Echte Fortschritte für die Digitalisierung im Gesundheitswesen

Foto:  Ärztin bespricht mit einem Patienten im Live-Chat eine Röntgendiagnose.

(15.05.19) Drei Kernziele formuliert der Referentenentwurf zum "Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation" (Digitale Versorgung-Gesetz, DVG): Patientinnen und Patienten sollen sich Gesundheits-Apps künftig wie Arzneimittel vom Arzt verschreiben lassen können. Ihre Daten sollen sie in absehbarer Zeit in einer elektronischen Patientenakte speichern lassen sowie telemedizinische Angebote wie Videosprechstunden leichter nutzen können. Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, sieht in den Plänen aus dem Bundesgesundheitsministerium zahlreiche Ansätze für echte Fortschritte bei der Digitalisierung.

Das Statement im Wortlaut:

"Das 'Digitale Versorgung-Gesetz‘ von Minister Spahn schafft echten Nutzen für die Versicherten. Es hat das Zeug dazu, die digitalen Innovationen im Gesundheitswesen zu fördern und die Vernetzung der Akteure voranzubringen. Besonders die verpflichtende Anbindung der Krankenhäuser und Apotheken sowie der freiwillige Anschluss weiterer Gesundheitsberufe an die Telematik-Infrastruktur sind ein echter Fortschritt. Das gilt auch für den im Entwurf vorgesehenen Anspruch der Versicherten, dass die behandelnden Ärzte ihre Daten in die elektronische Patientenakte eintragen. Zu überprüfen ist allerdings die Vergütung: Die Logik der Papierwelt kann nicht einfach in die digitale Welt übertragen werden. Nicht jeder Klick sollte bezahlt werden, pauschale Lösungen sind hier zielführender. Fragwürdig finden wir auch das vorgesehene System der Preisbildung bei Gesundheits-Apps. Sie sollen ein Jahr lang vorläufig von den gesetzlichen Kassen erstattet werden, bevor der Preis mit dem GKV-Spitzenverband verhandelt wird. Diese Systematik hat schon beim AMNOG zu überhöhten Preisen geführt.   

Die geplanten Pilotprojekte zu elektronischen Verordnungen und die Ergänzung der elektronischen Patientenakte um weitere Anwendungen wie Impfausweis oder Mutterpass begrüßen wir dagegen ausdrücklich. Diese Ergänzungen bieten einen echten Mehrwert für unsere Versicherten und entsprechen damit der Philosophie, die wir auch mit unserem Digitalen Gesundheitsnetzwerk verfolgen. Für diese Anwendungen gibt es auch schon regionale Piloten der AOK, auf denen man aufbauen kann."