern.

Wenn es medizinisch notwendig ist, besteht außerdem die Möglichkeit, Krampfadern zu veröden oder operativ zu entfernen. Bei starken Beschwerden oder gesundheitlichen Gefahren tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Verödung oder Operation. Wer aus kosmetischen Gründen kleine erweiterte Äderchen (Besenreiser) entfernen lassen möchte, muss das laut Gesetz aus eigener Tasche bezahlen.

Während des Deutschen Venentages am 24. April 2010 können Interessierte Wissenswertes über die Vorbeugung und Linderung von Venenleiden erfahren.

Tipps zu Bewegung und gesunder Ernährung im Versichertenportal der AOK

Weitere Infos zu Venenerkrankungen auf der Seite der deutschen Gesellschaft der Phlebologie


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