Konzeption Medizinische Fachpflegekraft in stationären Einrichtungen der Altenhilfe (MFP)

AOK Baden-Württemberg

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Wer sind die Träger des Projekts?

  • AOK Baden-Württemberg,
  • Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg,
  • DRK Heilbronn (Andreas Haupt)

Welchem Problem in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen widmet sich das Projekt?

Die medizinische Versorgung von Menschen, die in stationären Einrichtungen der Altenhilfe leben, ist - vor allem in ländlichen Regionen - eine große Herausforderung. So kommt es häufig zu vermeidbaren hausärztlichen Besuchen oder gar notärztlichen Behandlungen, die sowohl personelle als auch finanzielle Ressourcen beanspruchen. Durch Engpässe in der ärztlichen Versorgung kann es zudem zu unnötigen Krankenhausaufenthalten kommen, die insbesondere für Menschen mit Demenz eine starke Belastung darstellen. Indem die Ärzte ihre Aufgaben teilweise an kompetente und speziell ausgebildete Pflegefachkräfte delegieren, lassen sich unnötige gesundheitliche und auch finanzielle Belastungen vermeiden.

Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?

Pflegefachkräfte mit Zusatzausbildung (zum Beispiel Wundmanagement, Gerontopsychiatrie), die in einer stationären Einrichtung der Altenhilfe tätig sind, bilden sich zu medizinischen Fachpflegekräften (MFP) fort. Diese hochqualifizierten Pflegefachkräfte sind in der Lage, ärztliche Tätigkeiten nach Delegation durchzuführen und die Zusammenarbeit ärztlicher und pflegerischer Versorgung zu koordinieren. Ziel des Projekts ist es, die gesundheitliche Versorgung von Bewohnerinnen und Bewohnern stationärer Einrichtungen der Altenhilfe zu verbessern, indem Hausärzte und Pflegekräfte koordiniert zusammenarbeiten. Basis der MFP-Konzeption ist die Qualifikation der Pflegefachkräfte nach einem erweiterten VERAH-Konzept sowie die Delegation ärztlicher Tätigkeiten in einem dafür noch zu entwickelnden digitalen Informationssystem.

Was haben die Versicherten davon?

Hochqualifizierte MFP sind in der Lage, Veränderungen im Gesundheitszustand schnell zu erkennen. Indem der Arzt die Behandlung delegiert, kann die Behandlung schneller erfolgen. Komplikationen und daraus eventuell resultierende Krankenhausaufenthalte lassen sich so vermeiden beziehungsweise verringern.

Was ist die Aufgabe der AOK in dem Projekt?

Leitung des Modellprojekts

Wo wird das Projekt aktuell umgesetzt?

Das Modellprojekt befindet sich noch in der Aufbauphase, es soll später flächendeckend in Baden-Württemberg umgesetzt werden.

Wie viele Beteiligte (Versicherte/Ärzte/Fachkräfte …) gibt es aktuell? Wie viele könnten in der Zukunft erreicht/eingebunden werden?

Am Modellprojekt werden zunächst etwa 400 bis 600 Versicherte teilnehmen. Bei Erfolg kann das Projekt potenziell auf alle Versicherten in Baden-Württemberg ausgedehnt werden, die in einer stationären Einrichtung der Altenhilfe versorgt werden.

Seit wann, und gegebenenfalls bis wann, läuft das Projekt?

Das Projekt befindet sich noch in der Entwicklungsphase


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