AOK erwartet für 2009 ausgeglichenes Ergebnis
Zahlreiche Sondereffekte prägen das erste Quartal
(27.05.09) Zahlreiche Sondereffekte des ersten Quartals 2009 addieren sich für die AOK zu einem vorläufigen Einnahmenüberschuss von 583 Millionen Euro. "Der tatsächlich deutlich niedrigere Überschuss wird dringend gebraucht, um den sich bereits abzeichnenden noch stärkeren Anstieg der Leistungsausgaben zu bezahlen", erklärte dazu Dr. Herbert Reichelt, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes.
Durch den guten Start in das Jahr erwarte die AOK für das gesamte Jahr insgesamt ein ausgeglichenes Finanzergebnis bei einem Gesamtvolumen von ca. 65 Milliarden Euro für 24 Millionen AOK-Versicherte. Sie müsse die Kaufkraft der Bürger daher nicht durch Zusatzbeiträge schwächen.
Als Beispiel für AOK-spezifische Sondereffekte, die das gute Ergebnis des ersten Quartals relativieren, nannte Reichelt die im ersten Quartal bilanzierten Vorauszahlungen von Versicherten, denen die AOK den Service bietet, ihre Zuzahlung von zwei Prozent ihres Einkommens oder von einem Prozent für chronisch Kranke in einer Einmalzahlung an die AOK zu leisten, um dafür für den Rest des Jahres von Zuzahlungen befreit zu sein. Dieser Eigenanteil in Höhe von 135 Millionen Euro für das gesamte Jahr 2009 mindere den Einnahmenüberschuss des
ersten Quartals deutlich.
Reichelt nannte weitere Beispiele für Sondereffekte durch den Start des Gesundheitsfonds, die im Gegensatz zu früheren Ergebnissen des ersten Jahresquartals zu ungewöhnlichen Überschüssen führen. So fließe der Steuerzuschuss an die gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr in zwei Raten im zweiten und im vierten Quartal des Jahres, sondern werde auf den Monat umgerechnet ausgezahlt. Außerdem sei durch die gleichbleibende Monatsrate aus dem Gesundheitsfonds die bisher übliche Einnahmenschwäche des ersten Quartals jetzt Geschichte geworden. Freilich werde dadurch auch das letzte Quartal des Jahres nicht mehr durch Einmalzahlungen wie das Weihnachtsgeld besonders einnahmestark ausfallen.
Nur in einem Punkt sei das erste Quartal 2009 noch mit den bisher üblichen Ergebnissen eines ersten Jahresquartals zu vergleichen: Für einen großen Teil der Leistungsausgaben seien bisher nur Abschlagszahlungen angefallen. Die konkreten und damit höheren Abrechnungsergebnisse würden die Folgequartale prägen.
Die Veränderungeraten je Mitglied des ersten Quartals j im Vorjahresvergleich:
- Ärztliche Behandlung: +11,6 Prozent
- Zahnärztliche Behandlung: +3,7 Prozent
- Zahnersatz: +3,6 Prozent
- Arznei- und Verbandmittel: +4,8 Prozent
- Heil- und Hilfsmittel: +1,8 Prozent
- Krankenhausbehandlung: +5,3 Prozent
- Krankengeld: +9,8 Prozent
- Häusliche Krankenpflege: +9,3 Prozent
- Fahrkosten: +8,3 Prozent
- Gesamt: +6,4 Prozent
(Pressemitteilung des AOK-Bundesverbandes vom 27.05.09)






