Förderung der ambulanten ärztlichen Versorgung

AOK PLUS

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Wer sind die Träger des Projekts?

Kassenärztliche Vereinigung Thüringen und Freistaat Thüringen

Welchem Problem in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen widmet sich das Projekt?

Eine wohnortnahe, flächendeckende Versorgung sicherzustellen, ist eine große Herausforderung. Besonders in ländlichen Regionen gibt es immer mehr offene Hausarztstellen, die kaum nachbesetzt werden können. So liegt das Durchschnittsalter der Thüringer Hausärzte bei rund 54 Jahren. Hinzu kommen ein steigender Anteil an Ärzten in Teilzeit und sinkende Absolventenzahlen.

Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?

Um das Problem zu lösen, gründeten der Freistaat Thüringen und die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen 2009 die Stiftung zur Förderung der ambulanten ärztlichen Versorgung. Mit dem Ziel, junge Mediziner für eine Tätigkeit im eher ländlich geprägten Raum zu begeistern und langfristig an das Land Thüringen zu binden, stehen verschiedene Fördermaßnahmen zur Verfügung:

Weiterbildung (Thüringen-Stipendium)

  • monatliche Förderung (60 Monate): 250 Euro
  • Bedingung: Absolvierung der Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin, Allgemeinmedizin oder für Augenheilkunde in Thüringen und die Verpflichtung, sich anschließend in Thüringen niederzulassen.

Förderung der Famulatur

  • monatliche Förderung (zwei Monate je Famulatur): 250 Euro
  • Bedingung: Gefördert werden die Famulatur-Abschnitte, die in Thüringen absolviert werden.

Förderung des allgemeinmedizinischen Wahl-Tertials des Praktischen Jahres (PJ)

  • monatliche Förderung: 250 Euro, maximal 1.000 Euro für die gesamte Dauer
  • Bedingung: Das PJ wird in einer allgemeinmedizinischen Praxis in Gemeinden mit weniger als 25.000 Einwohnern absolviert.

Unterstützung/Förderung bei der Praxisgründung (sogenannte Stiftungs-Praxen)

Zahlreiche junge Mediziner scheuen heutzutage den Gang in die Selbstständigkeit aus verschiedenen Gründen. Genau hier setzt die Idee an. Die Praxen werden eingerichtet und sind auf dem neuesten Stand ausgestattet. Die Stiftungspraxen bringen für Berufseinsteiger und/oder niederlassungswillige Ärzte und Ärztinnen viele Vorteile mit sich.

Was haben die Versicherten davon?

Insbesondere für Versicherte im ländlichen Raum steigt durch die Fördermaßnahmen die Wahrscheinlichkeit, dass sich neue Ärzte in der Region niederlassen oder anstellen lassen und damit der ambulanten Versorgung der Bevölkerung mit haus- und fachärztlichem Schwerpunkt zur Verfügung stehen. Steigt die Anzahl der niedergelassenen Ärzte wieder, könnten sich für Versicherte auch Fahrtwege und Wartezeiten in Arztpraxen verkürzen. Zudem würde sich das Sicherheitsgefühl hinsichtlich der medizinischen Versorgung positiv verändern, und die Attraktivität der Region würde gesteigert.

Was ist die Aufgabe der AOK in dem Projekt?

Zustifter mit Zweckbindung für das Thüringen-Stipendium

Wo wird das Projekt aktuell umgesetzt?

Freistaat Thüringen

Wie viele Beteiligte (Versicherte/Ärzte/Fachkräfte …) gibt es aktuell? Wie viele könnten in der Zukunft erreicht/eingebunden werden?

Thüringen-Stipendium:

  • Vergabe von insgesamt 236 Thüringen-Stipendien mit einer Gesamtförderung von 2.296.70 Euro
  • 93 ehemalige Stipendiaten haben sich mit Erhalt der Facharztanerkennung in Thüringen niedergelassen

Famulatur:

  • Bewilligung von insgesamt 465 Anträgen (2014 - 2017) mit einer Gesamtförderung von 116.125 Euro

Praktisches Jahr:

  • Bewilligung von insgesamt 12 Anträgen (2015 - 2017) mit einer Gesamtförderung von 10.500 Euro

Ergebnisse durch Unterstützung der AOK PLUS:

  • 44 geförderte Ärzte in Weiterbildung durch AOK PLUS-Zuwendungen (13 bereits in der Versorgung angekommen)

Seit wann, und gegebenenfalls bis wann, läuft das Projekt?

07/2009 - laufend
 

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