Agenturmeldung vom 20.02.2019, 13:01

AOK für regionale Lösungen zur Gesundheitsversorgung auf dem Land

Berlin (dpa) - Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) machen sich für neue regionale Lösungen stark, um die Gesundheitsversorgung auf dem Land zu sichern. Die Bundespolitik beiße sich schon länger die Zähne daran aus, den Landarztberuf attraktiver zu machen, sagte der Chef des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, am Mittwoch in Berlin. Trotz Anreizen mit der Gießkanne sei ein durchschlagender Erfolg aber ausgeblieben. Man könne auch keine Ärzte aufs Land zwingen. Bei weiteren Beratungen sei daher darauf zu achten, "dass Kassen und Leistungserbringer vor Ort Beinfreiheit für agile, kreative Lösungen behalten" - etwa für Kooperationen von Ärzten und Krankenhäusern.

Laut einer Umfrage für die AOK sind 79 Prozent der Bundesbürger mit der Hausarztversorgung vor Ort sehr zufrieden oder zufrieden und 74 Prozent mit der Krankenhausversorgung. Deutlich geringer ist die Zufriedenheit bei Fachärzten (55 Prozent), ambulanten (54 Prozent) und stationären (48 Prozent) Pflegeangeboten. Menschen aus kleineren Orten sind demnach aber insgesamt unzufriedener mit der Versorgung und nehmen nach eigenen Angaben eine Verschlechterung wahr. Befragt wurden im Januar insgesamt 2005 Menschen ab 18 Jahren vom Institut Forsa.

Litsch sagte, langsam setze sich die Erkenntnis durch, dass Lösungen über eine arztzentrierte Versorgung hinausgehen sollten. Alternative Ansätze gibt es laut AOK bereits - so übernehmen etwa geschulte "Versorgungsassistentinnen" in Abstimmung mit dem Hausarzt die Betreuung chronisch kranker Patienten. Weitere Möglichkeiten ergäben sich durch die Digitalisierung etwa mit Videosprechstunden. Die AOK will in diesem und dem nächsten Jahr bundesweit rund 100 Millionen Euro in Vorhaben zur ländlichen Gesundheitsversorgung investieren.

Bei der anstehenden Reform des Finanzausgleichs der gesetzlichen Kassen dürfe kein Geld aus eher unterversorgten ländlichen Regionen in eher überversorgte Städte umgeleitet werden, warnte Litsch.