65 Prozent des Altenpflegepersonals …

Zahl des Monats

Foto: Zwei Senioren und Pflegerin spielen

19.01.22 (ams) … in ambulanten oder stationären Einrichtungen arbeiteten 2019 in Teilzeit. Das entspricht laut Statistischem Bundesamt (Destatis) fast zwei Dritteln oder 616.000 der Pflege- und Betreuungskräfte. Insgesamt sind 954.000 Pflege- und Betreuungskräfte in Pflegeheimen oder bei ambulanten Pflegediensten tätig. Die im Branchenvergleich hohe Teilzeitquote (Gesamtwirtschaft: knapp 30 Prozent) hat vielfältige Ursachen: Der mit 85 Prozent hohe Anteil an weiblichen Beschäftigten erklärt dies nur zum Teil, denn auch der Teilzeitanteil der männlichen Beschäftigten in der Altenpflege ist mit 44 Prozent gegenüber der Gesamtwirtschaft (zwölf Prozent) erhöht. In einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) aus dem Jahr 2019 gaben die befragten Pflegefachpersonen mehrheitlich die hohe Arbeitsbelastung als Grund für ihre Entscheidung an, in Teilzeit zu arbeiten. Erst danach folgten weitere Motive wie das Bedürfnis nach mehr Freizeit oder Pflichten in der Kinderbetreuung.

Zwischen 2009 und 2019 ist die Zahl der Beschäftigten in der Pflege um 40 Prozent gestiegen. Dennoch bezifferte der "Pflege-Report 2019" des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) den Bedarf aufgrund der demografischen Entwicklung bis zum Jahr 2030 auf rund 130.000 zusätzliche Pflegefachpersonen. Neben dem Steigern der Ausbildungsquote und dem Anwerben ausländischen Pflegepersonals, gilt das Aufstocken von Teilzeit- zu Vollzeitstellen als ein vielversprechender Ansatz, um mehr Pflegefachkräfte zu gewinnen. Laut DBfK ist die "Ressource Teilzeit" aber nur mit verbesserten Arbeitsbedingungen zu heben.

Mehr Pflegepersonal (zurück) zu gewinnen ist auch erklärtes Ziel der Konzertierten Aktion Pflege (KAP) unter Federführung des Bundesgesundheitsministeriums, in der Bund, Länder und rund 50 Verbände und Akteure des Gesundheitswesens, unter anderen der AOK-Bundesverband, Maßnahmen zum Beispiel zu Themen wie einer Ausbildungsoffensive und Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung beschlossen haben.

Um den Beruf attraktiver zu gestalten und beruflich Pflegende zu halten und zurück zu gewinnen, hat die AOK die Initiative Pflege.Kräfte.Stärken. gestartet. Die Gesundheitskasse unterstützt mit speziell für die Pflegebranche entwickelten Angeboten der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) ambulante Dienste, stationäre Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser dabei, individuelle Gesundheitslösungen für Pflegefachkräfte anzubieten. Langfristig gesund und mit Freude ihren Beruf auszuüben, ist das Ziel für die professionell Pflegenden und ihre Arbeitgeber.


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