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"TigerKids" verhilft Kindern zu gesünderem Essen und Spaß an Sport

Studie belegt Erfolg des Präventionsprogramms

06.08.09 (ams). Kinder im Vorschulalter werden nicht nur zu Hause erzogen, auch im Kindergarten werden Verhaltensweisen eingeübt. Kindergärtnerinnen und Erzieher sind wichtige Vorbilder - auch beim Essen. Hier setzt das Interventionsprogramm "TigerKids - Kindergarten aktiv" an, das Kinder spielerisch an den Genuss gesunder Kost heranführt. Denn je früher es gelingt, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Jüngsten in die richtigen Bahnen zu lenken, umso größer sind die Chancen, späteren Krankheiten und der Entstehung von Übergewicht vorzubeugen. Dass "TigerKids" eine Erfolgsgeschichte ist, belegt eine Studie des von Haunerschen Kinderspitals der Universitätsklinik München.

Die in der international renommierten Fachzeitschrift "Clinical Nutrition" veröffentlichten Evaluationsergebnisse zeigen, dass durch das Projekt "TigerKids" wichtige Risikofaktoren des Übergewichts günstig beeinflusst werden. "TigerKids"-Kinder essen zu Hause signifikant häufiger viel Obst, nämlich zwei Portionen pro Tag (66,6 Prozent der "TigerKids"-Kinder gegenüber 55,7 Prozent der Kinder ohne "TigerKids"-Programm). Sie greifen auch häufiger zu Gemüse (42,7 Prozent gegenüber 33,6 Prozent). Außerdem löschen sie ihren Durst seltener mit zuckerhaltigen Getränken: In der "TigerKids"-Gruppe trinken 60,4 Prozent der Kinder nicht mehr als täglich ein Glas Limonade oder Fruchtsaft beziehungsweise andere kalorienreiche Getränke. In der Kontrollgruppe sind es nur 47,7 Prozent der Kinder.

Ein positiver Trend zeigt sich in den "TigerKids"-Kindergärten auch im Hinblick auf die Häufigkeit von Übergewicht. Mit 13,9 Prozent sind "TigerKids" seltener übergewichtig als die Kontrollkinder mit 18 Prozent. Auch die regelrechte Fettsucht (Adipositas) kommt mit 3,4 Prozent gegenüber 5,4 Prozent deutlich seltener vor.

 

Kleine Tiger essen mehr Obst und Gemüse

Das "TigerKids"-Projekt wird seit der Pilotphase (2003 bis 2006) von einem Team aus Wissenschaftlern der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München regelmäßig kontrolliert. Die Experten begleiteten das Präventionsprogramm im Rahmen einer ersten Evaluation gut zwei Jahre lang und verfolgten in zwei Etappen die Verhaltensänderungen bei 1.318 und 1.340 Kindern in rund 64 Kindergärten in vier bayerischen Regionen, in denen das Programm eingesetzt wurde. Das Ernährungs- und Freizeitverhalten der Kinder zu Hause wurde durch einen Elternfragebogen erfasst. Die Kinder wurden anschließend bei der Einschulung gemessen und gewogen. Ihre Neigung zu Übergewicht bestimmten die Wissenschaftler mit Hilfe des sogenannten Body-Mass-Index, zu dessen Berechnung das Gewicht und die Größe einer Person herangezogen werden. Zusätzlich wurde das Team des jeweiligen Kindergartens nach seinen Erfahrungen mit dem Programm strukturiert befragt.

 

"TigerKids" erreicht auch sozial benachteiligte Kinder

Projektleiter Professor Berthold Koletzko beschreibt dessen Nutzen so: "Etwa 97 Prozent aller Kinder in Deutschland besuchen Kindergärten und Kindertagesstätten. Dort sind also grundsätzlich alle Bevölkerungsgruppen vertreten. Besonders erfreulich ist, dass wir durch das "TigerKids"-Programm auch viele Kinder aus bildungsfernen Familien und aus Familien mit Migrationshintergrund erreichen können, bei denen die bisherigen Präventionsprogramme häufig keine Wirkung gezeigt haben." So ergab eine Befragung in Kindergärten mit hohem Migrantenanteil und in Einrichtungen mit einem hohen Anteil von Kindern aus sozial schwachen Familien der AOK in Bayern aus dem Jahr 2008, dass nach der Einführung von "TigerKids" deutlich mehr Kinder eine gesunde Pausenverpflegung mitgebracht haben als vor der Einführung des Programms. Im Rahmen der AOK-Initiative "Gesunde Kinder - gesunde Zukunft" arbeiten bereits mehr als 3.000 Kindergärten deutschlandweit mit dem Präventionsprogramm, bis Jahresende sollen es 4.000 Kindergärten sein.

Weitere Infos zum Präventionsprogramm "TigerKids" 


Zum ams-Thema 04/09