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Agenturmeldung vom 07.03.2019, 14:50

Gesetzliche Krankenkassen mit etwas kleinerem Überschuss 2018

Von der guten Wirtschaftslage profitieren auch die Krankenkassen. Sie schlossen das dritte Jahr in Folge mit einem Finanzplus ab - auch wenn die Ausgaben ebenfalls zulegten.

Berlin (dpa) - Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) haben im vergangenen Jahr etwas weniger Überschuss gemacht, aber weiter große Finanzpolster. Unter dem Strich stand ein Plus von zwei Milliarden Euro, wie das Bundesgesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Im Jahr 2017 waren es drei Milliarden Euro gewesen. Die Rücklagen der Kassen betrugen Ende Dezember rund 21 Milliarden Euro, dies entsprach mehr als dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve. Auch in diesem Jahr sind demnach weiter schwarze Zahlen zu erwarten.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, die Wirtschaft laufe gut, die Kassen hätten weiter hohe Überschüsse. "Beitragsgelder sind aber keine Sparanlagen, sondern sie sind dafür da, die Versorgung besser zu machen." Dies tue die Bundesregierung. Kassen mit besonders hohen Reserven müssten außerdem ihre Rücklagen ab 2020 binnen drei Jahren unter die gesetzliche Obergrenze von einer Monatsausgabe absenken. "Dann haben die Beitragszahler auch etwas von der guten Finanzlage."

Das Ministerium wies zudem auf Spielraum für Entlastungen durch eine Senkung von Zusatzbeiträgen hin. Obwohl eine Reihe von Kassen dies zum Jahreswechsel getan habe, liege der durchschnittlich erhobene Zusatzbeitrag derzeit bei 1,0 Prozent des Bruttolohns.

Dabei hatte das Ministerium den als Orientierung dienenden durchschnittlichen Zusatzbeitrag bei 0,9 Prozent festgelegt - die tatsächliche Höhe ihres jeweiligen Zusatzbeitrags legen die Krankenkassen aber selbst fest. Je nach Finanzlage dürfen sie vom Durchschnitt abweichen. Der Gesamtbeitrag umfasst daneben den allgemeinen Satz von 14,6 Prozent.

Finanziell standen bei den gesetzlichen Kassen im vergangenen Jahr 241,4 Milliarden Euro Einnahmen Ausgaben von 239,4 Millionen Euro gegenüber. Die Einnahmen stiegen dabei um 3,3 Prozent. Die Ausgaben legten um 3,9 Prozent zu, wobei sich auch die Zahl der Versicherten um 0,8 Prozent erhöhte. Für Krankenhausbehandlungen, Vergütungen der Praxisärzte und Arzneimittel wurden jeweils rund drei Prozent mehr ausgegeben - für Heilmittel wie Krankengymnastik, Massage oder Sprachtherapien gut elf Prozent mehr, was laut Ministerium vor allem auf Regelungen für höhere Honorare zurückzuführen ist.

Der GKV-Spitzenverband erklärte, der Überschuss von zwei Milliarden Euro sei "ein gutes Ergebnis, aber auch kein Grund für Euphorie oder gar für Vorwürfe". Die gesetzlichen Krankenkassen gingen seriös und zuverlässig mit den Beitragsgeldern um. Daneben hatte der Gesundheitsfonds als Geldsammel- und -verteilstelle der Kassen laut Ministerium Mitte Januar eine Reserve von 9,7 Milliarden Euro.