Krebsplan, Nationaler

Der Nationale Krebsplan ist ein Koordinierungsprogramm zur Bekämpfung und Behandlung von Tumorerkrankungen. Er wurde am 16. Juni 2008 vom  Bundesministerium für Gesundheit (BMG), der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft der Tumorzentren gegründet. Seine Arbeit wird vom BMG koordiniert. Die Geschäftsstelle ist beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) angesiedelt. Die Arbeit des Nationalen Krebsplans wird von einer Steuerungsgruppe fachlich begleitet, der neben den genannten Gründungsmitgliedern die Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden (AOLG), der GKV-Spitzenverband, die Kassenärztliche Bundesvereinung, die Bundesärztekammer, die Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Deutsche Rentenversicherung, der bzw. die Patientenbeauftragte, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Selbsthilfegruppen sowie mehrere in der onkologischen Versorgung Verantwortung tragende Berufsverbände angehören. Zu vier Handlungsfeldern werden Empfehlungen ausgesprochen:

  1. Krebsfrüherkennung,
  2. onkologische Versorgungsstrukturen,
  3. Qualitätssicherung und
  4. Stärkung der Patientenorientierung.

Zur Umsetzung der Empfehlungen wurde im Februar 2012 ein "Gesundheitspolitischer Umsetzerkreis (GEPUK)" gebildet, der aus Vertretern des BMG, der AOLG, des GKV-Spitzenverbandes und anderen Organisationen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen besteht.

Im April  2009 trat das Bundeskrebsregisterdatengesetz (BKRG) in Kraft, das die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für den Betrieb flächendeckender klinischer Krebsregister geschaffen hat. Um die Krebsfrüherkennung und Qualitätssicherung weiterzuentwickeln, erhielten die Bundesländer den Auftrag, entsprechende Register einzurichten. Der Aufbau der Krebsregister in den Ländern zog sich allerdings über Jahre hin, sodass erst Ende 2020 ein bundesweit reibungsloser Datenaustausch standardisierter Datensätze möglich wurde. Anschließend (im Frühjahr 2021), schuf die Bundesregierung im Gesetz zur Zusammenführung von Krebsregisterdaten die Voraussetzungen dafür, dass die Krebsinformationen der Bundesländer länderübergreifend intensiver für Forschungsprojekte genutzt und künftig auch mit weiteren klinischen Daten verknüpft werden können.

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