Dossierstempel

Selbsthilfe

In der Gruppe liegt die Kraft

Rund 3,5 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland in insgesamt etwa 100.000 gesundheits- und sozialorientierten Selbsthilfegruppen. Die gesundheitliche Selbsthilfe ergänzt die professionelle Gesundheitsversorgung. Aus der eigenen Betroffenheit heraus entwickeln chronisch kranke Menschen in Gruppen eine Kraft, die sich positiv auf ihre Lebensqualität auswirkt. Deshalb unterstützt die AOK die gesundheitsbezogene Selbsthilfe seit über 30 Jahren. Und damit nicht erst, seit der Gesetzgeber 2008 die Krankenkassen auch gesetzlich dazu verpflichtet hat.

Mit Inkrafttreten des Präventionsgesetzes 2016 wurden die zur Verfügung zu stellenden Fördergelder für die Selbsthilfe erhöht. Seitdem findet jährlich eine prozentuale Anpassung gemäß der Veränderungen der monatlichen Bezugsgröße nach Paragraf 18 Absatz 1 des Vierten Sozialgesetzbuches (SGB IV) statt. Im Jahr 2022 stellt die AOK-Gemeinschaft wieder rund 32,2 Millionen Euro und die GKV 87,2 Millionen Euro für die Unterstützung der Selbsthilfe zur Verfügung. Damit gehen auch 2022 pro Versicherte erneut 1,19 Euro an die Selbsthilfeorganisationen auf der Bundes- und den Landesebenen beziehungsweise an Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfegruppen.

InKONTAKT – der Selbsthilfe-Newsletter der AOK

Der AOK-Selbsthilfe-Newsletter InKONTAKT erscheint seit 2014 viermal jährlich. Der kostenlose Newsletter bietet aktuelle Nachrichten aus dem Gesundheitswesen und der Selbsthilfe-Szene.

In einem Bundes- und sechs Regionalteilen können sich Interessierte auch über Termine und Veranstaltungen der Selbsthilfe in den verschiedenen Regionen Deutschlands informieren. Sie finden zudem zahlreiche Infos zu Fördermöglichkeiten oder regionalen Angeboten der AOK. 

Hier geht's zum neuen InKONTAKT-Portal mit der neuesten Ausgabe


Selbsthilfe-Termindatenbank

Sie möchten wissen, was sich bei Ihnen in der Region in Sachen Selbsthilfe tut? Sie möchten vielleicht einmal über den Tellerrand schauen und sich Input aus anderen Selbsthilfegruppen holen? Dann werden Sie in unserer neuen Selbsthilfe-Datenbank sicher fündig. Wir sammeln hier alle Termine, die im weitesten Sinne mit Selbsthilfe zu tun haben.

Zu den Terminen

Selbsthilfetagungen des AOK-Bundesverbandes

Jährlich im Herbst organisiert der AOK-Bundesverband seit 15 Jahren die AOK-Selbsthilfe-Fachtagungen mit Vertretern der Bundesorganisationen der Selbsthilfe, Mitarbeitern von Landesverbänden und Selbsthilfekontaktstellen und Vertretern von anderen gesundheitspolitischen Institutionen, um aktuelle gesundheits- und gesellschaftspolitische Themen in der Selbsthilfe zu diskutieren und den Austausch untereinander zu fördern.

Selbsthilfetagung 2022: Planetary Health – braucht die Erde Selbst-Hilfe? Die Arbeit der Selbsthilfe in Zeiten des Klimawandels

Am 02. Dezember 2022 können Interessierte ab 10 Uhr vor Ort in Berlin – oder vom heimischen Computer aus – an der diesjährigen Selbsthilfetagung des AOK-Bundesverbandes teilnehmen. Kooperationspartner der hybriden Fachtagung ist Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e.V. (BAG SELBSTHILFE)

