GKV-Finanzergebnis 01/2020: Zahlen mit wenig Aussagekraft

(19.06.20) Die gesetzliche Krankenverischerung (GKV) hat in den ersten drei Monaten 2020 rund 1,3 Milliarden Euro mehr ausgegeben, als sie eingenommen haben. Damit setzt der Trend aus dem Vorjahr fort. Allerdings finden die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie im ersten Quartal noch keinen größeren Niderschlag. Bundesgesundheitsmiister Jens Spahn sprach deshalb von "wenig aussagekräftigen Zahlen". "Belastbare Prognosen werden wir erst im Herbst treffen können. Nach vielen Jahren finanzieller Stabilität müssen wir uns aber darauf einstellen, dass die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben größer werden wird", sagte Spahn. Die Finanzreserven der Krankenkassen lagen  Ende März 2020 bei rund 18,3 Mrd. Euro und entsprechen damit im Durchschnitt einer knappen Monatsausgabe.

Den Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen in Höhe von rund 65,1 Milliarden Euro standen konkret Ausgaben von rund 66,4 Milliarden Euro gegenüber. Damit sind die Einnahmen der Krankenkassen um 4,0 Prozent gestiegen. Die Ausgaben für Leistungen und Verwaltungskosten verzeichneten bei einem Anstieg der Versichertenzahlen von rund 0,2 Prozent einen Zuwachs von 5,6 Prozent. Alle Krankekassen verzeichneten ein Minus. Die Ersatzkassenkommen auf 542 Millionen Euro, die AOK-Gemeinschaft auf 435 Miollionen Euro, Es folgen die Betriebskrankenkassen (BKK) mit 198 Millionen Euro, die Innungskrankenkassen (IKK) mitt 99 Millionen Euro und die Knappschaft mit 58 Millionen Euro. Lediglich die Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK) erzielte ein ausgeglichenes Finanzergebnis. Bei der Entwicklung der Ersatzkassen (EK) ist nach Angabne des Bundesgesundheitsministeriuma zu berücksichtigen, dass sich ein erheblicher Teil dieses Defizits durch die Gründung eines Pensionsfonds einer großen Krankenkasse erklären lässt.

Ausgaben der GKV im ersten Quartal 2020 in ausgewählten Bereichen

Veränderungsrate je Versicherten gegenüber 2019 in der GKV und der AOK

Ausgaben in Milliarden EuroVeränderungsrate GKVVeränderungsrate AOK
Quelle: BMG, KV-45-Zahlen, 19.06.20
Ärztliche Behandlung11,8814,113,5
Zahnärztliche Behandlung2,9581,793,9
Zahnersatz8490,94-1,1
Arzneimittel11,78011,2911,3
Hilfsmittel2,4407,207,6
Heilmittel2,26010,0812,4
Krankenhaus20,9612,351,3
Krankengeld4,06111,0412,4
Fahrkosten1,7298,429,0
Vorsorge- und Reha-Maßnahmen0,904-0,06-3,4
Schutzimpfungen0,38916,0125,9
Schwangerschaft/Mutterschaft ohne stationäre Entbindung0,3844,206,4
Häusliche Krankenpflege1,7866,748,1
Netto-Verwaltungskosten2,8023,805,9