Dossierstempel

Selbsthilfe

In der Gruppe liegt die Kraft

Rund 3,5 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland in insgesamt etwa 100.000 gesundheits- und sozialorientierten Selbsthilfegruppen. Die gesundheitliche Selbsthilfe ergänzt die professionelle Gesundheitsversorgung. Aus der eigenen Betroffenheit heraus entwickeln chronisch kranke Menschen in Gruppen eine Kraft, die sich positiv auf ihre Lebensqualität auswirkt. Deshalb unterstützt die AOK die gesundheitsbezogene Selbsthilfe seit über 30 Jahren. Und damit nicht erst, seit der Gesetzgeber 2008 die Krankenkassen auch gesetzlich dazu verpflichtet hat.

Mit Inkrafttreten des Präventionsgesetzes 2016 wurden die zur Verfügung zu stellenden Fördergelder für die Selbsthilfe um 65 Prozent auf 1,05 Euro pro Versicherter erhöht. Jährlich findet eine prozentuale Anpassung gem. der Veränderungen der monatlichen Bezugsgröße nach Paragraf 18 Absatz 1 des Vierten Sozialgesetzbuches (SGB IV) statt. Im Jahr 2022 stellt die AOK - Die Gesundheitskasse wieder rund 32,2 Millionen Euro und die GKV 87,2 Millionen Euro für die Unterstützung der Selbsthilfe zur Verfügung. Damit gehen auch 2022 pro Versicherte erneut 1,19 Euro an die Selbsthilfeorganisationen auf der Bundes- und den Landesebenen beziehungsweise an Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfegruppen.


Selbsthilfetagung 
2021: Selbsthilfe nach dem Corona-Lockdown

Upgrade auf ein neues Level

Foto: gekreuzte Arme

Am 10. Dezember 2021 können Interessierte ab 10 Uhr an der digitalen Selbsthilfe-Fachtagung des AOK-Bundesverbandes teilnehmen.

In diesem Jahr geht es um die Frage, welche Symptome, Neben- und Nachwirkungen Corona für die Arbeit der Selbsthilfe hatte und immer noch hat. Wissenschaftler, Mediziner, Unterstützer und Betroffene aus der Selbsthilfe diskutieren miteinander, welchen Wandel – digital, aber auch in der Präsenz – die Corona-Pandemie in der Selbsthilfe ausgelöst hat.

Verschiedene Referenten und Selbsthilfegruppen berichten zunächst in kurzen Impulsvorträgen zu den unterschiedlichen Aspekten des Themas. Anschließend folgt eine Podiumsdiskussion, bei der sich auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung digital und vor Ort einbringen können.

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Schon seit 2020 gilt ein neuer prozentualer Verteilerschlüssel für die Pauschal- und die Projektförderung: 70 Prozent der Fördermittel auf allen Förderebenen müssen innerhalb der kassenartenübergreifenden Pauschalförderung vergeben werden. Für krankenkassenindividuelle Projektförderung können auf allen Förderebenen nur noch 30 Prozent der Fördermittel gemäß Paragraf 20h SGB V von den Krankenkassen und ihren Verbänden verteilt werden. Für die Förderung der Selbsthilfe auf der Bundesebene heißt das, dass aus dem AOK-System wieder rund 4,5 Millionen Euro für die kassenartenübergreifende Pauschalförderung und wieder fast 970.000. Euro für die krankenkassenindividuelle Projektförderung von Selbsthilfeorganisationen auf der Bundesebene bereitgestellt werden.

Im Zentrum der Selbsthilfe-Förderung des AOK-Bundesverbandes steht die Unterstützung des Betroffenen und seiner Familie und Angehörigen. Gefördert werden darum Projekte, die die Unterstützung der Betroffenen und ihrer Familienmitglieder sowie von Bezugspersonen im Fokus haben. Schon vor Corona waren uns besonders  Projekte, die sich um die Verbesserung und Gestaltung des digitalen Zugangs Betroffener zur Selbsthilfe bemühen sehr wichtig.

