Lesedauer: 2.30 Minuten

Rückschlag für Impfstoff-Studie von EU-Vertragspartner AstraZeneca

EU-Ticker

Zytostatika-Zubereitung - stq

14.09.20 (ams). Nach der Erkrankung einer Testperson hat der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca die klinische Testphase für seinen möglichen Covid-19-Impfstoff vorsorglich unterbrochen. Vorstandschef Pascal Soriot zeigte sich zuversichtlich, dass die Studie fortgesetzt werden könne. Dann sei noch vor Jahresende klar, ob der Impfstoff vor dem Virus schütze. "Die Unterbrechung zeigt, dass die Behörden in Europa und die Unternehmen vorsichtig vorgehen und keine unnötigen Risiken bei der Entwicklung des Impfstoffs eingehen", sagte der Europaparlamentarier und Arzt Peter Liese (CDU) dem AOK-Magazin "Gesundheit und Gesellschaft" (G+G). AstraZeneca ist das erste Unternehmen, mit dem die EU-Kommission einen festen Impfstoff-Liefervertrag abgeschlossen hat. Nach Angaben von EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sind außerdem die Verträge mit den Pharmaunternehmen Sanofi, Johnson & Johnson, CureVac und Moderna unterschriftsreif. Nach Mitteilung der EU-Kommission wurden am 9. September auch die Vorgespräche mit dem deutschen Pharmaunternehmen BioNTech und dessen US-Partner Pfizer erfolgreich abgeschlossen. Nach der ebenfalls am 9. September bekanntgegebenen Genehmigung durch das Paul-Ehrlich-Institut dürfen die beiden Unternehmen mit der klinischen Phase-II-III-Prüfung eines Covid-19-Impfstoffs in Deutschland beginnen.

Budget für Impfstoff-Vorsorge wird aufgestockt

14.09.20 (ams). Die EU-Gesundheitsminister haben in einer Videokonferenz über das weitere gemeinsame Vorgehen bei der Impfstoff-Vorsorge und einheitliche Vorgaben für Corona-Tests und Quarantänezeiten beim Reiseverkehr innerhalb der Union beraten. Nach Angaben des amtierenden Ratsvorsitzenden, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, haben sich die Ressortchefs auf eine generelle Quarantäne von mindestens zehn Tagen bei der Einreise aus einem Risikogebiet verständigt. Der Rat beschloss zudem die Aufstockung des EU-Budgets zur Impfstoff-Versorgung um 750 Millionen Euro. Bisher seien für Verträge mit Impfstoff-Herstellern 2,15 Milliarden Euro im EU-Haushalt reserviert, sagte Spahn nach der Konferenz. Es gehe darum, verschiedene Anbieter, Technologien und Zeitpläne im Portfolio zu haben. "Fest steht: Wir wollen für alle 27 Länder einen gleichberechtigten Zugang zum selben Zeitpunkt und auch fair verteilt. Dafür garantieren wir schon heute den Firmen einen Preis und eine Vorabfinanzierung für Produktion und Entwicklung", unterstrich der deutsche Gesundheitsminister. Als Vorlage für den Ministerrat stellte die EU-Kommission ein Konzept für ein koordiniertes Vorgehen bei Corona-Tests und Entscheidungen über Reisebeschränkungen vor. Danach sollen die Mitgliedstaaten ihre Test-Daten wöchentlich an das "Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten" (ECDC) weiterleiten. Das ECDC soll dann wöchentlich eine aktuelle Karte mit farblich gekennzeichneten Risikostufen veröffentlichen.

Pharmakonzerne verpflichten sich zu Corona-Forschungsstandards

14.09.20 (ams). Neun führende westliche Pharmakonzerne haben sich in einer gemeinsamen Erklärung dazu verpflichtet, bei der Entwicklung von Corona-Impfstoffen und bei klinischen Studien hohe ethische und wissenschaftliche Standards einzuhalten. Der Sicherheit und dem Wohlbefinden von geimpften Personen müsse oberste Priorität eingeräumt werden, heißt es in dem Papier. „Eine Zulassung oder Notfallgenehmigung für einen Impfstoff wollen die beteiligten Firmen erst dann beantragen, wenn Sicherheit und Wirksamkeit durch eine klinische Phase-3-Studie gemäß den Vorgaben der US-amerikanischen ‚Food and Drug Administration’ (FDA) nachgewiesen sind“, erläutert der AOK-Europaexperte Evert Jan van Lente. Nach seiner Einschätzung geht es den Unternehmen nicht zuletzt darum, „sich in einer angespannten Wettbewerbssituation gemeinsam gegen politischen Druck bei der Impfstoff-Entwicklung abzusichern“. Dem Bündnis gehören die Firmen AstraZeneca, GlaxoSmithKline, Johnson & Johnson, Merck & Co., Moderna, Novavax, Sanofi sowie die Mainzer Firma BioNTech und ihr US-Partner Pfizer an.

Bürger-Vorschläge sollen in EU-Forschungsprogramm einfließen

14.09.20 (ams). Die Europäische Kommission hat alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, ihre Ideen für die künftigen Schwerpunkte der Forschungsförderung einzubringen. "Konkret geht es dabei um Ideen für neue EU-Initiativen, um den Klimawandel zu bewältigen, den Krebs zu bekämpfen, grüne Städte zu bauen und Ozeane und Böden gesünder zu machen", heißt es in dem Aufruf der EU-Kommissarin für Innovation und Forschung, Mariya Gabriel. Die Ideen sollen in neue Förderformen innerhalb des Forschungsprogramms „Horizon Europe“ einfließen.


Zum ams-Politik 09/20