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Demenz: Neueste Ergebnisse der IDA-Versorgungsstudie vorgestellt

Bessere Struktur dringend nötig

(20.01.10) Für bessere Strukturen und mehr Koordination bei der Versorgung Demenzkranker und ihrer Angehörigen haben sich am Mittwoch (20. Januar) die Partner der Initiative Demenzversorgung in der Allgemeinmedizin (IDA) ausgesprochen. Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Herbert Reichelt, sagte bei der Vorstellung neuer Ergebnisse der IDA-Studie, die Leistungen von pflegenden Angehörigen seien in der Vergangenheit kaum gewürdigt worden. Dabei leisteten diese Menschen Enormes. Professor Elmar Holle vom Helmholtz-Zentrum in München und einer der beiden wissenschaftlichen Leiter der Studie untermauerte das mit neuen Zahlen aus der IDA-Studie: "Die tatsächlichen durchschnittlichen Kosten für die Versorgung Demenzkranker betragen pro Jahr 47.108 Euro. Die pflegenden Angehörigen erbringen Leistungen im Umfang von fast 80 Prozent dieser Kosten."

Nach Worten von Professor Elmar Gräßel von der Psychiatrischen Universitätsklinik Erlangen, ebenfalls wissenschaftlicher Leiter, hat die Auswertung gezeigt, dass die Mehrheit der Betroffenen sich von einer zugehenden Angehörigenberatung sehr unterstützt fühlt. Dr. Sonja Wunder, Studienleiterin in der AOK Bayern, machte auf Schwierigkeiten aufmerksam, auf die die IDA-Partner im Rahmen der Studie gestoßen seien: Viele Menschen wollten die Krankheit nicht wahrhaben und nähmen deswegen keine oder kaum Hilfe in Anspruch. Daher sei es umso wichtiger, die Angebote zu den Menschen zu bringen. Auch nach Ansicht von Heike von Lützau-Hohlbein von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft besteht bei der Vorsorgung Demenzkranker noch viel Verbesserungsbedarf. Dr. Andreas Penk, Vorsitzender der Geschäftsführung Pfizer Deutschland, sagte, bislang lasse sich bei vielen Demenzerkrankungen nur der Verlauf verlangsamen, eine Heilung sei nicht möglich. Die Forschung arbeite aber an der Entschlüsselung der molekularen Prozesse. Er erwarte Ergebnisse noch in diesem Jahrzehnt.

Andreas Wiegand, Geschäftsführer von Eisai, unterstützte die Forderungen aller Beteiligten nach mehr Aktivität und einer Enttabuisierung der Demenz. Er verwies darauf, dass Frankreich und Großbritannien jährlich bis zu 400 Millionen Euro ausgeben, um das Thema gesellschaftsfähig zu machen.

IDA ist ein bislang einzigartiges Modellprojekt in Deutschland. Ziel ist es, die Versorgungsqualität von Patienten mit Demenz zu verbessern sowie ihre betreuenden Angehörigen zu entlasten und zu unterstützen. Daher führten die AOK-Bayern, der AOK-Bundesverband sowie die Pharmaunternehmen Pfizer und Eisai von Juni 2005 bis Februar 2009 gemeinsam eine Versorgungsforschungsstudie durch. Evaluiert wurde das Projekt von der Psychiatrischen Universitätsklinik Erlangen und dem Helmholtz-Zentrum München. Es nahmen 390 Patienten, deren pflegende Angehörige sowie 129 Hausärzte in Mittelfranken teil.

 

Materialien zur Pressekonferenz

 

Gemeinsame Pressemitteilung

 

Ergebnisfolder

 

Statement Dr. Herbert Reichelt
Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes

 

Statement Dr. Helmut Platzer
Vorsitzender des Vorstandes der AOK Bayern

 

Abstract Prof. Dr. med. Elmar Gräßel
medizinisch-wissenschaftlicher Leiter des IDA-Projekts, Psychiatrische und Psychotherapeutische Universitätsklinik Erlangen, und Prof. Dr. Rolf Holle, Wissenschaftlicher Leiter Biometrie und Gesundheitsökonomie des IDA-Projekts, Helmholtz Zentrum München

 

Statement Heike von Lützau-Hohlbein
1. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.

 

Statement Andreas Wiegand
Geschäftsführer Eisai GmbH

 

Statement Dr. Andreas Penk
Vorsitzender der Geschäftsführung Pfizer Deutschland und President Oncology Europe

 

Publikationsliste

 

Sendefertiger Radiobeitrag (lange Version)

 

Sendefertiger Radiobeitrag (kurze Version)

 


Weitere Infos zum IDA-Projekt