Vom Gesetzgeber gewünschte Effekte

Foto: Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverband

Martin Litsch

(26.08.19) Nach Medienberichten über die GKV-Finanzergebnisse des ersten Halbjahres hat der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, das AOK-Ergebnis wie folgt eingeordnet:

"Die AOK-Gemeinschaft hat das zweite Quartal 2019 mit einer roten Null abgeschlossen, konkret bedeutet das ein negatives Ergebnis von 67 Millionen Euro. Das ist seit langem wieder mal ein leichtes Minus, hat aber noch nichts mit der allgemeinen wirtschaftlichen Eintrübung zu tun. Im Gegenteil, die Einnahmesituation der GKV ist auch 2019 noch äußerst robust. Außerdem ist es vom Gesetzgeber ausdrücklich gewünscht, dass Vermögen abgebaut und als Beitragssatzsenkung an die Versicherten zurückgegeben wird. Neben einem gegenüber dem Vorjahreshalbjahr abgeschwächten Versichertenwachstum machen sich im aktuellen Quartalsabschluss Sondereffekte bemerkbar wie beispielsweise die Absenkung von Zusatzbeiträgen. Außerdem wurden entsprechend dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz GKV-weit bereits 320 Millionen Euro für die Finanzierung neuer Pflegestellen bereitgestellt. Das gibt einen Vorgeschmack auf den Ausgabenanstieg, der in Zukunft durch geplante und bereits beschlossene Reformen zu erwarten ist. So sind im zweiten Halbjahr 2019 weitere Kostenschübe etwa durch neue Preisregelungen bei den Heilmitteln absehbar."