Die Coronapandemie hat viel in der Selbsthilfe verändert, deshalb wollen wir zum einen weiterhin einen Förderschwerpunkt auf die Digitalisierung der Selbsthilfe legen, aber auch die Förderung der Selbsthilfeaktivitäten der Long Covid Erkrankten in den Focus unserer Förderung beim AOK-Bundesverband nehmen.

Zudem können Sie bei uns aber auch gerne weiterhin Projekte zur Vernetzung der Selbsthilfe mit dem Gesundheitssystem, zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz, der psychischen Gesundheit oder zur der Integration von chronisch erkrankten und behinderten Menschen mit Migrationshintergrund einreichen.

Anträge für das Förderjahr 2022 können bis zum 31. Dezember 2021 gestellt werden.

Jährlich im Herbst organisiert der AOK-Bundesverband seit über 15 Jahren eine Selbsthilfetagung mit Vertretern der Bundesorganisationen der Selbsthilfe, Mitarbeitern von Landesverbänden und Selbsthilfekontaktstellen und Vertretern von anderen gesundheitspolitischen Institutionen, um aktuelle gesundheits- und gesellschaftspolitische Themen in der Selbsthilfe zu diskutieren und den Austausch untereinander zu fördern.


Selbsthilfetagung 2020:

Videobotschaften von Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes und Claudia Schick, Referentin Selbsthilfeförderung im AOK-Bundesverband.

Leider müssen wir wegen der Coronapandemie die diesjährige Tagung im AOK-Bundesverband absagen. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und hoffen, dass wir uns alle nächstes Jahr wieder gesund zum persönlichen Austausch in Berlin treffen.

Selbsthilfe-Tagung 2019: Besser vernetzt in die Zukunft

Das neue Spektrum der Selbsthilfearbeit

Die Selbsthilfe hat sich in den vergangenen 50 Jahren enorm weiterentwickelt, die Akteure haben sich vernetzt und engagieren sich auf politischer Ebene. Immer mehr Gruppen gehen aktiv auf Betroffene zu. Ob und inwieweit neue Formen der Selbsthilfearbeit wie etwa das Peer Counseling noch dem ursprünglichen Selbsthilfegedanken entsprechen, diskutierten Vertreter aus Wissenschaft und Praxis am Freitag, den 13. Dezember 2019, auf der Selbsthilfe-Fachtagung 2019 des AOK-Bundesverbandes mit rund 120 Teilnehmern.

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Rückschau

Im Jahr 2020 stellte die AOK rund 31 Millionen Euro und die GKV 84 Millionen Euro für die Unterstützung der Selbsthilfe zur Verfügung. Ab 2020 wurde ein neuer prozentualer Verteilerschlüssel für die Pauschal- und die Projektförderung umgesetzt: 70 Prozent der Fördermittel auf allen Förderebenen müssen seit dem 01.01.2020 innerhalb der kassenartenübergreifenden Pauschalförderung vergeben werden. Für krankenkassenindividuelle Projektförderung können auf allen Förderebenen nur noch 30 Prozent der Fördermittel gemäß Paragraf 20h SGB V von den Krankenkassen und ihren Verbänden ausgegeben werden.

Für die Förderung der Selbsthilfe auf der Bundesebene heißt das, dass aus dem AOK-System rund 4,3 Millionen Euro für die kassenartenübergreifende Pauschalförderung und 0,93 Millionen Euro für die krankenkassenindividuelle bundesweite Projektförderung von Bundesverbänden der Selbsthilfe und Dachverbänden bereitgestellt wurden. Damit gingen 2020 pro Versicherte 1,15 Euro an die Bundes- und Landesverbände der Selbsthilfe beziehungsweise an Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfegruppen.

