AOK fragt nach: Unzufriedenheit mit medizinischer Versorgung nimmt zu

(30.06.22) Immer mehr Menschen in Deutschland sind im Zuge der Corona-Pandemie mit der medizinischen Versorgung unzufrieden. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Follow-up-Befragung des Forsa-Instituts im Auftrag des AOK-Bundesverbandes im Rahmen der AOK-Initiative "Stadt.Land.Gesund". Demnach sind nur noch 62 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die Gesundheitsversorgung in ihrer Region gut oder sehr gut funktioniert. Nach der ersten Corona-Welle im Sommer 2020 waren noch 78 Prozent der Befragten dieser Meinung. "Wir müssen aufpassen, dass sich dieser Trend nach unten nicht fortsetzt", warnt die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann.

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Die gleiche Umfrage hat hat zu Tage gefördert, dass Versicherte weiterhin große Hürden bei der Suche nach guten Gesundheitsinfos überwinden müssen. Den meisten Menschen in Deutschland fällt es schwer, gute Gesundheitsinformationen nicht nur zu bekommen, sondern auch angemesssen zu bewerten. So haben zwei von drei Befragten Schwierigkeiten zu beurteilen, ob Gesundheitsinformationen vertrauenswürdig sind. Davon besonders betroffen sind Personen mit schlechterem Gesundheitszustand.

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»Eine sichere stationäre Grundversorgung auch im ländlichen Raum wollen wir alle. Jetzt hat die Regierungskommission zur Klinikreform erste Empfehlungen für Pädiatrie, Kinderchirurgie und Geburtshilfe vorgelegt. Leider lässt sie die wichtige Frage der Finanzierung einfach offen. Klar muss sein: Die Vorhaltung bedarfsgerechter Kapazitäten zählt zur Daseinsvorsorge und ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, deren Finanzierung ordnungspolitisch korrekt aus Steuermitteln erfolgen muss. Angesichts der dramatischen Finanzlage der GKV darf den Beitragszahlenden diese Last nicht auch noch aufgebürdet werden.«

Dr. Susanne Wagenmann, Vorsitzende des Aufsichtsrats des AOK-Bundesverbandes (Arbeitgebervertreter)

ams-Podcast: "Wir brauchen dringend klare Strukturreformen"

Foto: Vorstand des Aufsichtsrates des AOK-Bundesverbnades - DR. Susanne Wagenmann (Arbeitegeberseite), Knut Lambertin (Versichertenseite) - stq

16.05.22 (ams). Nach etwas mehr als 100 Tagen im Amt der alternierenden Aufsichtsratsvorsitzenden des AOK-Bundesverbandes für die Arbeitgeberseite zieht Dr. Susanne Wagenmann im Podcast des AOK-Medienservice (ams) ihre Auftakt-Bilanz. Gemeinsam mit ihrem Sozialpartner von der Versichertenseite, Knut Lambertin, gibt Wagenmann eine erste Einschätzung der gesundheitspolitischen Pläne des nicht mehr ganz so neuen Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach, soweit sie zumindest vorliegen. "

Ich halte es für falsch über Beitragssatz-Erhöhungen zu diskutieren", kritisiert Wagenmann mit Blick auf entsprechende Pläne des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach zur Stabilisierung der GKV-Finanzen. Auch einen erneuten Zugriff auf die Rücklagen der Krankenkasse lehnen die AOK-Selbstverwalter ab. Es handele sich nicht um Gewinne, sondern um Rücklagen der Beitragszahler. "Es gilt weiterhin der Eigentumsvorbehalt des Grundgesetzes", unterstreicht Knut Lambertin. Beide fordern eindringlich, endlich vorhandene Effizienzreserven im Gesundheitssystem zu heben.

