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Krankenhaus

Die stationäre Versorgung in Deutschland

Foto: Krankenhausvisite

Stationäre Behandlungen erfolgen in Krankenhäusern oder Rehabilitations- und Vorsorgeeinrichtungen, die gesetzlich festgelegte Voraussetzungen erfüllen. Klinikbehandlungen können vollstationär, teilstationär, vor- und nachstationär sowie ambulant sein. Im Sinne des Wirtschaftlichkeitsgebotes im Fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) gilt dabei die Rangfolge "ambulant vor stationär": Patienten haben Anspruch auf vollstationäre Behandlung, wenn das Behandlungsziel durch eine teil-, vor- oder nachstationäre oder ambulante Behandlung einschließlich häuslicher Krankenpflege nicht erreicht werden kann.

Die Krankenhauskosten sind der größte Ausgabenblock der gesetzlichen Krankenkassen. Laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) haben die Krankenkassen im Jahr 2020 insgesamt 82,151 Milliarden Euro für Krankenhausbehandlungen ausgegeben, das sind mehr als 31 Prozent der Ausgaben

Detaillierte Angaben zur Entwicklung zentraler Kennzahlen des Krankenhaussektors inklusive Grafiken im Gesundheitspartner-Portal der AOK.

Zahlen - Daten - Fakten

  • Im Jahr 2019 gab es in Deutschland 1.914 Krankenhäuser mit 494.326 Betten zur stationären Versorgung. Gegenüber 2018 waren das 3.866 Betten und 11 Kliniken weniger.
  • Die durchschnittliche Verweildauer der Patienten im Krankenhaus lag auch 2019 unverändert im Vergleich zu 2018 bei 7,2 Tagen.
  • 2019 waren im gesamten Krankenhaussektor 928.100 Vollzeitkräfte beschäftigt - 17.700 oder 1,9 Prozent mehr als 2018. Darunter waren 167.952 ärztliche Vollkräfte, knapp 3.400 Beschäftigte mehrals im Vorjahr (plus 2,0 Prozent) und  760.145 im nichtärztlichen Dienst, das sind etwa 14.400 Vollkräfte mehr als 2018 (plus 1,9 Prozent).
  • Die Zahl der stationären Behandlungsfälle lag 2019 wie schon 2018 bei 19,4 Millionen.
  •  724 Krankenhäuser waren 2019 in privater Trägerschaft, 645 Häuser in freigemeinnütziger, 545 Kliniken in öffentlicher Trägerschaft. 

(Quelle: Statistisches Bundesamt)

Seit 1993 gibt das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) jährlich den Krankenhaus-Report zu den Entwicklungen und Hintergründen in der stationären Versorgung heraus. Darin diskutieren und kommentieren Experten aus Forschung und Praxis jeweils ein Schwerpunktthema. Außerdem enthält der Report eine Analyse der Jahreszahlen des Statistischen Bundesamtes zum Krankenhausbereich sowie  jeweils eine Liste mit wichtigen Kennzahlen zu den Kliniken in Deutschland.

Mit dem zweimonatlichen Newsletter "Blickpunkt Klinik" informiert der AOK-Bundesverband Entscheider aus Politik und Verbänden über Entwicklungen in der Kliniklandschaft und politische Vorhaben in der stationären Versorgung - mit Schwerpunktthemen, Grafiken, Interviews und Gastautoren. Der digitale Krankenhaus-Newsletter kann kostenlos abonniert werden.

Krankenhausplanung

In Deutschland sind die Bundesländer verantwortlich für eine ausreichende stationäre Versorgung. In den Krankenhausgesetzen der Länder werden die Krankenhausplanung, die Zulassungsbedingungen für Kliniken sowie die stationären Kapazitäten und Leistungen genauer geregelt. Anhand von Kriterien wie der Einwohnerzahl sowie der Verteilung und dem Auslastungsgrad schon vorhandener Kliniken bestimmen die Bundesländer, welche Krankenhäuser für die Versorgung unverzichtbar sind. Die Krankenkassen sind verpflichtet, mit diesen Plankrankenhäusern Versorgungsverträge abzuschließen.

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Die duale Krankenhausfinanzierung

Krankenkassen und Bundesländer teilen sich die Krankenhausfinanzierung nach dem Prinzip der dualen Krankenhausfinanzierung. Die Bundesländer sind für die Deckung der Investitionskosten der Häuser zuständig. Jedes Land bestimmt das Fördervolumen der Krankenhäuser selbst. Die laufenden Betriebskosten der Kliniken werden von den Krankenkassen getragen. Jedes Jahr verhandeln die Krankenkassen mit den Klinikträgern für die Vergütung der Behandlungen ein Krankenhausbudget.

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Qualitätssicherung

Krankenhäuser sind laut SGB V zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der von ihnen erbrachten Leistungen verpflichtet. Das Ziel der Qualitätssicherung im Klinikbereich ist es, eine qualitativ hochwertige und zeitgleich wirtschaftliche stationäre Versorgung der Versicherten zu gewährleisten.

Die AOK hat das Verfahren "Qualitätssicherung mit Routinedaten“ (QSR) entwickelt, um die Behandlungsqualität über den Klinikaufenthalt hinaus zu messen. Mit dem AOK-Krankenhausnavigator können sich Versicherte und niedergelassene Ärzte unter anderem über die Qualität einzelner QSR-Leistungsbereiche sowie über die Gesamtbewertungen von Kliniken informieren.

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Ambulante Leistungen

Traditionell sind der ambulante und der stationäre Sektor im deutschen Gesundheitswesen streng getrennt. Insbesondere bei der Vergütung gelten in beiden Bereichen unterschiedliche Regeln. Wegen des medizinischen Fortschritts und aus wirtschaftlichen Gründen hat der Gesetzgeber seit Anfang der 1990er-Jahre unterschiedliche Ansätze entwickelt, stationäre Behandlungen ambulant zu ermöglichen und somit die Sektorengrenze zu überbrücken.

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Rehabilitations- und Vorsorgeeinrichtungen

Auch bei Rehabilitations- und Vorsorgemaßnahmen gilt das Prinzip "ambulant vor stationär": Erst wenn alle Möglichkeiten einer ambulanten Behandlung ausgeschöpft sind, können Patienten auch in stationären Rehabilitations- und Vorsorgeeinrichtungen versorgt werden. Reha- oder Vorsorgemaßnahmen haben zum Ziel, die Selbstständigkeit des Patienten zu erhalten und Pflegebedürftigkeit abzuwenden oder sie zumindest hinauszuschieben. Bei der Vergütung solcher Einrichtung gelten andere Regeln als bei Krankenhäusern.

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Zuletzt aktualisiert: 26-05-2021