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"Die frühen Jahre nutzen"

Ursula von der Leyen von der Leyen, Ursula - 08/09 - m

Ursula von der Leyen

06.08.09 (ams). Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Ursula von der Leyen, unterstützt das Präventionsprojekt "TigerKids" als Schirmherrin. Im Interview mit dem AOK-Medienservice (ams) erklärt die Ministerin, warum sie dieses Interventionsprogramm der Gesundheitskasse und der Stiftung Kindergesundheit für wichtig hält und welchen Nutzen sie sich auf lange Sicht von dem Projekt in den Kindergärten verspricht.

Warum unterstützen Sie "TigerKids - Kindergarten aktiv" als Schirmherrin?

Von der Leyen: Allein in den vergangenen 20 Jahren hat sich der Anteil übergewichtiger Kinder und Jugendlicher um die Hälfte erhöht. Heute haben schon 15 Prozent der Drei- bis 17-Jährigen Übergewicht, ein Drittel davon ist sogar adipös, also fettsüchtig. Das ist keine Lappalie, weil dauerhaft schwere Gesundheitsrisiken drohen. „TigerKids“ zeigt Kindern früh, bevor sich ungesunde Gewohnheiten einschleifen, dass auch gesundes Essen gut schmeckt und dass Klettern, Spielen und Rennen einfach Spaß machen.

Was versprechen Sie sich mittel- und langfristig von dem Projekt?

Von der Leyen: Bei vielen liegt es daran, dass sie einfach mehr Süßes, Salziges und Fettiges essen, als ihnen gut tut. Wenn dann noch Bewegungsmangel hinzu kommt, weil es keinen Platz zum Toben gibt oder weil Computer und Fernseher spannender erscheinen, ist das eine gefährliche Kombination. Die Erfahrung sagt: Wer als Kind Übergewicht hat, ist mit großer Wahrscheinlichkeit auch später als Erwachsener zu dick. Wenn es uns gelingt, den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder zu fördern, die Freude am Klettern, Rennen, Hüpfen und Toben, ist schon viel gewonnen. Bleiben die Kinder dabei, ist das zusammen mit gesunder Ernährung die richtige Grundlage für ihre körperliche und geistige Entwicklung. So können sie von klein auf ein Gefühl für gesunde Lebensweise entwickeln.

"TigerKids" soll demnächst auch in Kinderkrippen angeboten werden. Warum ist es sinnvoll, schon Kleinkindern gesundes Essen und Trinken und viel Bewegung nahe zu bringen?

Von der Leyen: Wir wissen heute, wie prägend die frühen Jahre sind. Da fängt Prävention an. Natürlich zunächst in Verantwortung der Eltern, aber nicht nur. Wir erreichen wirklich alle Kinder, wenn Bildungseinrichtungen und Kindertagesstätten die Gesundheitsförderung als ihre Aufgabe ansehen. Regeln und Rituale in der Kitagruppe werden von den kleinen Kindern gerne angenommen, neu Erlerntes auch gerne in die eigene Familie zurückgespielt. Wir wissen, dass Übergewicht vor allem bei Kindern aus sozial benachteiligten Familien auftritt. Diese Kinder sind drei Mal so häufig adipös wie Kinder und Jugendliche aus anderen Familien. Die Kita kann wichtige Impulse geben, wenn das Elternhaus überfordert ist oder die Gefahren falscher Ernährung und mangelnder Bewegung nicht kennt. Ich freue mich deswegen, dass die meisten Betreuungseinrichtungen heute schon das gemeinsame Frühstück und Mittagessen als Chance sehen, den Kindern den Wert vernünftigen Essens zu vermitteln. Ich wünsche mir Kinder, die wieder selbstverständlich herumtoben - möglichst an der frischen Luft - und genauso gerne einen Apfel essen wie einen Schokoriegel.


Zum ams Thema 04/09