Agenturmeldung vom 07.02.2019, 12:45

Herztod-Risiko im Ländervergleich in Bremen am zweithöchsten

Hannover/Bremen (dpa) - Das Risiko, an einer Herzkrankheit zu sterben, ist im Bundesländervergleich in Bremen am zweithöchsten. Wie aus dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten Deutschen Herzbericht hervorgeht, kamen im Jahr 2016 in der Hansestadt 270 aus diesem Grund Verstorbene auf 100 000 Einwohner. In Niedersachsen waren 255. Schlusslicht in dieser Statistik ist Sachsen-Anhalt mit 295 Herz-Todesfällen je 100 000 Einwohner. Am geringsten ist das Herztod-Risiko in Hamburg mit 184 je 100 000 Einwohner.

Bei der Zahl der Herzinfarktpatienten, die pro 100 000 Einwohner ins Krankenhaus gebracht werden, lag Bremen im Jahr 2017 mit 294 auf dem zweitletzten Platz vor dem Saarland (305). Die geringste Zahl der Herzinfarktpatienten hat Sachsen (197). In Niedersachsen liegt die Zahl bei 271. Der Deutsche Herzbericht ist die größte Versorgungsanalyse auf dem Gebiet der Kardiologie und Herzchirurgie in Deutschland. In den Zahlen der Statistiker wurde berücksichtigt, dass der Altersdurchschnitt in den Bundesländern nicht immer gleich ist.

Die auffälligen Unterschiede zwischen den Ländern lassen sich nach Angaben von Experten noch nicht erklären, selbst wenn das Alter der Patienten und die längeren Rettungswege auf dem Land herausgerechnet werden. "Da müssen wir noch viel mehr Parameter in den Blick nehmen, zum Beispiel auch den Bildungsgrad der Bevölkerung, die Gesundheitsinformationen in ländlichen Regionen, dazu Faktoren wie Übergewicht, Raucherquoten und die Anzahl von Vorerkrankungen wie Diabetes", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Dietrich Andresen.