ARMIN - Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen - Modellvorhaben zur Optimierung der Arzneimittelversorgung

AOK PLUS

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Wer sind die Träger des Projekts?

Ein Projekt der AOK PLUS, in Kooperation mit den Kassenärztlichen Vereinigungen Sachsen und Thüringen, dem Sächsischen Apothekerverband e. V. und dem Thüringer Apothekerverband e. V.

Welchem Problem in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen widmet sich das Projekt?

Vor allem ältere Patienten nehmen häufig fünf oder mehr Arzneimittel - da verliert man schnell den Überblick, Dosierungen sind falsch, Einnahmen werden vergessen. So können gefährliche Wechselwirkungen und Unverträglichkeiten entstehen. Die Folgen sind zusätzliche Beschwerden oder Komplikationen, die mitunter einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen.

Vor dem Hintergrund, dass insbesondere in den ländlichen Regionen Sachsens und Thüringens der Altersdurchschnitt von Ärzten und Apothekeninhabern hoch ist und in den nächsten Jahren vergleichsweise viele von ihnen in den Ruhestand gehen, wird sich die Versorgung der auch im Vergleich zu den Ballungszentren älteren und multimorbideren Bevölkerung auf weniger Leistungserbringer verteilen. ARMIN leistet hier einen Beitrag, die digital unterstützte Zusammenarbeit von Ärzten und Apotheken zu intensivieren und knapper werdende Zeitressourcen effizienter auszunutzen.

Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?

Das Projekt adressiert die wohnortnahe hausärztliche Versorgung und Arzneimittelversorgung. Insbesondere im ländlichen Raum unterstützt und stärkt es die Zusammenarbeit zwischen Hausarzt und (Haus-)Apotheke, die überwiegend die ersten Ansprechpartner für gesundheitliche Fragen der Versicherten sind. Im Rahmen des ARMIN-Medikationsmanagements erheben die Apotheken die Gesamtmedikation der zu betreuenden Versicherten, leiten Maßnahmen zur Verbesserung der Arzneimitteltherapie ab und schaffen die Voraussetzung dafür, dass die mitbetreuenden Hausärzte effizienter Therapieentscheidungen treffen können. Die Therapietreue des Patienten wird durch individuelle Maßnahmen erhöht. Dazu stimmen sich der betreuende Arzt und die betreuende Apotheke online und IT-gestützt im Medikationsplan ab. Bei stationären Aufenthalten (zum Beispiel geplante Operation, Reha-Maßnahme) werden die Klinikärzte mit dem aktuellen Medikationsplan umfassend über die Arzneimitteltherapie informiert.

Alle Module von ARMIN sind darauf ausgerichtet, die Arzneimitteltherapie zu optimieren und Risiken bei der Medikamenteneinnahme zu senken. Durch die Optimierung von Arzneimitteltherapien können unter anderem Folgekosten durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen reduziert werden.

Was haben die Versicherten davon?

Durch die verstärkte Zusammenarbeit von Arzt und Apotheker hat der Versicherte eine größere Sicherheit bezüglich seiner Therapie und Medikation. Durch die Reduktion von Multimedikation erleidet er weniger Nebenwirkungen. Wechselwirkungen und daraus resultierende Krankenhausaufenthalte werden vermindert. Durch die Verbesserung der Compliance wird die Therapie des Versicherten optimiert und die Symptome werden besser kontrolliert. Es wird explizit „sprechende Medizin“ vergütet, Arzt und Apotheker nehmen sich deutlich mehr Zeit als gewöhnlich.

Was ist die Aufgabe der AOK in dem Projekt?

  • Federführung der Vertragsumsetzung des zu Grunde liegenden Modellvertrages nach § 63 SGB V
  • Finanzierung
  • Etablierung der Projektstruktur
  • Koordination und Monitoring der Projektstruktur und Vertragsumsetzung
  • Initiierung der externen wissenschaftlichen Evaluation

Wo wird das Projekt aktuell umgesetzt?

Sachsen, Thüringen

Wie viele Beteiligte (Versicherte/Ärzte/Fachkräfte …) gibt es aktuell? Wie viele könnten in der Zukunft erreicht/eingebunden werden?

4.000 Versicherte bei aktuell 170 von circa 550 teilnehmenden Ärzten und etwa 300 von rund 970 Apotheken, die mit dem Medikationsplanserver datenschutzgerecht Medikationspläne elektronisch austauschen können.

Seit wann, und gegebenenfalls bis wann, läuft das Projekt?

04/2014 - 03/2022
 

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