Patienten und Beitragszahler brauchen Gewissheit über korrekte Abrechnungen

Foto: Kai Senf

Kai Senf

(14.10.19) Das Gesetz für bessere und unabhängigere Prüfungen (MDK-Reformgesetz) war am Montag (14. Oktober) Thema einer öffentlichen Anhörung im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages. In dem Gesetz soll unter anderem die Prüfpraxis zu Krankenhausabrechnungen neu geregelt werden. Um die hohe Zahl der Prüfverfahren zur Korrektheit von Krankenhausabrechnungen zu reduzieren, sollen ab 2021 quartalsbezogene Prüfquoten je Krankenhaus gelten. Nicht mehr jede potenziell falsche Krankenhausrechnung wird dann überprüft. Der Umfang der zulässigen Prüfungen durch die Krankenkassen richtet sich danach, wie gut eine Klinik bisher abgerechnet hat. Dazu äußerte sich der Politikchef des AOK-Bundesverbandes in einem Statement:

"Krankenkassen prüfen die Abrechnungen der Krankenhäuser, weil die stationäre Versorgung in der GKV jährlich rund 80 Milliarden Euro kostet und sich jede zweite Krankenhausabrechnung als fehlerhaft erweist. Patienten und Beitragszahler müssen die Gewissheit haben, dass Behandlungen im Krankenhaus auch tatsächlich erfolgen. Deshalb darf die Krankenhausabrechnungsprüfung nicht in Zweifel gezogen werden. Ein Beispiel: Es reicht nicht aus, wenn alle drei Jahre formal festgestellt wird, dass Logopäden zur Sprach- und Schlucktherapie von Schlaganfallpatienten im Krankenhaus vorhanden sind. Vielmehr muss patientenindividuell am Fall überprüft werden, ob das Sprach- und Schlucktraining auch tatsächlich stattgefunden hat. Nur so kann garantiert werden, dass Personal nicht nur auf dem Papier existiert, sondern wirklich am Patientenbett zur Heilung beiträgt!"