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Über 200.000 Dosen von Covid-19-Medikament

EU-Ticker

Foto: Drei Europa-Flaggen im Wind

06.08.21 (ams). 16 EU-Staaten, darunter Deutschland, beteiligen sich an einem Vertrag mit dem Pharmaunternehmen Glaxo-Smith-Kline über den Kauf von bis 220.000 Behandlungen mit dem monoklonalen Antikörper Sotrovimab. Das Medikament sei in Zusammenarbeit mit VIR Biotechnology entwickelt worden und durchlaufe derzeit eine fortlaufende Prüfung bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), teilte die EU-Kommission Ende Juli mit. Sotrovimab könne zur Behandlung von Coronavirus-Patienten mit leichten Symptomen eingesetzt werden, "die keinen zusätzlichen Sauerstoff benötigen, aber ein hohes Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung haben". Laut Rahmenvertrag können die Mitgliedstaaten das Arzneimittel bei Bedarf erwerben, "sobald es entweder in dem betreffenden Mitgliedstaat eine Notfallgenehmigung oder eine bedingte Marktzulassung der EMA erhalten hat". Nach Angaben von EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides handelt es sich um den zweiten Rahmenvertrag, der Corona-Patienten die Behandlung mit monoklonalen Antikörpern ermögliche. "Neben Impfstoffen werden sichere und wirksame Therapeutika eine zentrale Rolle bei der Rückkehr Europas zu einer neuen Normalität spielen", betonte Kyriakides.

Weltweit führend beim Export von Covid-19-Impfstoffen

06.08.21 (ams). Europas Pharmaindustrie hat nach Darstellung von EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton bisher mehr als eine Milliarde Covid-19-Impstoffdosen produziert und den Kontinent damit zum weltweit führenden Exporteur von Impfstoffen werden lassen. Eine jetzt von der EU-Kommission freigeschaltete interaktive Karte zeigt die Produktionskapazitäten in der EU über die gesamte Lieferkette hinweg mit Herstellern, Zulieferern und Händlern. Die Karte basiert im Wesentlichen auf Daten, die laut Breton durch die Arbeit der im Februar 2021 einberufenen und von ihm geleiteten "Task Force" für den industriellen Ausbau der Covid-19-Impfstoffproduktion gewonnen wurden. Die Gruppe fungiert laut Kommission „als zentrale Anlaufstelle für Hersteller, die Unterstützung suchen, und um Engpässe bei den Produktionskapazitäten und der Lieferkette zu ermitteln und zu beseitigen“.

120 Millionen Euro für die Covid-19-Forschung

06.08.21 (ams). Die EU-Kommission hat 120 Millionen Euro aus dem Forschungsprogramm "Horizont Europa" zur Unterstützung von neuen Covid-19-Forschungsprojekten bereitgestellt. An zehn der elf Programme seien deutsche Forschungseinrichtungen beteiligt, teilte die Vertretung der Kommission in Deutschland mit. Insgesamt seien 312 Forschungsteams aus 40 Ländern beteiligt, darunter 38 Teilnehmer aus 23 Nicht-EU-Ländern. "Die meisten Projekte dienen der Unterstützung klinischer Prüfungen für neue Therapien und Impfstoffe", so die Kommission. Zudem gehe es darum, Projekten den Zugang zu Forschungsinfrastrukturen zu ermöglichen und den Austausch von Daten, Fachwissen und Forschungsressourcen zu verbessern.

Rückkehr an den Arbeitsplatz: Leitfäden Covid-19-Patienten

06.08.21 (ams). Zwei neue Leitfäden der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz informieren Beschäftigte, Führungskräfte und Arbeitgeber über die besonderen Bedingungen für die Rückkehr von Covid-19-Patienten an Arbeitsplatz. Dabei geht es insbesondere um "Long Covid"-Patienten, die nach den bisherigen Erkenntnissen noch Wochen und Monate unter Symptomen wie extremer Müdigkeit, Atemnot, Muskel- und Gelenkschmerzen, Schmerzen im Brustkorb, Husten oder Ängsten, Depressionen und anderen psychischen Problemen leiden. "Manche Betroffenen finden nur schrittweise ins Arbeitsleben zurück", so die EU-Agentur. Wichtig für eine erfolgreiche Rückkehr sei deshalb die Unterstützung durch die Führungskräfte und in vielen Fällen auch eine Anpassung des Arbeitsplatzes.

Über die Hälfte der Erwachsenen ist übergewichtig

06.08.21 (ams). 53 Prozent der Erwachsenen, die in der Europäischen Union leben, sind übergewichtig. Das geht aus jetzt veröffentlichten Zahlen des Europäischen Statistikamtes (Eurostat) für 2019 hervor. Danach waren gemessen am Body-Mass-Index (BMI) 36 Prozent der Betreffenden präadipös und 17 Prozent fettleibig. 45 Prozent der erwachsenen EU-Einwohner seien normalgewichtig, rund zwei Prozent hätten Untergewicht, so Eurostat. Laut Statistik gab es 2019 in der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen die meisten Übergewichtigen (66 Prozent) und unter den 18- bis 24-Jährigen die wenigsten (25 Prozent). In allen EU-Mitgliedstaaten seien mehr Männer als Frauen zu dick. Die meisten Übergewichtigen gab es 2019 in Kroatien (65 Prozent der Erwachsenen), Rumänien und Tschechien (jeweils 60 Prozent). Am anderen Ende der Skala lagen Italien (46 Prozent) und Frankreich (47 Prozent). Deutschland lag laut Eurostat mit 54 Prozent leicht über dem EU-Schnitt.


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