Der Zusammenhang zwischen Klimakrise, Umwelt, Nachhaltigkeit und Gesundheit ist weltweit allgegenwärtig. Und beschäftigt Jung und Alt. Aber welche konkreten Auswirkungen hat der Klimawandel eigentlich für chronisch kranke und behinderte Menschen? Werden ihr Alltag und ihr Gesundheitszustand besonders stark durch extreme Klimasituationen beeinträchtigt? Was kann der Einzelne tun? Und wie kann die Selbsthilfe einerseits ihre Mitglieder unterstützen und andererseits selbst durch nachhaltiges Handeln zum Klimaschutz beitragen – um so mit gutem Beispiel voranzugehen?

Auf der Selbsthilfe-Fachtagung des AOK-Bundesverbandes berichten Wissenschaftler, Mediziner, Unterstützer und Betroffene in kurzen Impulsvorträgen über die wichtigsten Fakten zum Thema.  Wir laden Sie ein: Diskutieren sie mit uns am 2. Dezember, wie man den Auswirkungen des Klimawandels als chronisch Kranker entgegentreten und was aus den Erfahrungen zahlreicher Betroffener für die Gesundheitsversorgung gewonnen werden kann.

Weitere Informationen und Online-Anmeldung

Selbsthilfeförderung

Schon seit 2020 gilt ein neuer prozentualer Verteilerschlüssel für die Pauschal- und die Projektförderung: 70 Prozent der Fördermittel auf allen Förderebenen müssen innerhalb der kassenartenübergreifenden Pauschalförderung vergeben werden. Für krankenkassenindividuelle Projektförderung können auf allen Förderebenen nur noch 30 Prozent der Fördermittel gemäß Paragraf 20h SGB V von den Krankenkassen und ihren Verbänden verteilt werden. Für die Förderung der Selbsthilfe auf der Bundesebene heißt das, dass aus dem AOK-System wieder rund 4,5 Millionen Euro für die kassenartenübergreifende Pauschalförderung und wieder fast 970.000. Euro für die krankenkassenindividuelle Projektförderung von Selbsthilfeorganisationen auf der Bundesebene bereitgestellt werden.

Im Zentrum der Selbsthilfe-Förderung des AOK-Bundesverbandes steht die Unterstützung des Betroffenen und seiner Familie und Angehörigen. Gefördert werden darum Projekte, die die Unterstützung der Betroffenen und ihrer Familienmitglieder sowie von Bezugspersonen im Fokus haben. Schon vor Corona waren uns besonders  Projekte, die sich um die Verbesserung und Gestaltung des digitalen Zugangs Betroffener zur Selbsthilfe bemühen sehr wichtig.

Die Coronapandemie hat viel in der Selbsthilfe verändert, deshalb wollen wir zum einen weiterhin einen Förderschwerpunkt auf die Digitalisierung der Selbsthilfe legen, aber auch die Förderung der Selbsthilfeaktivitäten der Long Covid Erkrankten in den Focus unserer Förderung beim AOK-Bundesverband nehmen.

Zudem können Sie bei uns aber auch gerne weiterhin Projekte zur Vernetzung der Selbsthilfe mit dem Gesundheitssystem, zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz, der psychischen Gesundheit oder zur der Integration von chronisch erkrankten und behinderten Menschen mit Migrationshintergrund einreichen.

Anträge für das Förderjahr 2023 können bis zum 31. Dezember 2022 gestellt werden.


Rückschau

Im Jahr 2020 stellte die AOK rund 31 Millionen Euro und die GKV 84 Millionen Euro für die Unterstützung der Selbsthilfe zur Verfügung. Ab 2020 wurde ein neuer prozentualer Verteilerschlüssel für die Pauschal- und die Projektförderung umgesetzt: 70 Prozent der Fördermittel auf allen Förderebenen müssen seit dem 01.01.2020 innerhalb der kassenartenübergreifenden Pauschalförderung vergeben werden. Für krankenkassenindividuelle Projektförderung können auf allen Förderebenen nur noch 30 Prozent der Fördermittel gemäß Paragraf 20h SGB V von den Krankenkassen und ihren Verbänden ausgegeben werden.

