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EU-Kommission will vier Milliarden Euro in die Krebsbekämpfung investieren

EU-Ticker

Foto:  Pharmazeut mit Kopf -, Mund- und Nasenschutz bei der Zubereitung eines Krebsmedikamentes

18.02.21 (ams). Die EU-Kommission hat Anfang Februar Einzelheiten ihres bereits vor einem Jahr angekündigten Plans zur Krebsbekämpfung vorgestellt. Gestützt auf neue Technologien und Forschungsmethoden soll die Behandlung von Krebserkrankungen sowie die Qualität der Vorsorge und die Nachsorge für Betroffene in allen EU-Ländern deutlich verbessert werden. Bis 2025 sollen EU-weit 90 Prozent der in Frage kommenden Personen eine Brustkrebs-, Gebärmutterhalskrebs- und Darmkrebs-Früherkennung angeboten bekommen und 90 Prozent der Betroffenen Zugang zu nationalen onkologischen Spitzenzentren erhalten. Mit der Initiative „Hilfe für Kinder mit Krebs“ soll insbesondere die Früherkennung, Diagnose, Behandlung und Versorgung junger Patienten verbessert werden.

"Europas Plan gegen den Krebs" ist nach Darstellung der Kommission eine der tragenden Säulen der geplanten Gesundheitsunion und soll eng mit der EU-Pharmastrategie verflochten werden. Das Konzept sieht in den Kernbereichen Investitionen im Umfang von rund vier Milliarden Euro vor und soll in allen Politikbereichen der EU verankert werden. Teil des Plans sind auch Projekte für gesunde Ernährung und gegen den Tabak- und Alkoholkonsum.

2020 wurde nach Angaben der Kommission bei 2,7 Millionen Menschen in der EU Krebs diagnostiziert. Weitere 1,3 Millionen Menschen seien an einer Krebserkrankung gestorben. "Wenn wir jetzt nicht entschlossen handeln, wird es bis 2035 rund 24 Prozent mehr Krebsfälle geben, womit die Krankheit zur häufigsten Todesursache in der EU avancieren könnte", sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Zudem sei die Covid-19-Pandemie nicht ohne gravierende Folgen für die Krebsversorgung geblieben: „Behandlungen wurden abgebrochen, Diagnosen und Impfungen haben sich verzögert und der Zugang zu Arzneimitteln wurde behindert.“

WHO und EU unterstützen Impfprogramme in Osteuropa

18.02.21 (ams). Mit 40 Millionen Euro wollen die EU und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Impfprogramme in Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, der Republik Moldau und der Ukraine unterstützen. Mit dem Geld sollen nach Angaben der EU-Kommission die regionalen Vorbereitungen für Covid-19-Schutzimpfungen finanziert werden. Die Hilfe umfasst unter anderem logistische Unterstützung für das Management der Impfstofflieferkette und die Schulung medizinischen Personals sowie die Überwachung von Impfdaten und -sicherheit. Die Impfstoffe selbst erhalten die Länder der „östlichen Partnerschaft“ unter anderem über die weltweite Impfinitiative Covax sowie einzelne EU-Mitgliedstaaten. Die genannten Länder haben über ein übergeordnetes Hilfsprogramm von EU und WHO bereits mehr als elf Millionen persönliche Schutzausrüstungen, 12.000 Laborkits, über 1.500 Beatmungsgeräte und andere Medizintechnik sowie mehr als 20.000 PCR-Testkits erhalten. Für das internationale Corona-Impfprogramm Covax stellt die EU nach Darstellung der EU-Kommission mehr als 850 Millionen Euro zur Verfügung, davon 500 Millionen aus dem laufenden Haushalt der Union. Bis Ende 2021 sollen über das Programm 92 Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen 1,3 Milliarden Impfstoffdosen erhalten.

Pharmaunternehmen muss Preise für Krebsmedikamente senken

18.02.21 (ams). Das südafrikanische Pharmaunternehmen Aspen muss seine Preise für sechs unentbehrliche Krebsmedikamente in Europa für die Dauer von zehn Jahren um durchschnittlich 73 Prozent senken. Das ist das Ergebnis eines Kartellverfahrens, dass die EU-Kommission im Mai 2017 wegen "missbräuchlicher Preisbildungspraktiken" bei einer marktbeherrschenden Position gegen das Unternehmen angestrengt hatte. Die patentfreien Aspen-Medikamente sind nach Angaben der Kommission unerlässlich für die Behandlung bestimmter schwerer Formen von Blutkrebs (Myelom und Leukämie). "Von diesen Medikamenten hängt die Behandlung vieler Patienten, unter anderem auch von Kleinkindern, ab", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am 10. Februar. Der Konzern hatte nach Angaben Vestagers 2012 damit begonnen, die Preise für die von anderen Unternehmen erworbenen und seit 50 Jahren patentfreien Medikamente schrittweise zu erhöhen. "Die Preise von Aspen lagen selbst nach Berücksichtigung einer angemessenen Rendite durchschnittlich um fast dreihundert Prozent über den relevanten Kosten, wobei der Überschuss von Produkt zu Produkt und von Land zu Land unterschiedlich groß ausfiel", kritisierte Vestager. Aspen habe die Preise durchsetzen können, „weil Patienten sowie Ärztinnen und Ärzten in den meisten Fällen keine geeigneten Alternativprodukte zu diesen speziellen Krebsarzneimitteln zur Verfügung standen“. Auf Gegenmaßnahmen von nationalen Gesundheitsbehörden hatte das Unternehmen mit der Drohung reagiert, seine Präparate vom jeweiligen Markt zu nehmen.


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