AOK-Curaplan Herz Plus

AOK Nordost

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Wer sind die Träger des Projekts?

Das Konzept des Programms "AOK-Curaplan Herz Plus" wurde 2009 entwickelt von der Gesellschaft für Patientenhilfe (DGP), dem Unfallkrankenhaus Berlin, der Charité-Universitätsmedizin Berlin, der Ludwigs-Maximilians-Universität München und dem Klinikum Augsburg. Seit 2006 besteht ein Integrierter Versorgungsvertrag nach den §§ 140 ff. SGB V mit der AOK Nordost, an dem von Beginn an das Unfallkrankenhaus Berlin sowie niedergelassene Hausärzte und Kardiologen beteiligt waren.

Welchem Problem in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen widmet sich das Projekt?

Bei der Versorgung von Versicherten mit chronischer Herzinsuffizienz gibt es durch die Trennung der Sektoren und die unterschiedlichen Leistungserbringer Defizite. Wie gut Haus- und Fachärzte erreichbar sind, unterscheidet sich außerdem zwischen den Regionen sehr stark - vor allem in ländlichen Regionen ist das Versorgungsnetz dünner. "AOK-Curaplan Herz Plus" ermöglicht chronisch herzkranken Versicherten eine hochwertige spezialisierte Versorgung - egal, ob sie in der Stadt oder auf dem Land leben. Insbesondere im ländlichen Raum gibt es nicht ausreichend in der Nähe verfügbare Versorgungsangebote für in der Mobilität eingeschränkte Patienten mit Herzinsuffizienz. Diese Lücke kann unter anderem mit Telemedizin verringert werden. Dass dieses Konzept funktioniert, hat "AOK-Curaplan Herz Plus" bereits bewiesen. So hat eine unabhängige wissenschaftliche Studie der Universitätsmedizin Greifswald bereits 2013 gezeigt: Herzschwache Patienten können länger leben mit "AOK-Curaplan Herz Plus".

Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?

Die chronische Herzinsuffizienz ist eine Krankheit, die Leben und Lebensqualität bedroht. Bei älteren Patienten ist die Herzinsuffizienz der häufigste Beratungsanlass in der Allgemeinpraxis. Für einen Patienten mit Herzinsuffizienz ist es ein einschneidendes Erlebnis, wenn er nachts mit stärkster Atemnot erwacht und den Notarzt rufen muss. Ziel des Versorgungsprogramms ist es daher, der Verschlechterung der Erkrankung vorzubeugen bzw. die Verschlechterung so frühzeitig zu erkennen, dass die Patienten noch in der regulären ambulanten Versorgung stabilisiert und belastende Krankenhausbehandlungen vermieden werden können.

Die wesentlichen Versorgungselemente des Gesundheitsprogramms sind:

  1. Schulung und Beratung zum alltäglichen Leben mit einer Herzschwäche zur Stärkung des Selbstmanagements der Patienten
  2. Telemetrisches Monitoring von Zeichen und Beschwerden der Herzschwäche zur Früherkennung einer Verschlechterung mittels Waage und Monitor mit Sprachinterface
  3. Informationstechnische Vernetzung der an der Behandlung Beteiligten, insbesondere mit den ambulant behandelnden Ärzten

Was haben die Versicherten davon?

Erfahrenes medizinisches Fachpersonal berät und betreut die Versicherten individuell am Telefon zu ihrer Herzerkrankung,
das heißt sie werden regelmäßig über Themen, die für sie und ihre Gesundheit wichtig sind, informiert (zum Beispiel zu Ernährung, Bewegung oder Vitalwerten). Sie werden an wichtige Punkte der Therapie wie Arztbesuche, Medikamenteneinnahmen und Gewichtskontrollen erinnert. Notfalleinweisungen und häufige Krankenhausaufenthalte aufgrund einer Herzschwäche werden durch eine aktive Teilnahme an "AOK-Curaplan Herz Plus" verringert oder vermieden, die Lebensqualität der Patienten wird damit gesteigert.

Was ist die Aufgabe der AOK in dem Projekt?

Die AOK Nordost ist Vertragspartner im Versorgungsvertrag. Sie übernimmt das gesamte Vertragsmanagement: Teilnehmerverwaltung, Vergütung, Vertragsanpassungen, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation sowie Durchführung des Lenkungsgremiums. Darüber hinaus wird das Programm durch die AOK Nordost kontinuierlich weiterentwickelt und inhaltlich angepasst, zum Beispiel hinsichtlich der Ansprache geeigneter Versicherter, die von der besonderen Versorgung profitieren. Das Programm wird stetig bewertet und evaluiert. Hierfür stellt die AOK Nordost entweder Daten zur Evaluation zur Verfügung (siehe Evaluation durch die Universitätsmedizin Greifswald) oder führt eigenständig Evaluationen durch.

Wo wird das Projekt aktuell umgesetzt?

Berlin/Brandenburg

Wie viele Beteiligte (Versicherte/Ärzte/Fachkräfte …) gibt es aktuell? Wie viele könnten in der Zukunft erreicht/eingebunden werden?

7.757 (Stichtag 01.01.2019) Alle Versicherten, die grundsätzlich von dem Versorgungsprogramm profitieren können, werden auf eine Teilnahme angesprochen.Das Projekt ist übertragbar auf andere Regionen.

Seit wann, und gegebenenfalls bis wann, läuft das Projekt?

Seit 8/2006, unbefristet
 

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