Für die Förderung der Selbsthilfe auf der Bundesebene heißt das, dass aus dem AOK-System rund 4,3 Millionen Euro für die kassenartenübergreifende Pauschalförderung und 0,93 Millionen Euro für die krankenkassenindividuelle bundesweite Projektförderung von Bundesverbänden der Selbsthilfe und Dachverbänden bereitgestellt wurden. Damit gingen 2020 pro Versicherte 1,15 Euro an die Bundes- und Landesverbände der Selbsthilfe beziehungsweise an Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfegruppen.

2019 stellte die AOK-Die Gesundheitskasse gem. KJ 1 2019 für die Unterstützung der Selbsthilfe ca.31 Millionen Euro (30.996.823,31 Euro) und die GKV ca. 84 Millionen Euro (83.774.225,73 Euro) zur Verfügung. Das bedeutet, dass die AOK-Die Gesundheitskasse statt 1,13 Euro sogar 1,16 Euro pro Versicherten an die Selbsthilfegruppen und Selbsthilfekontaktstellen vor Ort und im Land, sowie die Selbsthilfeorganisationen auf Bundes- und Landesebene verausgabt hat. Das sind 3 Cent mehr als gesetzlich vorgeschrieben.

Für die Förderung der Selbsthilfe auf der Bundesebene bedeutete das, dass aus dem AOK-System 3 Millionen Euro für die kassenartenübergreifende Pauschalförderung und sogar rund 1,8 Millionen Euro für die krankenkassenindividuelle bundesweite Projektförderung von Selbsthilfeorganisationen und Dachverbänden von Selbsthilfeorganisationen auf der Bundesebene bereitgestellt wurden.

2018 stellte die AOK-Die Gesundheitskasse gem. KJ 1 2018 für die Unterstützung der Selbsthilfe ca. 30 Millionen Euro (29.743.530,56 Euro) und die GKV ca. 81 Millionen Euro (80.982.285,32 Euro zur Verfügung. Für die Förderung der Selbsthilfe auf der Bundesebene hieß das, dass aus dem AOK-System 2,86 Millionen Euro für die kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung und 1,98 Millionen Euro für die krankenkassenindividuelle Projektförderung von Selbsthilfeorganisationen und Dachverbänden von Selbsthilfeorganisationen auf der Bundesebene bereitgestellt wurden.

Das bedeutet, dass die AOK-Die Gesundheitskasse statt 1,10 Euro sogar 1,12 Euro pro Versicherten an die Selbsthilfegruppen und Selbsthilfekontaktstellen vor Ort und im Land, sowie die Selbsthilfeorganisationen auf Bundes- und Landesebene verausgabt hat. Das sind 2 Cent mehr als gesetzlich vorgeschrieben.

Politisches Stichwort des AOK-Radioservice

Unterstützung vor Ort

Die AOKs vor Ort helfen aber nicht nur finanziell. Vielfach unterstützen einzelne Geschäftsstellen die Selbsthilfegruppen auch personell. Oder sie stellen Räume zur Verfügung und übernehmen Kopierarbeiten, Plakatdruck oder Postversand. AOK-Selbsthilfebeauftragte und Mitarbeiter der Präventionsabteilungen pflegen langjährige Kontakte mit der Selbsthilfe. Sie kennen die Bedürfnisse der Gruppen aus persönlichen Gesprächen. Sie sorgen für die Unterstützung, die bei konkreten Aktivitäten und Projekten benötigt wird. Nicht zuletzt informiert die AOK die Selbsthilfe-Zusammenschlüsse über die Möglichkeiten der finanziellen Förderung, damit sie den gesetzlich festgesetzten Betrag in vollem Umfang ausschöpfen.

Weitere Infos im Versicherten-Portal der AOK