Nutriscore: "Ministerin rennt offene Türen ein"

Statement von Dr. Kai Kolpatzik, Leiter der Abteilung Prävention im AOK-Bundesverband

Foto: Dr. Kai Kolpatzik

Dr. Kai Kolpatzik

(01.10.19) Die neue Lebensmittel-Kennzeichnung Nutri-Score soll künftig beim Einkauf helfen, schneller gesunde Produkte zu finden. Die Skalierung beginnt bei einem tief grünen "A" für besonders gesunde Lebensmittel und führt über ein gelbes "C" zu einem tief roten "E" für besonders ungesunde Lebensmittel. Dr. Kai Kolpatzik plädiert schon lange für dieses Modell.

"Es hätte sehr überrascht, wenn die Umfrage von Frau Klöckner nicht zum selben Ergebnis gekommen wäre wie die weltweite Studienlage. Damit sind nun endlich die Weichen für eine verständliche Lebensmittelkennzeichnung gestellt, die erwiesenermaßen das Kaufverhalten von Verbrauchern hin zu gesünderen Produkten am effektivsten verändert.

Und nicht nur das: Ein Blick nach Frankreich zeigt beispielsweise, dass bereits viele Hersteller aufgrund des Nutri-Score bewusst ihre Rezepturen im Sinne einer gesünderen Ernährung angepasst haben.

Mit der heutigen Entscheidung rennt die Ministerin auf jeden Fall offene Türen ein, schließlich haben sich in Deutschland schon einige Konzerne wie Iglo freiwillig bereit erklärt, den Nutri-Score auf ihren Produkten einführen zu wollen. Dies wurde ihnen bisher jedoch gerichtlich verboten.

Es ist erfreulich, dass die Ministerin hier auf Bundesebene schnellstmöglich Rechtsicherheit schaffen möchte und bereits für diesen Oktober einen ersten Gesetzentwurf angekündigt hat. Damit könnten die Verbraucher schon im nächsten Jahr von der verbesserten Lebensmittelkennzeichnung profitieren – vorausgesetzt die Hersteller setzen diese um."