Agenturmeldung vom 16.11.2018, 11:53

Spahn plant mehr Bundeskompetenzen für sichere Arzneimittel

Berlin (dpa) - Gesundheitsminister Jens Spahn zieht Konsequenzen aus jüngsten Pharmaskandalen um gestohlene oder verunreinigte Medikamente und plant daher erweiterte Kompetenzen für den Bund. "Patienten müssen sich darauf verlassen können, dass Medikamente heilen und ihnen nicht schaden", sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Per Gesetz soll unter anderem festgelegt werden, dass Rückrufe der für Überwachung zuständigen Länder stärker vom Bund koordiniert werden. Wird ein Medikament wegen Qualitätsmängeln zurückgerufen, sollen Patienten für eine neue Verschreibung keine Zuzahlung leisten müssen.

Hintergrund sind mehrere Arzneimittelskandale, etwa im Fall von Blutdrucksenkern mit dem Wirkstoff Valsartan, die mit einem potenziell krebserregenden Stoff verunreinigt waren. In einem weiteren Fall steht das Brandenburger Unternehmen Lunapharm im Fokus, das in Griechenland gestohlene Krebsmedikamente an Apotheken und Großhändler in mehreren Bundesländern vertrieben haben soll.