2019 stellte die AOK-Die Gesundheitskasse gem. KJ 1 2019 für die Unterstützung der Selbsthilfe ca.31 Millionen Euro (30.996.823,31 Euro) und die GKV ca. 84 Millionen Euro (83.774.225,73 Euro) zur Verfügung. Das bedeutet, dass die AOK-Die Gesundheitskasse statt 1,13 Euro sogar 1,16 Euro pro Versicherten an die Selbsthilfegruppen und Selbsthilfekontaktstellen vor Ort und im Land, sowie die Selbsthilfeorganisationen auf Bundes- und Landesebene verausgabt hat. Das sind 3 Cent mehr als gesetzlich vorgeschrieben.

Für die Förderung der Selbsthilfe auf der Bundesebene bedeutete das, dass aus dem AOK-System 3 Millionen Euro für die kassenartenübergreifende Pauschalförderung und sogar rund 1,8 Millionen Euro für die krankenkassenindividuelle bundesweite Projektförderung von Selbsthilfeorganisationen und Dachverbänden von Selbsthilfeorganisationen auf der Bundesebene bereitgestellt wurden.

2018 stellte die AOK-Die Gesundheitskasse gem. KJ 1 2018 für die Unterstützung der Selbsthilfe ca. 30 Millionen Euro (29.743.530,56 Euro) und die GKV ca. 81 Millionen Euro (80.982.285,32 Euro zur Verfügung. Für die Förderung der Selbsthilfe auf der Bundesebene hieß das, dass aus dem AOK-System 2,86 Millionen Euro für die kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung und 1,98 Millionen Euro für die krankenkassenindividuelle Projektförderung von Selbsthilfeorganisationen und Dachverbänden von Selbsthilfeorganisationen auf der Bundesebene bereitgestellt wurden.

Das bedeutet, dass die AOK-Die Gesundheitskasse statt 1,10 Euro sogar 1,12 Euro pro Versicherten an die Selbsthilfegruppen und Selbsthilfekontaktstellen vor Ort und im Land, sowie die Selbsthilfeorganisationen auf Bundes- und Landesebene verausgabt hat. Das sind 2 Cent mehr als gesetzlich vorgeschrieben.

Dialog mit den Betroffenen

Um den Dialog mit den Organisationen der Selbsthilfe und einzelnen Beteiligten weiter zu intensivieren, hat die Abteilung Prävention des AOK-Bundesverbandes den Selbsthilfe-Newsletter "inKontakt" entwickelt. Viermal im Jahr - Anfang März, Juni, September und Dezember - informiert "inKontakt" über aktuelle gesundheits- und sozialpolitische Entwicklungen und das Engagement der AOK für die Selbsthilfe. Der Newsletter besteht aus einem Bundesteil und mehreren Regional-Teilen mit Berichten aus den einzelnen AOKs.

Jährlich im Herbst organisiert der BV seit 15 Jahren die Selbsthilfetagung mit Vertretern der Bundesorganisationen der Selbsthilfe, Mitarbeitern von Landesverbänden und Selbsthilfekontaktstellen und Vertretern von anderen gesundheitspolitischen Institutionen, um aktuelle gesundheits- und gesellschaftspolitische Themen in der Selbsthilfe zu diskutieren und den Austausch untereinander zu fördern.


Politisches Stichwort des AOK-Radioservice

Unterstützung vor Ort

Die AOKs vor Ort helfen aber nicht nur finanziell. Vielfach unterstützen einzelne Geschäftsstellen die Selbsthilfegruppen auch personell. Oder sie stellen Räume zur Verfügung und übernehmen Kopierarbeiten, Plakatdruck oder Postversand. AOK-Selbsthilfebeauftragte und Mitarbeiter der Präventionsabteilungen pflegen langjährige Kontakte mit der Selbsthilfe. Sie kennen die Bedürfnisse der Gruppen aus persönlichen Gesprächen. Sie sorgen für die Unterstützung, die bei konkreten Aktivitäten und Projekten benötigt wird. Nicht zuletzt informiert die AOK die Selbsthilfe-Zusammenschlüsse über die Möglichkeiten der finanziellen Förderung, damit sie den gesetzlich festgesetzten Betrag in vollem Umfang ausschöpfen.

Weitere Infos im Versicherten-Portal der AOK