Agenturmeldung vom 25.01.2019, 14:11

Kassen sollen besonders betroffenen Frauen Fettabsaugen bezahlen

Berlin (dpa) - Besonders schwer erkrankte Frauen sollen das Absaugen von Körperfett bald von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt bekommen. Für Patientinnen mit Stadium 3 soll diese Leistung ab 1. Januar 2020 zur Verfügung stehen. Das schlug der für solche Entscheidungen zuständige Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken in einem Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, wie zuerst die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag) berichteten. Dies soll zunächst befristet bis 2024 gelten, bis dann auch eine generelle wissenschaftliche Studie vorliegen soll.

Spahn sprach von einer guten Nachricht für Tausende Frauen, die unter krankhaften Fettverteilungsstörungen leiden. "Endlich hat sich der Gemeinsame Bundesausschuss bewegt und ermöglicht Hilfe für die besonders betroffenen Patientinnen", sagte er den Funke-Zeitungen.

Der Vorschlag soll einen abrupt eskalierten Streit lösen. Spahn hatte Mitte Januar Gesetzespläne angekündigt, den Weg für eine Kostenübernahme in dieser Sache über eine Rechtsverordnung seines Ministeriums freizumachen - und nicht wie üblich per Freigabe durch den G-BA. Dies hatte in der großen Koalition und der Branche massive Proteste ausgelöst.