Ralf Breitgoff im Gespräch mit
Dr. Susanne Wagenmann und Knut Lambertin

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Selbstverwaltung im Gespräch mit Monika Lersmacher, alternierende Verwaltungsratsvorsitzende der AOK-Baden-Württemberg

"Nachhaltigkeit in die Unternehmens-DNA integrieren"

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G+G-Interview mit Klaus Kirschner, Gesundheitspolitiker und Ex-MdB für die SPD

"Krankheit und Pflege nicht dem Kommerz unterwerfen"

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Wegen GKV-Finanzreform: Gegenwind aus Südwest

Grafik: 100-Euro-Scheine (gefächert) im Anschnitt

(22.07.22) Mit deutlicher Kritik haben die Selbstverwalter der AOK-Baden-Württemberg auf den Referentenentwurf zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz (GKV-FinStG) reagiert. Die Vorschläge aus dem Bundesgesundheitsministerium böten keine langfristige Perspektive. Der vorgestellte Entwurf ziele in die völlig falsche Richtung und belaste eine die Versicherten und deren Arbeitgeber überproportional. Zudem seine die von Minister Karl Lauterbach präsentierten Maßnahmen ein Tropfen auf dem heißen Stein und ungeeignet, eine solide und nachhaltige Finanzierung sicherzustellen, monierten die beiden Verwaltungsratsvorsitzenden Monika Lersmacher (Versichertenseite) und Peer-Michael Dick (Arbeitgeberseite)

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Berufsübergreifende Zusammenarbeit stärken – Palliativkompetenzen ausbauen

Foto: Nahaufmahme von Pflegerhänden , die Patientenhand halten

(05.07.22) Hospizdienste sollten stärker in Einrichtungen der Langzeitpflege eingebunden werden, um Pflegebedürftige in der letzten Lebensphase und deren Angehörige gut begleiten zu können. Diese Schlussfolgerung zieht der AOK-Bundesverband aus dem Pflege-Report 2022, den das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) am Dienstag (5. Juli) veröffentlicht hat. Demnach verbrachte rund jeder dritte, innerhalb eines Jahres verstorbene AOK-Versicherte in einem Pflegeheim; mehr als die Hälfte davon wurde in den letzten zwölf Wochen vor dem Tod mindestens einmal in ein Krankenhaus verlegt. Eine ergänzende Befragung unter Pflegefach- und Assistenzpersonen zeigt außerdem die Diskrepanz zwischen Versorgungswunsch und -wirklichkeit.

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Intensiver Personalmangel

Foto: Blick in einen fast leeren Klinikflur mit einer Pflegerin im Hintergrund

(01.06.22) Die Lage auf den Intensivstationen in deutschen Kliniken ist besonders angespannt. Das hat der Gesundheitssystemforscher Prof. Dr. Michael Simon in einer von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Studie herausgerbeitet. Demnach fehlen auf deutschen Intensivstationen bis zu 50.000 Pflegekräfte.

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Veranstaltungshinweise

10. September 2022

IQWiG Patiententag: Wie treffe ich gute Entscheidungen für meine Gesundheit?isterium für Gesundheit

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13. Oktober 2022

medico international: Chronik eines globalen Versagens – Debatte um eine solidarische Politik in der Coronakrise

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Köpfe

 Foto: Dr. Thomas Rösel, Leitender Arzt beim Medizinischen Dienst Baden-Württemberg

... hat am 1. Juli die Position des Leitenden Arztes beim Medizinischen Dienst Baden-Württemberg übernommen. Sein Vorgänger PD Dr. Matthias Mohrmann ist am 30. Juni in den Ruhestand gegangen. Rösel ist bereits seit September 2012 in verschiedenen Funktionen im Medizinischen Dienst Baden-Württemberg tätig.

Foto: Prof. Dr. Claudia Wöhler (rechts), Vorstandsvorsitzende und Dr. Christine Adolph, stellvertretende Vorstandsvorsitzende, des Medizinische Dienst Bayern - kq

... führen künftig den Medizinischen Dienst Bayern. Wöhler (rechts im Bild) übernimmt zum 1. Januar 2023 den Vorstandsvorsitz. Adolph hat ihr Amt als neue stellvertretende Vorstandsvorsitzende bereits am 1. Juni 2022 angetreten. Der Verwaltungsrat wählte Wöhler in seiner Sitzung am 25. Mai 2022. Sie wird Nachfolgerin von Reiner Kasperbauer, der nach über 20 Jahren beim Medizinischen Dienst Bayern zum Ende des Jahres in den Ruhestand geht. Christine Adolph hatte der Verwaltungsrat bereits im Februar 2022 zur stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden gewählt. Sie folgt auf Dr. Max Peter Waser, der in den Ruhestand gegangen ist.

