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„Klima und Gesundheit gehören zusammen“

Drei Fragen an Sven Nobereit, Arbeitgebervertreter im Aufsichtsrat des AOK-Bundesverbandes und alternierender Verwaltungsratsvorsitzender der AOK PLUS

Foto: Sven Nobereit, Arbeitgebervertreter im Aufsichtsrat des AOK-Bundesverbandes und alternierender Verwaltungsratsvorsitzender der AOK PLUS

Sven Nobereit

08.12.21 (ams). Klimaschutz ist ein zentraler Schwerpunkt im Koalitionsvertag von SPD, Grünen und FDP. Die AOK engagiert sich schon länger aktiv für eine bessere Aufklärung über die Gesundheitsgefahren durch den Klimawandel und die Möglichkeiten, sich zu schützen. Auch bei der Entwicklung neuer Versorgungs-, Beratungs- und Präventionsangebote berücksichtigt die AOK Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Der Versorgungsreport „Klima und Gesundheit“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hat das Thema aus wissenschaftlicher Perspektive unter die Lupe genommen.

Herr Nobereit, Warum ist Klima- und Umweltschutz auch für die Gesundheitsbranche ein so zentrales Thema?

Nobereit: Klima- und Umweltveränderungen hängen direkt mit der Gesundheit des einzelnen Menschen zusammen. So breiten sich in Europa zunehmend tropische Krankheiten aus. Immer mehr Menschen sind von Allergien betroffen. Und die stark gestiegene Zahl von Tagen mit extrem hohen Temperaturen belasten gerade Ältere und Kranke enorm. Diese gesundheitlichen Folgen des Klimawandels nehmen wir stärker in den Blick und übernehmen damit Verantwortung für unsere Versicherten. Als Gesundheitskasse sind wir immer auch auf die Zukunft ausgerichtet, dabei haben wir die Gesundheit sowohl der heutigen als auch der kommenden Generationen im Blick.
 

Was tut die AOK konkret für ihre Versicherten?

Nobereit: Nehmen wir den Bereich der Prävention, in dem die AOK traditionell stark ist. Mit der bundesweiten Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ motivieren wir zum Beispiel schon seit mehr als 20 Jahren unsere Versicherten, ihre Mobilität zu verändern und mehr Bewegung in ihren Alltag zu bringen. Das nützt sowohl der Gesundheit als auch der Umwelt. Allein in diesem Jahr haben die Teilnehmer der Aktion über 6.600 Tonnen CO2 eingespart. Auch das AOK-Präventionsangebot für Kita-Kinder, JolinchenKids, vermittelt Nachhaltigkeit: Gesunde Ernährung mit regionalen Lebensmitteln wird hier den Kleinsten nahegebracht. In den AOK-Gesundheitskursen zur Ernährung weisen Beraterinnen und Berater ebenfalls auf regionale Erzeugnisse hin. Schließlich trägt die verstärkte Nutzung von Online-Angeboten zur Ressourcenschonung bei, spart sie doch uns und den Versicherten eine Menge Papierkram.

Welche Anstrengungen unternimmt die AOK als Unternehmen in punkto Nachhaltigkeit und Klimaschutz?

Nobereit: Die AOK hat damit begonnen, sich als große gesetzliche Kassenart nachhaltiger auszurichten. Dazu wird der sogenannte CO2-Fußabdruck genauer bemessen, um ihn weiter zu reduzieren. Zum Beispiel durch das Anpassen der Energieversorgung und des Fuhrparks, den steigenden Einsatz von Recyclingpapier oder das Umstellen auf nachhaltige Give-aways. Eine Idee aus der Belegschaft konnten wir bei der AOK PLUS aufgreifen: Alte Banner werden zu Taschen verarbeitet, bestes Upcycling und ressourcenschonendes Wiederverwerten. Hier schließt sich auch der Kreis zu meiner Funktion als Arbeitgebervertreter im Aufsichtsrat – Ressourcen zu schonen, verbindet für mich Umwelt-, Klima- und Gesundheitsschutz mit dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit. Als Verwaltungsrat unterstütze ich genau diese Ausrichtung der AOK.


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