Überschuss der GKV im ersten Quartal 2010 gesunken
(30.06.10) In den ersten drei Monaten 2010 haben die Krankenkassen Ausgaben von rund 43,26 Milliarden Euro verbucht. Denen standen 43,5 Milliarden Euro an Einnahmen gegenüber. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch (30. Juni) mit. In den Einnahmen seien die für das erste Quartal anteiligen Beträge des zusätzlichen Bundeszuschusses von 3,9 Milliarden Euro für konjunkturbedingte Mindereinnahmen 2010 enthalten. Ohne diesen Zuschuss, so das Ministerium, hätte die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) das erste Quartal mit 700 Millionen Euro Defzit abgeschlossen.
Den Angaben zufolge stiegen die Ausgaben je Versicherten für die ambulante ärztliche Behandlung um 4,8 Prozent, für die stationäre Behandlung um 5,3 Prozent und für Arzneimittel ohne Impfkosten um 3,9 Prozent. Dabei seien die Zuwächse für Ärzte und Krankenhäuser aus den verbesserten Vergütungen in den zwei Jahren zuvor. Bei den Medikamentenkosten sieht das Ministerium hingegen ein Zeichen für fehlenden Preiswettbewerb bei patentgeschützten Arzneimitteln. So habe das Ausgabenplus für Medikamente ohne Festbeträge bei 8,7 Prozent gelegen, während die Ausgaben im Festbetragsmarkt um 1,8 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2009 gesunken seien.
AOK-Gemeinschaft mit geringerem Plus
Der Überschuss der AOK-Gemeinschaft beträgt im ersten Quartal 2010 rund 262 Millionen Euro - nach 583 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dies sei das "Ergebnis eines guten Kostenmanagements, etwa durch die Arzneimittelrabattverträge", so der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Herbert Reichelt. Dieses Plus werde dringend gebraucht, um den sich bereits abzeichnenden weiterhin starken Anstieg der Leistungsausgaben zu finanzieren. Er appellierte daher an die Bundesregierung, die erfolgreichen Rabattverträge nicht dadurch zu behindern, dass das Sozialrecht kartellrechtlichen Vorgaben unterworfen werde.
Zum Überschuss haben auch Sondereffekte beigetragen. Hierzu zählt, dass im ersten Quartal viele Versicherten ihre Zuzahlung von zwei Prozent ihres Bruttoeinkommens - chronisch Kranke ein Prozent - als Einmalzahlung leisten. Dieser Eigenanteil von rund 125 Millionen Euro für das gesamte Jahr 2010 mindere den Einnahmeüberschuss im ersten Quartal, so Reichelt.
Ausgaben der GKV im 1. Quartal 2010 in ausgewählten Bereichen
Veränderungsrate je Versicherten gegenüber dem 1. Quartal 2009 in der GKV und der AOK:
Ärztliche Behandlung: 8,41 Milliarden Euro
GKV: + 4,8%
AOK: + 7,4 %
Zahnärztliche Behandlung: 2,20 Milliarden Euro
GKV: + 2,8 %
AOK: + 3,1 %
Zahnersatz: 0,77 Milliarden Euro
GKV: + 3,1 %
AOK: + 3,1 %
Arzneimittel: 7,99 Milliarden Euro
GKV: + 3,9 %
AOK: + 2,0 %
Hilfsmittel: 1,46 Milliarden Euro
GKV: + 2,8 %
AOK: + 3,1 %
Heilmittel: 1,02 Milliarden Euro
GKV: + 6,8 %
AOK: + 5,4 %
Krankenhaus: 14,95 Milliarden Euro
GKV: + 5,3 %
AOK: + 3,9 %
Krankengeld: 2,0 Milliarden Euro
GKV: + 9,8 %
AOK: + 4,1 %
Fahrkosten: 0,86 Milliarden Euro
GKV: + 4,5 %
AOK: + 1,2 %
Vorsorge- und Reha-Maßnahmen: 0,58 Milliarden Euro
GKV: - 3,5 %
AOK: - 2,3 %
Soziale Dienste/Prävention: 0,39 Milliarden Euro
GKV: - 22,9 %
AOK: - 40,4 %
Schwangerschaft /Mutterschaft ohne stationäre Entbindung: 0,25 Milliarden Euro
GKV: - 1,2 %
AOK: - 7,4 %
Häusliche Krankenpflege: 0,72 Milliarden Euro
GKV: + 14,1 %
AOK: + 11,8 %
Netto-Verwaltungskosten: 2,12 Milliarden Euro
GKV: + 7,5 %
AOK: + 8,8 %
(Quelle: BMG, KV-45-Zahlen, 30.06.10)






