2. Preis : Trägerverbund Demenz im Kreis Minden-Lübbecke

Berliner Gesundheitspreis 2006/07, Kategorie 2

Wer Menschen mit Demenz pflegt, ist physisch und psychisch oft ausgelaugt. Ein Unterstützungsnetzwerk im Kreis Minden-Lübbecke hilft Angehörigen rechtzeitig. Der Paritätische Verein für freie Sozialarbeit und das Diakonische Werk Minden bieten Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen im ostwestfälischen Kreis Minden-Lübbecke ein ambulantes Sorgenetzwerk an. Als Trägerbund Demenz unterhalten sie mittlerweile fünf über den Kreis verteilte Anlaufstellen für die individuelle Beratung. Diese werben auch freiwillige Helfer an, koordinieren deren Einsatz und organisieren Schulungen.

Fast täglich wenden sich Angehörige oder Ärzte von an Demenz Erkrankten an das Sorgenetzwerk. Jeder vierte von geschätzten 1.200 Demenz-Neuerkrankungen im Kreis kommt in Kontakt zum Trägerverbund und an Informationen über individuelle Hilfen. Eine zentrale 0180er-Rufnummer ist von 9 bis 15 Uhr besetzt und der wichtigste Zugang zum Sorgenetzwerk.

Das Angebot von psychosozialer Unterstützung und Entlastung wurde von 2003 bis 2006 durch zwei Modellprojekte der Stiftung Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen, das Vernetzungsprojekt "HilDe - Hilfen bei Demenz" und das Beratungsprojekt "Vergissmeinnicht", stark ausgebaut. Ziele waren neben der Entlastung der pflegenden Angehörigen und dem damit verbundenen Erhalt der ambulanten familiäre Sorge die Belastungsprävention durch gezielte Aufklärungsgespräche mit den pflegenden Angehörigen sowie die Entwicklung neuer Kooperationsformen zwischen Hausärzten und psychosozialer Beratung und Unterstützung.

Ein vom Kreis engagierter Mediziner entwickelte in Zusammenarbeit mit Hausärzten, Neurologen und Ärzten aus psychiatrischen Kliniken innerhalb von sieben Monaten als Arbeitshilfen für die Hausarztpraxen einen Leitfaden für die Diagnostik und Weiterleitung und einen Überleitungsbogen in die psychosoziale Unterstützung. Zusammen mit Alzheimer-Selbsthilfegruppen wurden außerdem die Vernetzung und Kooperation von Betroffenen und Ärzten verbessert. Erarbeitet und folgreich erprobt wurde auch ein Fragebogen zur Behandlung von Menschen mit Demenz im Allgemeinkrankenhaus.

Das Sorge-Netzwerk und seine Angebote werden seit dem Ende der Projektfinanzierung durch die Stftung Wohlfahrtspflege NRW im Oktober 2006 in unterschiedlicher Kostenträgerschaft weitergeführt.

Kontakt:

Jürgen Generotzky
Trägerverbund Demenz im Kreis Minden-Lübbecke
HilDe-Hilfen bei Demenz
Simeonstr. 17/19, 32423 Minden
Tel.: 01804 - 45 33 00
E-Mail-Kontakt


Berliner Gesundheitspreis 2006/07