Die künftige Vorsitzende Claudia Wöhler ist promovierte Diplom-Volkswirtin und seit Januar 2017 Landesgeschäftsführerin der BARMER in Bayern. Adolph ist ausgebildete Anästhesistin und Intensivmedizinerin und arbeitete lange Jahre als Fachärztin am Universitätsklinikum Augsburg. Seit 2011 steht sie in Diensten des MD Bayern. Seit 2017 leitet sie den Bereich Krankenhaus für die Region Süd.

Foto: Steffen Euler, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des MD Hessen

… komplettiert das Führungsgremium des Medizinischen Dienstes Hessen. Der Verwaltungsrat wählte den 41-jährigen zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Euler übernimmt das Amt am 15. August 2022. Seit 2013 war er Verwaltungsleiter und Prokurist für das operative Management eines Berliner Krankenhauses der Akut- und Regelversorgung verantwortlich. Gemeinsam mit der Vorstandsvorsitzenden Sötkin Geitner, die bereits seit dem 01. März 2022 im Amt ist, führt Euler die Geschäfte des Medizinischen Dienstes Hessen nach den Richtlinien des Verwaltungsrats. Der Vorstand stellt den Haushaltsplan auf und vertritt den Medizinischen Dienst gerichtlich und außergerichtlich.

Foto: Yasmin Fahimi, DGB-Vorsitzende

... führt als erste Frau den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Der 22. DGB-Bundeskongress in Berlin wählte die 54-jährige Hannoveranerin mit 93,23 Prozent der Stimmen. Fahimi arbeitete 2000 bis 2013 als Gewerkschaftssekretärin bei der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie. 2014 wurde sie Generalsekretärin der SPD und wechselte zwei Jahre später als Staatssekretärin ins Bundesministerium für Arbeit und Soziales. 2017 zog die Diplomchemikerin für die SPD erstmals in den Bundestag ein und verteidigte ihr Mandat im vergangenen Herbst.

Foro: Doris Barnett, stv. Bundeswahlbeauftragte für die Sozialversicherungswahlen 2023

... ist von Bundessozialminister Hubertus Heil zur neuen stellvertretenden Bundeswahlbeauftragten für die Sozialversicherungswahlen berufen worden. Gemeinsam mit dem Bundeswahlbeauftragten Peter Weiß wird Barnett die Wahlen 2023 zu den Sozialparlamenten der deutschen Sozialversicherungsträger vorbereiten und begleiten. Die Juristin tritt die Nachfolge von Daniela Kolbe an, die nach Ihrer Wahl zur stellvertretenden Bezirksvorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Sachsen um Entbindung von ihrer bisherigen Aufgabe gebeten hatte.

AOK erweitert mit Online-Coaches ihre Angebote für die Versicherten

Mit ihren innovativen Online-Coaches bietet die AOK für besonders belastete Zielgruppen schnelle und niedrigschwellige Hilfe im Netz - interaktiv, wissenschaftlich fundiert und für jeden Interessierten nutzbar. Unter Federführung des AOK-Bundesverbandes wird das Angebot der Online-Coaches Schritt für Schritt ausgebaut.

Altersdepressionen frühzeitig erkennen und behandeln

Foto: Seniorin mit traurigem Gesuchtsausdruck blickt auf einem Sofa sitzend ins Leere

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts leidet fast jeder achte Erwachsene einmal im Laufe seines Lebens an einer depressiven Störung, innerhalb eines Jahres sind es 7,1 Prozent der Bevölkerung. Krankenkassendaten zufolge erhält sogar mehr als jede zehnte Person eine Depressionsdiagnose pro Kalenderjahr. Die AOK hilft nicht nur den eigenen Versicherten unter anderem mit dem Familiencoach Depression dem neuen Modul "Depression im Alter".

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Fragen und Antworten zur Selbstverwaltung

Die paritätische Selbstverwaltung ist ein konstitutives Element der gesetzlichen Krankenversicherung. Seit mehr als 135 Jahren übernimmt sie Aufgaben, die der Staat den Vertretern der Arbeitgeber und der Versicherten übertragen hat. Fragen und Antworten zur paritätischen Selbstverwaltung ...

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