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AOK-Gesundheitsnavigator – mit einem Klick ins Info-Glück

ams-Interview: Jürgen Graalmann, AOK-Bundesverband

Jürgen Graalmann

Jürgen Graalmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes

29.09.09 (ams). Wo finde ich das für mich richtige Krankenhaus und wo am Sonntag eine Apotheke? Und für welches Medikament muss ich keine Zuzahlung leisten? Antworten auf diese und viele andere Fragen bietet die AOK mit einem neuen Auftritt im Internet: Ende September ist der neue AOK-Gesundheitsnavigator gestartet, in dem die Gesundheitskasse erstmals alle bisher allein stehenden Navigatoren und medizinischen Datenbanken des AOK-Systems miteinander verknüpft. Was genau es mit dem Navigator auf sich hat, erläutert der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, im Gespräch mit dem AOK-Medienservice (ams).

Zum Thema Gesundheit gibt es bereits etliche Suchmöglichkeiten im Internet. Wozu also ein neuer Auftritt des AOK-Gesundheitsnavigators?

Graalmann: Viele dieser unterschiedlichen Online-Hilfen finden sich schon jetzt im Internet-Auftritt der AOK. Das reicht von der Apothekensuche über Informationen zu Gesundheitsprojekten bis hin zu einer Datenbank für zuzahlungsfreie Medikamente. Diese Informationen sind für Interessierte schnell vom heimischen Computer aus zugänglich. Wer sich lieber im persönlichen Gespräch beraten lässt, kann dies darüber hinaus in einer unserer 1.300 Geschäftsstellen tun. Für beide Bereiche gilt: Das Leitbild der AOK ist der souveräne Versicherte, der mündige Patient. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, unsere Versicherten ebenso ausführlich wie fundiert rund um das Thema Gesundheit zu beraten und zu informieren. Mit dem neuen Auftritt des Gesundheitsnavigators stellt die AOK medizinisches Wissen gebündelt und übersichtlich in einem Portal all jenen zur Verfügung, die sich schnell einen Überblick über ein bestimmtes Thema verschaffen wollen. Den Arztbesuch ersetzt der Navigator aber nicht.

Was bietet der Navigator an Neuem?

Graalmann: Neu ist die erstmalige Verknüpfung aller bisher allein stehenden Navigatoren und medizinischen Datenbanken des AOK-Systems. Neu ist auch, dass wir für unseren bisher schon gut genutzten Krankenhaus-Navigator mit der Bertelsmann-Stiftung und ihrer "Weissen Liste" einen starken Partner gefunden haben. Unser Navigator bietet damit den Top-Standard der Krankenhaus-Suchmaschinen. Für alle Erkrankungen und Behandlungen finden Versicherte darin die für sie geeigneten Krankenhäuser, und sie können Kliniken miteinander vergleichen. Man braucht kein medizinisches Fachwissen, um sich im Krankenhausnavigator zurechtzufinden. Zudem enthält der Krankenhausnavigator Qualitätsberichte, die unter anderem einen Überblick über Leistungen und Versorgungsschwerpunkte oder die Zahl der Operationen im stationären Bereich und damit über die Erfahrung der Klinik bei bestimmten Eingriffen geben. Diese Berichte müssen die Krankenkassen für das Berichtsjahr 2008 jetzt im Internet veröffentlichen. Aber die AOK wird darüber hinausgehen.

Wie unterscheidet sich der AOK-Krankenhausnavigator von anderen Klinik-Suchmaschinen?

Graalmann: Der AOK-Navigator bietet im nächsten Jahr exklusiv zusätzliche Informationen über die Qualität der Krankenhäuser an. Dabei handelt es sich um Daten, die nicht nur die Ergebnisqualität während eines Krankenhausaufenthalts, sondern auch in der Zeit danach erfassen. Sie basieren auf dem Projekt "Qualitätssicherung der stationären Versorgung mit Routinedaten" (QSR), das der AOK-Bundesverband und der Klinikbetreiber Helios gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) und dem Forschungs- und Entwicklungsinstitut für das Sozial- und Gesundheitswesen Sachsen-Anhalt (Feisa) vor einigen Jahren gestartet haben. Alle darin enthaltenen Ergebnisse können Versicherte als eigene Broschüre ausdrucken und dann beispielsweise mit ihrem Arzt besprechen.

Wie wird das Internet-Angebot der AOK bisher genutzt?

Graalmann: Wir haben festgestellt, dass es einen riesigen Informationsbedarf gibt. Das zeigen zum Beispiel die Internetseiten im Pflegebereich, die täglich von bis zu 1.600 Menschen angeklickt werden, die entweder ein Pflegeheim oder einen Pflegedienst suchen.

Ist der Gesundheitsnavigator AOK-Versicherten vorbehalten?

Graalmann: Der AOK-Gesundheitsnavigator ist auf unsere Versicherten zugeschnitten. Er steht neben den 24 Millionen Versicherten der Gesundheitskasse aber auch allen Interessierten zur Verfügung. Wir haben kein Problem damit, wenn wir mit anderen Krankenkassen verglichen werden. Denn eine gute medizinische Versorgung und ein hervorragender Service sind die Herzstücke unserer Arbeit als die größte Krankenkassen-Gruppe Deutschlands. Bei der Wahl der Krankenkasse gibt es nach meiner Überzeugung vier entscheidende Kriterien: Innovative und patientenorientierte Versorgungsangebote, Prävention, ein kundenorientierter Service sowie Orientierungshilfen und verständliche Informationen für Versicherte. Das alles bieten wir in höchster Güte. Von daher scheuen wir den Wettbewerb nicht.

Sie haben eingangs unterschiedliche Angebote wie beispielsweise eine Medikamentensuche angesprochen. Birgt das nicht auch die Gefahr, dass sich Verbraucher eigene Diagnosen erstellen und zur Selbstmedikation greifen?

Graalmann: Der Gesundheitsnavigator bietet natürlich umfassende Informationen über unterschiedliche Krankheitsbilder, die verschiedenen Therapieformen und Medikamente. Klar ist aber auch, dass all diese Informationen das Gespräch mit einem Arzt nicht ersetzen können und sollen. Allerdings können sich Patienten mittels dieser Angaben auf das Arztgespräch vorbereiten und mit ihrem behandelnden Arzt das Für und Wider unterschiedlicher Therapien oder Medikationen erörtern. Zudem bietet das Portal Zugang zu Informationen über Patientenrechte oder das richtige Verhalten im Fall eines Behandlungsfehlers. Denn auch das ist ein wichtiges Anliegen der AOK. Wir bemühen uns seit Jahren um eine neue Fehlerkultur und setzen dabei auf eine Doppelstrategie: Zum einen unterstützen wir Leistungserbringer, die sich um mehr Sicherheit für ihre Patienten bemühen, zum anderen stehen wir Versicherten bei einem Verdacht auf Behandlungsfehler zur Seite. Diesen Weg werden wir weitergehen.

Zum ams-Thema 05/09